Seit dem 3. März 2011 sind wir, Brigitte und Klemens, mit dem Velo unterwegs vom Fribourger Seeland nach Neuseeland.
Seit 21 Jahren sind wir verheiratet und wollten mal wieder was neues ausprobieren. Unser neues daheim - ein Zelt mit 2 separaten Eingängen damit jeder ein eigenes Vorzimmerchen hat. Die Eingänge führen allerdings zur gleichen Schlafkabine. So kann jeder den eigenen Reissverschluss "zu knallen" falls das mal nötig wäre.
Spass bei Seite, wir sind daran einen lange gehegten Traum zu verwirklichen, bevor wir definitiv zu alt sind. Brigitte ist 52 Jahre jung und Klemens zählt doch auch schon 47 Lenze.
Seit wir in der Türkei sind, haben wir das Gefühl noch nie so fit gewesen zu sein wie jetzt.
Dass wir doch nicht mehr die jüngsten sind merken wir dran, dass uns die Händler immer Dinge andrehen wollen für unsere Grosskinder. Damit können wir aber gut leben, das Gepäck ist eh bereits jetzt schwer genug, als dass wir auf die Idee kämen noch gross einzukaufen.
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Kaum zu glauben, all dies hat auf zwei Fahrrädern platz und man kommt trotzdem noch super vorwärts. Dazu braucht es aber wirklich gute und stabile Fahrräder, wir fahren:
Aarios Discovery mit Rohloff Nabenschaltung. Inkl. der stabilen Gepäckträger wiegen die Velos je ca. 16kg sind aber so genial zu fahren, dass man sich in den Kurven wie auf einem Motorrad fühlt.
Alles Material ist in Ortlieb Taschen verpackt, jeweils 2 Vorderrad lowrider, zwei Hinterrad Saccochen, 1 Rackpack und 1 Lenkertasche. Alles voll wasserdicht.
Wir übernachten im
Exped Orion Zelt und schlafen auf luxuriösen Exped Downmats. Die Schaumstoffmatten brauchen wir nur vor dem Zelt. Superwarme Schlafsäcke, Glacier von Mountain Equipment tragen zum Komfort bei.
Ansonsten haben wir von Kamera über Laptop, Werkzeug und Ersatzmaterial, Benzinkocher, Thermoskanne, Kochzeug, Wassersack, Steripen usw. usw. alles mit dabei.
Neben den Veloschuhen auch richtig gute Trekkingschuhe.
Ergibt ein Gesamtgewicht inkl. Fahrräder von rund 100 kg.
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Fazit nach 2 Monaten reisen (kurz vor Iran) : wir haben genau das richtige mit dabei.

von 3284 Fräschels im Freiburger Seeland nach 3284 Eureka in Neuseeland. Als echte Schweizer müssten wir ja ein Loch bohren und wären dann auf dem kürzesten Weg auf der anderen Seite. Aber jetzt nehmen wir halt den Umweg aussenrum.

Ungefährer Plan
Erstes Jahr:
aus der Schweiz raus via Zürich - Walensee - Prättigau - Ofenpass
Bozen - Gailtal - Wurzenpass - Slovenien - Zagreb - Belgrad
Bulgarien - Türkei - Iran - Turkmenistan - Usbekistan - Tadshikistan - Kirgistan
China - Vietnam - Laos - Thailand.
Die Visas haben wir bis und mit China alle in der Tasche.

Zweites Jahr:
hier ist noch vieles offen ... ....aber ungefähr
:
Thailand - Malaisia - Singapur - Sumatra - Java - Bali - Australien - Neuseeland

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.... quer über die Alpen nach Kroatien


Kaum zu glauben, gestern 3. März 2011 sind wir doch tatsächlich losgefahren. Nach viel Vorbereitung, dem wohl üblichen vorangehenden Chaos und vielen herzlichen Verab-
schiedungsabenden sind wir eher etwas übermüdet auf unsere Räder gestiegen um die erste Etappe anzupacken.

Nachdem wir uns in Mellingen bei Rägi und Familiy nochmals um 4 kg Gepäck erleichtert haben sind wir via Zürich, Pfäffikon, Walensee über Klosters nach Zernetz geradelt. In Pfäffikon konnten wir dann noch unsere Pässe mit dem Kirgistan Visum in Empfang nehmen, welche wir direkt von der Kirgisischen Botschaft an Brigittes Eltern schicken liessen um Zeit zu sparen. Hurra jetzt haben wir sämtliche Visas bis und mit China in der Tasche.


.... Ofenpass an einem herrlichen Montagmorgen. Hier ging es noch mit den Temperaturen.
Kurze Zeit später frohren wir uns den A ab und noch nie hatten wir beim Bergauf fahren den Kuhnagel so in den Händen und Füssen.

Erste Zeltnacht eingeklemmt zwischen Staatsstrasse, Brennerautobahn und Eisenbahnlinie.
Wir haben es wirklich ruhig zu hause in Fräschels, und eine Spur wärmer. Am Morgen war unser Wasservorrat gefrohren und das Zelt mit Reiff weiss überzogen.

.... von Novska nach Belgrad

Eigentlich kommt jetzt ein eher schwierigeres Kapitel. Nicht in Radfahrer technischer Hin-sicht, sondern hier holt uns die jüngere Geschichte ein.
Bereits in Novska sehen wir die ersten zerschossenen Häuser - wollen es erst nicht recht glauben und denken an andere Schäden - aber es ist halt doch Tatsache. Nein, wir fotografieren diese Häuser nicht. Wir lassen die Eindrücke auf uns wirken und schweigen erst lange. Zwischendurch immer wieder bestens restaurierte Häuser aber doch viel zu viele verlassene Gebäude - viele davon im Rohbau zurückgelassen - nicht mehr bewohnbar. Irgendwie unwirklich, grausam - unvorstellbar für uns, die wir so friedlich leben.
Wir reden auch mit keinen Einheimischen über die Geschehnisse - wir wollen keine alten Wunden aufreissen.
In Novska beginnt das längste Strassendorf welches wir je durchfahren haben - satte 26km lang bis sich die Häuser etwas auflockern. Die Gebäude ausschliesslich links und rechts der Hauptstrasse, teilweise renoviert, teilweise zerschossen und ausgebrannt. Eigentlich sind es viele Dörfer lückenlos aneinander gereiht und es ändern einfach die Dorfnamen. Ansonsten sieht es immer ähnlich aus, eher ärmlich aber sehr nette und freundliche Leute. Und superfeines Kernenbrot in den Pekarnas (Bäckereien).
Allmählich ändert sich das Bild, immer noch bäuerliche Strassendörfer, (etwas weniger lange) keine Kriegsschäden mehr und merklich mehr Wohlstand. Diese Kulisse haben wir bis an die Grenze zu Serbien.

In Serbien sind die Strassen erheblich schlechter. Viele Schlaglöcher - oft fahren wir in der Strassenmitte wo es weniger schlimm ist. Die Autos überholen uns netterweise ohne zu hupen und wenn gehupt wird dann zum fröhlichen Grüssen mit Daumen hoch oder winken.
Leider gleich hinter der Grenze der erste Regen unserer Reise. Es giesst und windet - leider
nicht in unserer Richtung. Brigitte beginnt einen all zu grossen Muskelzuwachs zu befürchten. Kurz vor unserem Tagesziel dann noch der erste Platten am Hinterrad von Klemens zum Glück kurz vor einer Tankstelle. Aus historischen Gründen haben wir die Reparatur noch festgehalten. Den nächsten Platten, gleich 2 km später, notabene an neuem Schlauch dann nicht mehr.

Tags darauf mit extremstem Gegenwind aber trocken und ohne Panne ging's nach Belgrad.
Leider nicht ohne Umwege. Unser Karte war etwas zu ungenau und beim Nachfragen in den Dörfern wurden wir immer wieder in Richtung Autobahn geschickt.
Gegen Ende wurde es echt mühsam. Der Knaller - wir fragen 2 Polizisten wie wir am besten nach Belgrad rein kommen und diese schicken uns ebenfalls auf die Autobahn. Auf die Frage ob wir denn mit dem Fahrrad auf die Autobahn dürften, antworten sie: "natürlich nicht"
"Wie können wir dann fahren?" Achselzuckend "das wissen wir auch nicht"
Irgendwie haben wir es dann doch geschafft via ein Industriegebiet und Naturstrasse durch die Pampa.

Dann lagen wir aber goldrichtig und fuhren durch Nova-Beograd

.... von Belgrad durch Bulgarien nach Istanbul

Nach einen Tag mit leichten Regen in Belgrad ging es auf dem Donauradweg nach Stara Palanka. Die Leute die wir unterwegs treffen sind alle sehr, sehr freundlich und hilfsbereit. Kaum hält man an um in die Karte zu schauen kommt von irgendwo jemand daher und fragt ausducksvoll ob er helfen kann, oft sogar auf deutsch. Nun hinter Belgrad ist das Problem mit der Autobahn kein Thema mehr denn hier gibt es keine. Am nächsten Tag leider bei kalten Wetter und Regen setzen wir mit einer kleinen Fähre ans andere Donauufer über.

Und jetzt ist Höhenmeter fressen angesagt, aber auf ganz unfreiwillige Art. Wir fahren auf einer Hochebene, queren aber viele, grössere und kleiner Flusstäler. .......rauf runter, rauf runter, rauf runter usw.... nach dem ersten Tag in Vrazca haben wir über 1100 Höhenmeter hinter uns. Am nächsten Tag kommt es noch dicker. Aufgrund des schlechten Kartenmaterials rutsch uns ein Pass mit knapp 900 Höhenmetern unter, nachdem wir schon über 700 in den Beinen haben. Endlose 18 km, anfangs auf recht guter Strasse, zum Schluss nur noch Schlaglochparty auf nasser, von der Schneeschmelze aufgeweichter Piste. Hut ab vor dieser Leistung von Brigitte.
Komplett auf der "Schnurre" erreichen wir die Passhöhe, von der es noch 10 km runter ins Tal nach Zlatitsa/Pirdop geht. In einem kleinen Hotel kommen wir unter und weil alles so angenehm ist hängen wir gleich noch einen verdienten Ruhetag an. Diesen nutzen wir zum regenerieren und Velo putzen, denn diese sehen in der Zwischenzeit sehr "schütter" aus.
Je weiter wir gegen Südosten reisen, desto grösser werden die Anbauflächen und Felder.
Da ist das Seeland ein "Ländli" dagegen. Keine Bauernhöfe mehr nur ab und zu eine grosse "Bauern-Fabrik". Die Hauptverkehrsachsen sind ausserordentlich gut (meist von der EU finanziert) die Strassen in den Ortschaften katastrophal.
Bulgarien ist für die EU ein riesiger Wachstumsmarkt. In einigen Provinzstätten wo es den Leuten verhältnismässig gut geht, gibt es Lidl, Kaufhof, Pennymarkt und Billa (meist alle auf engstem Raum). In kleineren Städten und Dörfern, wo es den Leuten schlechter geht ist keiner dieser Läden anzutreffen. Meist gibt es dann überhaupt keinen Laden mehr auf Distanzen von 40 - 50 km, weil da richtig Armut herrscht.
Vor Harmanli bei Simonovgrad erreicht das Elend für uns seinen Höhepunkt. Üppige Felder,
dazwischen Abfallhalden auf denen die Einwohner nach brauchbarem suchen. Dann wieder verwahrloste Plattenbauten mitten in der Pampa und Elendshütten. Und das in Europa. Eine bedrückende Stimmung.
Wir sind froh und erleichtert, dass wir am Abend des 27. März 2011 die griechische Grenze passieren. Weil sich ein böses Gewitter zusammenbraut zelten wir unmittelbar hinter der Grenzkontrolle auf der Veranda eines verlassenen Gebäudes "am Schärme".
Trotz Regen ist das Zelt am nächsten Tag schön trocken.
Nach dem 30km langen Abstecher durch Griechenland bei Nieselregen und Nebel - nicht ganz wie man sich Griechenland vorstellt - passieren wir bei Edirne die Grenze. Unser "Grenzföteli" entfällt weil fotografieren verboten ist. Weil wir es trotzdem tun wollen, steht gleich ein Soldat mit Waffe neben uns uns und weist uns auf englisch auf des Verbot hin. Da
haben wir es eben sein lassen.

Hier geniessen wir das Essen und die Kultur - fahren erst nach 2 Tagen weiter.
Über Corlu erreichen wir dann Istanbul in einer harten Etappe mit viel Gegenwind am 31. März. Uns war bekannt, dass es sehr anspruchsvoll ist mit dem Fahrrad nach Istanbul ins Zentrum zu fahren. Und ehrlich, es wurde viel schlimmer als wir uns gedacht haben.
Ca. 50km vor dem eigentlichen Zentrum begann dann das Chaos. Die gewählte, auf der Karte nicht als Autobahn ausgezeichnete Strasse, entpuppte sich schlagartig als 6 spurige,
teilweise 10-spurige Schnellstrasse. Und wir mitten drin auf dem Velo. Man stelle sich vor,
wir fahren ganz rechts am Rand. Dann kommt von rechts eine ebenso grosse Schnell-strasse mit 3 Spuren und schups sind wir mitten in der Fahrbahn und die Autos, Lastwagen und Busse links und rechts rasen mit über 100km pro Stunde an uns vorbei. Na ja, lustig war es nicht.
Erst 15km vor der Stadt nach einem Nadelöhr am Meer, welches wir auf dieser Strasse einfach zu passieren hatten, konnten wir auf eine 4 spurige Nebenstrasse ausweichen. Ach war das dann entspannend.Total gerädert - im wahrsten Sinne des Wortes - sind wir in der Altstadt eingetroffen. Wir fanden ein super schönes Hotel - klein aber fein - mitten im Kuchen. Den Preis konnten wir gut herunterhandeln A weil keine Hochsaison ist und B weil hier noch nie Radfahrer übernachtet haben die von so weit hergekommen sind.
Jetzt werden wir Istanbul in Ruhe anschauen, leider regnet es im Moment. (besser jetzt als beim Velofahren)
Bis Istanbul haben wir doch tatsächlich 2587 Kilometer und 14954 Höhenmeter hinter uns. Das ist doch schon eine ganze Menge und wir sind zuversichtlich auch die nächsten ca. 2000 km bis an die Iranische Grenze zu schaffen.
.... von Istanbul nach Kappadokien
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Nach 4 Tagen Kültür bei Regen in Istanbul gings mit der Fähre über das Marmarameer nach Mudaya. Eine komplett andere Gegend mit anfangs steilen Küstenstrassen wie am Mittelmeer. Bei Regen durchqueren wir die schönsten Olivenhaine und sind echt happy,
dass wir in der nähe von Iznik- See ein geheiztes Beizli finden mit den köstlichsten Köfte
(Hackfleischtätschli) wie uns Ahmet erklärt hat. Ahmet ist ein Türke der uns spontan auf der Strasse im breitesten Urnerdialekt zwei mal abgepasst hat und jeweils hopp Schwyz rief - beim dritten mal rief er: "wämmer zäme go es Käfeli näh." Er ist uns mit dem Auto gefolgt,
weil Ihm unser Schweizer Wappen am Velo aufgefallen ist und er wieder einmal Schweizerdeutsch reden wollte. Die Kaffeepause tat gut - merci Ahmet. in Iznik, einer alten Römischen Stadt übernachten wir, leider wird das alte Hamam gerade renoviert, also nix mit aufwärmen im Dampf. Dampf dafür auf dem nächsten Pass in Form von stock dickem Nebel.
Die Durchfahrt durch Ankara war nach Istanbul ein regelrechtes Kinderspiel. Die privaten Lenker und Lastwagen Fahrer sind alle sehr Rücksichtsvoll, nur die Busfahrer versuchen einem von der Strasse zu drängen und leider sind von denen sehr viele unterwegs.
Dank Rückenwind sind wir aber fast so schnell wie der Verkehr und können recht gut mithalten. Nach Ankara wird uns immer bewusster wie gross die Türkei tatsächlich ist. Von Ankara bis Göreme sind es immerhin 300km, für uns drei Tage fahrt.
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Kurz nach Akasary treffen wir wieder auf die Seidenstrasse und besichtigen eine noch super gut erhaltene Karavanserey von 1231. Wir sind beeindruckt und haben selbst das Gefühl ein bisschen Handelsreisende zu sein - einfach ohne etwas zu handeln und statt Kamelen mit Stahlrössern - welche glücklicherweise nichts zu fressen brauchen.
Bei diesem Bild würde man nicht glauben, dass es kurz zuvor noch geschüttet hat und wir einmal mehr unsere regendichte Montur anziehen mussten.
So langsam werden wir wirklich zu Nomaden. Es macht uns überhaupt nichts aus jede Nacht an einem anderen Ort zu übernachten. Wir finden auch immer die allerschönsten Plätzchen wo wir unser Nachtlager aufschlagen können.
Schneller als erwartet sind wir in Ushisar - plötzlich voll in Kappadokien in den Felsentälern.
Wir haben immer Berge erwartet - aber das ganze Gebiet ist eher als eine Aneinander-reihung von Schluchten und Rissen zu verstehen, in denen dann die berühmten Felskamine und Türme in die Höhe wachsen. Unglaublich was hier früher alles ausgehöhlt wurde, um in diesen Felsgebilden zu leben.
In dieser tollen Gegend machen wir erst mal ein paar Tage Veloferien und wandern durch die Täler klettern in die Höhlen und geniessen das feine Essen.
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Da wir unseren Ersatzpneu leider schon brauchen - liessen wir uns von der Aarios die unsere tollen Velos gebaut haben, Ersatz zukommen. Wie geplant ein Tag vor unserer weiterreise war das Päckli dann tatsächlich bei uns in Göreme. Nochmals ganz herzlichen dank an Arnold Ramel für diesen super Service.
.... von Kappadokien zur iranischen Grenze
Am 16. April radeln wir weiter und verlassen das interessante aber doch touristische Göreme. So lassen wir das Höhlengebirge langsam hinter uns und fahren durch Landschaften dass man sich gleich in der Biblischen Geschichte wiederfindet mit Bilderbuchdörfern die in jedes Sonntagsschulbuch passen würden.
Und immer wieder erleben wir "uns gehört die Welt" Tage. Dieses Gefühl ist sehr schwer zu beschreiben. Man gleitet durch die schönsten Landschaften und kann nicht glauben, dass man das alles selber erlebt. Das Herz hüpft irgendwie vor Freude und man nimmt die Ge- rüche noch intensiver wahr als sonst.
Es wird langsam etwas wärmer - der Frühling scheint sich doch noch einzustellen. Die Bäume stehen in voller Blüte - einfach super.in Develi haben wir ein weiteres mal Glück. Es beginnt zu regnen und wir kommen in einem gemütlichen Pavillon an der Tankstelle unter. Es ist so warm, dass wir nur das Innenzelt aufstellen. Ahmet kann super Deuchtsch und lädt uns sofort zum Tee ein. Er ist erst mit 17 in die Türkei gekommen und ka
nn uns sehr viel erzählen. Auch über seinen Grossvater der 13 Jahre alt wurde und mit dem Tankstellen-Geschäft angefangen hat. Ahmet ist glücklich in der Türkei, obwohl er anfangs doch grosse Anpassungs-schierigkeiten hatte.
Der ewige Schnee des 3917 Meter hohen Erciyes Dagi - Auf der Rückseite des Berges, bei Kayseri wird Ski gefahren.

Weil wir an diesem Tag drei Pässe vor uns haben und in der Karte keine weiteren Dörfer mehr eingezeichnet sind machen wir bereits um 10.00 Uhr Mittagspause weil in einem winzigen Dörfli ein Ekmek Firini zu finden ist - also ein Bäcker, der uns sogar feine Pide macht. Er ist sehr stolz, dass wir ihn fotografieren wie er das Brot aus dem Holzofen holt.
Er sei der beste Bäcker weit und breit, erklärt er uns auf türkisch. Wie so oft unterhalten wir uns mit Einheimischen nicht auf englisch sonder wir in schweizerdeutsch und die anderen in Türkisch oder Kurdisch. Was jeweils verstanden wird ist reine Interpretationssache aber meist richtig lustig.
Auf der Weiterreise via Karamanmaras durch abwechslungsreiche Landschaften, stoppt uns kurz vor Pazarcik, die fünfköpfige Familie Cebedak auf schweizerdeutsch. Diese haben das Schweizerwäppli an unserem Fahrrad gesehen und lädt uns spontan zum Übernachten, Essen und duschen ein. Die Famielie ist hier in den Osterferien bei den Eltern, sie wohnen aber in Wettingen.
Wir werden verwöhnt wie die Könige. "Nix Migros, nix Denner" wie uns die Oma erklärt, "alles selbstgemacht in der Familie" Auch die Grosseltern haben in der Schweiz gearbeitet.
Alles war wirklich sehr fein.
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Über Adiyaman und Kahta steil hoch zum Nemrut Dagi. Von Karadut aus gehts zum Sonnenaufgang auf den Götterberg. Ein faszinierendes Erlebnis zumal es um diese Jahres- zeit kaum Touristen hat.
Über den gestauten Euphrat (Atatürkstausee) geht's mit der Fähre und via Siverek durch Mesopotamien nach Diyarbakir an den Tigris.
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Auf dem Markt in Siverek wird alles noch geflickt und man ist Stolz auf seine Produkte. Diese Stadt hat uns ganz besonders gefallen und wir sind eine Nacht länger als geplant geblieben. Das Handwerkerviertel hat es uns besonders angetan. Der Bäcker schenkt uns das Fladenbrot welches wir kaufen wollen, weil er sich so freut, dass er wieder mal deutsch reden kann.
Während sich westlich von Diyarbakir 80km Steinwüste befindet, durchsetzt mit sehr wenig Gras welches nur von Schafherden genutzt werden kann, ist östlich des Tigris das Land umso fruchtbarer. Weizenfelder ohne Ende zur Bergkette am Horizont.
Dazwischen die triste Stadt Silvan die das Kurdenproblem in seiner Gänze wiederspiegelt.
Hier leben viele Kurden deren Dörfer während des Türkisch Kurdischen Krieges dem Erdboden gleichgemacht wurden in unschönen Wohnsiedlungen. Rund 70% sind arbeits-los. Pöbelnde Jugendliche nicht nur gegen uns, sondern auch gegen die einheimischen Ladenbesitzer ziehen durch die Strassen und vergällen uns den Aufenthalt. Die männlichen Erwachsenen (Frauen sind kaum zu sehen) beobachten die Geschehnisse auf der Strasse wie Live-TV unternehmen aber nichts dagegen. Wir sind froh nach dem Mittagessen weiter zu fahren. Zu früh gefreut - beim Versuch eines Bengels rennend neben dem fahrenden Fahrrad, ein Maskottchen an der Lenkertasche weg zu reissen, stürzt Brigitte. Die Hose ist zerrissen, das Maskottchen jedoch noch da. Zum Glück ist weiter nichts passiert.
Zwei Tage später in Serinkum am Vansee liegen wir dann beide wegen Steine werfenden Schülern auf der Strasse. Der Rückspiegel geht zu Bruch, jetzt ist die Hose von Klemens auch zerrissen, sein Knie geprellt und der Ellenbogen aufgeschürft.
Die Jungs zwischen 9 und 17 sind einfach ausser Kontrolle und die Erwachsenen schreiten nicht ein. Für uns ein spezielles Verhalten. Nach all dem Positiven was wir bisher erlebt haben hinterlässt dies einen schlechten Nachgeschmack.
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Seit Iznik haben wir das "Vergnügen" auf diesem Belag zu fahren. Was auf den ersten Blick aussieht wie gute Oberfläche ist in Wahrheit ein holperiger, grobkörniger, kraftraubender
Belag. Wenn dieser neu ist, sind die Steine wie Splitt homogen auf den Asphalt verteilt und
kleben darauf. Durch den Verkehr werden die Steine wieder herausgerissen und es entsteht eine noch holperigere Oberfläche, sodass man auch auf leicht abschüssiger Strasse noch tritt wie ein Ochse. Zwischendurch, wie zum Hohn, kommen dann mal 200 - 400m schönster und feinster Belag, wohl einfach damit wir sehen wie ring es gehen könnte.
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Sicht auf den Van See vom Kraterrand des Nemrut Dagi, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Götterberg bei Kahta. Beim Abstieg zu den Kraterseen haben wir dann tat-sächlich Obsidian gefunden. Diese pechschwarzen, wie geschmolzenes Glas aussehen-den Steine.
Leider schlug danach das Wetter um und wir sitzen drei Tage bei strömendem Regen in dem auf 1650m hoch gelegenen Städtchen Tatvan fest. Wir wollen diese schöne Gegend einfach nicht bei Regen und Nebel durchfahren.
Das Warten hat sich gelohnt, am 2. Mai können wir endlich weiterfahren ohne das Regenzeug montieren zu müssen. Dem Van See entlang geht's in 3 Tagen über Ercis nach Caldiran, über den 2644m hohen Tendürek Gecidi nach Dogubayazit.
Bei der Abfahrt vom Pass durchfahren wir 2 Dörfer, beim ersten "nur" ein agresiver Hund,
beim 2. greift uns ein Rudel von 7 Hunden an. Zum ersten mal bekommen wir es wirklich mit der Angst zu tun. Wie Bestien gehen die Tiere auf uns los - die vorderen und vor allem die hinteren Satteltaschen schützen uns vor Wadenbissen. Zum Glück geht es abwärts und wir fahren so schnell wie wir können. Bis auf einen besonders agresiven können wir die Tiere abschütteln. Erst durch einen mutigen Tritt von Klemens währen der Fahrt, voll in die Schnauze des Hundes, lässt dieser von uns ab. Da war der Adrenalinpegel echt unangenehm hoch. In Zukunft werden wir einen Stock bereit haben - zudem wissen wir dass das Hunde-Problem hier besonders gross ist und wieder abnehmen wird wenn wir im Iran sind.
In Dogubayazit besichtigen wir den wunderschön gelegenen Ishak Pasha Palast noch am gleichen Tag der Ankunft. Die 250Höhenmeter auf Bsetzsisteinen (Kopfsteinplaster) zum Palast machen beim aufwärtsfahren noch weit mehr Spass als beim Runterfahren.
Die Abfahrt geht glatt als Powerplate Training durch - so sehr waren wir durchvibriert.
Und Morgen, Do. 5. Mai. 2011 geht's in den Iran, das sind von hier noch 35km. Schon ein speziell schönes Gefühl, das alles mit dem Fahrrad gefahren zu sein. Darauf werden wir heute Abend noch ein Bier trinken, denn ab morgen gibt es bis zum 26. Juni, wenn wir in Turkmenistan einreisen, nur noch Tee.


im Hintergrund der 2950m hohe Vulkan, den wir am nächsten Tag besteigen. Die einheimischen sagen aber alle, dieser sei 3050 Meter hoch, ein dreitausender klingt natür-lich besser.

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.... iranische Grenze über Tabriz nach Isfahan
Am Freitag 6. Mai haben wir die Grenze zum Iran erreicht. Seit diesem Tag ist Brigitte ver-
schleiert, darf nur noch lange Hosen tragen und ein Hemd mit langen Ärmel welches den Po bedeckt. Beim Fahrradfahren reicht der Helm und das Tuch nur um den Hals, aber in den Städten ist es oft angebracht das Tuch auch unter dem Helm zu tragen.

Via Maku, Tabriz, Zanjan, Bu'in Zhara, Saveh, Delijan sind wir in 12 Tagen nach Isfahan gefahren. In Tabriz waren wir im Guesthouse, ansonsten haben wir im Zelt übernachtet. Waren die Temperaturen in Maku noch Frühlingshaft, wird es je weiter wir in den Süden kommen immer wärmer und staubiger und auf den letzten Etappen richtig heiss. Tagsüber bis 35 Grad, abends kühlt es aber ein wenig ab. In Tabriz treffen wir erneut Stephen, einen Australier, welchen wir schon kurz zuvor in Dogubayatzi kennen gelernt haben. Er ist bereits seit 1 1/2 Jahren unterwegs und radelt von Europa zurück nach Australien. Mit ihm zusammen fahren wir die nächsten vier Tage durch die wunderschönen, teilweise richtig grünen Täler Richtung Miameh. Teilweise sind wir fast schon geflogen. Die beiden Männer haben ganz schön Gas gegeben und Brigitte konnte die ganze Zeit im Windschatten fahren, was bei diesem Tempo aber auch ganz schön anstrengend ist. Links und rechts der Strasse immer wieder Grossfamilien die im Grünen Picknick machen. Auf ausgelegten Teppichen wird dann ganz gross aufgetischt.
....und da warens plötzlich drei
Die Zeit mit Stephen war richtig lustig er ist dann weiter nach Teheran gefahren weil er noch Visas besorgen musste. Wir sind bei Takestan Richtung Süden abgebogen und haben so Teheran grossräumig umfahren.
Visa Geschichten:
Von diesem, zum Teil sehr nervenaufreibenden Visa-Runs, sind wir zum Glück verschont.
Wir haben alle Visas bis und mit China vorab aus der Schweiz besorgt. Das war nicht ganz einfach, wir haben bereits Mitte November damit begonnen damit wir bis März alle Visas und Sondergenehmigungen beisammen hatten.

Dem ging allerdings eine genaue Planung voraus, denn für Turkmenistan erhält man als
Selbstfahrer (darunter fallen auch die Radfahrer) nur ein 5 Tage Transitvisum und man muss das genaue Einreisedatum im Voraus angegeben werden. Dieses Visum erhält man allerdings auch nur, wenn bereits das Iranisch- und das Usbekische Visum in den Pass gestempelt sind. Für das Chinavisum braucht man zwingend ein 90 Tage Double Entry Visa, damit man ab Stempel im Pass 180 Tage Zeit hat bis zur Einreise. Bei den normalen Visas hätte man nur 30 oder 50 Tage Zeit. Also haben wir die ganze Planung auf den letzt-möglichen China-Einreisetag ausgelegt. Für uns ist das der 28. August 2011.
Dies ergab den Einreisetermin für Turkmenistan am 26. Juni 2011 damit wir genügend Zeit haben für den Pamir Highway. So haben wir erst unmittelbar vor der Abreise das Chinesische in Bern und anschliessend das Kirgisische Visa in Genf gemacht, und waren richtig happy als wir alles beisammen hatten.
Durften wir bereits in der Türkei grosse Gastfreundschaft erfahren, so erleben wir hier im Iran noch unglaublicheres. Bereits in Maku, 20km hintre der Grenze, lädt uns ein älteres Ehepaar zu sich zum Mittagessen ein. Ein Problem mit Geldwechseln löst uns ein freundlicher Garagebesitzer der uns unsere Dollars in Real wechselt. "Zum Dank" spendiert er uns noch eine ganze Melone. Überall könnten wir Tee trinken, werden wir eingeladen und werden auf der Strasse freundlichst begrüsst mit: "welcome to my country". Hier freut man sich riesig über Fremde und ist an allem interessiert. Dem Iraner ist es ganz wichtig zu wissen wie wir Land und Leute beurteilen. Irgendwie ist allen bewusst, dass sie durch die Politik und durch die Medienberichte im Westen ein schlechtes Image haben und möchten beweisen, dass sie ganz normale und nette Leute sind.
Zum Beispiel: Wir setzen uns kurz in einem Park auf die Wiese, schon kommen Kinder, geschickt von den Eltern, mit einem Teppich auf den wir uns setzen sollen. Darauf folgen Tee und Snacks und die Aufforderung uns doch zu ihnen zu setzen. Alle freuen sich unglaublich wenn man mit ihnen redet. Viele junge Erwachsene können recht gut englisch und übersetzen dann für die ganze Familie.
Die Frauen sind hier weniger scheu als in der Türkei - versuchen mit den Augen Kontakt aufzunehmen oder sprechen einem direkt an. Fotografieren dürfen wir sie allerdings nicht-
aber Schäkern und witzeln gehen gut. Wir fühlen uns richtig wohl in diesem Land - das einzige was wir in den Städten vermissen sind gemütliche Teestuben von denen gibt es im Iran wirklich nur sehr wenige.
Unsere Fahr-Tage sind äusserst abwechslungsreich, denn vieles ist nicht vorauszusehen. Wir planen zwar bis wohin wir ungefähr fahren wollen, und wo einkaufen und Wasser besorgen, aber oft kommt es ganz anders. Dörfer die auf der Karte eingezeichnet sind existieren nicht oder haben keinen Laden und es gibt Ortschaften die nicht eingezeichnet sind. Bei Distanzen von 40 - 90 km zwischen den Orten ist es wichtig dass man genügend Vorräte hat. Hier zwei zwei Beispiele:
Sa. 15. Mai 2011
Da wir am Vortag ab Mittag sehr starken Gegenwind hatten, brachen wir das Fahren kurz nach Bu'in Zhara ab und haben an einem Platz mit Wasserstelle gezeltet und beschlossen am Morgen schon vor Sonnenaufgang aufzustehen, weil es in der Frühe meist keinen Wind hat. Doch weit gefehlt - leider nicht am 15. Mai. Es windet nach wie vor. Kaum losgefahren wird der Wind noch stärker. Die Landschaft ist sehr stepig, Steine, Sand und wenige kleine Büsche. Die Strasse hat 4-5% Steigung und der Wind bläst gegen uns. Jetzt beginnt es auch noch zu Regnen. Natürlich weit und breit keine Gebäude. An Vorwärtskommen ist nicht mehr zu denken und wir verkriechen uns in einer Wasserunterführung unter der Strasse so sind wir etwas vor den Böen geschützt. Nachdem wir das schlimmste ausgesessen haben,
geht es weiter immer voll gegen den harten Wind bergauf. Das ist genau das was man nicht braucht. Erst 25km sind geschafft, am Schluss in voller Regenmontur. Bei einer Tankstelle
mitten in der Pampa kaufen wir Benzin für unseren Kocher und werden von einem Mitarbeiter des roten Halbmondes eingeladen, bei ihnen in der Station hinter der Tankstelle
den wiedererstarkten Sturm abzuwarten. Weiterfahren sei viel zu gefährlich. So sitzen wir mit den Rot-Halbmöndlern bei Tee und Datteln zusammen und werden über unsere Reise ausgefragt. Zwischenzeitlich ist es 12.00 Uhr und wir können wieder aufbrechen. Weiter geht es im Gegen- und Seitenwind. Wir schaffen weitere 50km auf der Hochebene und schauen uns schon nach einem Zeltplatz um. Nach einer kleinen Steigung geht die Strasse plötzlich abwärts und wir fahren 5 , 10, 15, 20 nein sage und schreibe 25km nur abwärts ohne bremsen und ohne treten. Und kommen so doch noch an unserem Ziel in Saveh an.
Übernachtet haben wir dann nicht im Zelt, wir wurden eingeladen vom Inhaber einer Station für Fahrzeugkontrolle (TÜV) aber das ist eine ganz andere Geschichte.
Beispiel 2: Mo. 17 Mai 2011
Früh stehen wir auf, packen das Zelt zusammen und fahren um 7.00 Uhr los. Es hat wie gehofft noch keinen Wind. Es geht stetig leicht bergauf. Bis zur Mittagspause haben wir
stattliche 77km in den Beinen. Danach folgen weitere 15km bis zum höchsten Punkt auf 2151müM. Eingekauft haben wir bereits in Delijan, also wäre es jetzt schon langsam an der Zeit für einen gemütlichen Zeltplatz zu schauen. Aber wie bestellt setzt plötzlich Rückenwind ein, zudem geht es ganz, ganz leicht, kaum sichtbar abwärts. Der Wind wird stärker und wir gleiten auf einer Hochebene dahin ohne zu pedalen. Vorerst freuen wir uns über die ersten zehn Kilometer ohne jegliche Anstrengung, dann sausen wir weiter mit bis zu 36 km/h im flachen und wenn es leicht runtergeht in die nächste Ebenen, haben wir bis zu 56 km/h auf dem Zähler. Das hat so riesig Spass gemacht, dass wir nicht mehr mit fahren aufhören wollten und uns so 90km weit treiben liessen. Am Ende des Tages hatten wir dann sagenhafte 182 Kilometer auf dem Tacho und waren 40 km vor Isfahan.
Isfahan - eines unserer Traumziele ist erreicht. Moschen, die vielen alten Brücken über den Fluss, der kein zur Zeit überhaupt kein Wasser führt und vor allem die Bazare und der Altstadtteil haben es uns angetan. Man fühlt sich teilweise um Jahrhunderte zurückversetzt,
wären da nicht die vielen Autos und Motorräder. Isfahan ist eine unerwartet grüne Stadt mit vielen Parkanlagen und kühlen Baumalleen - eine überaus leben- und liebenswerte Stadt.
Dem Medicus sind wir noch nicht begegnet - aber vielen anderen netten und gebildeten Leuten.
Drei Monate im Jahr führt der Fluss kein Wasser und die Tretboote liegen auf dem Sand.
Wir entschlossen uns den Abstecher in den Süden nach Shiraz mit dem Bus zu machen, um die insgesamt ca. 1000km hin und zurück zu sparen und dann fit genug zu sein von Isfahan via Yazd durch die Wüste nach Mashad zu fahren.
Shiraz besuchten wir als Ausgangsort für die Besichtigung von Persepolis, Naqsh-e Rostam
und Naqsh-e Rajab.
Persepolis muss nicht nur riesig gross gewesen sein, sondern wunderschön mit allerfeinster Steinmetzarbeiten verziert. Vor über 2500 Jahren wurde die Stadt erschaffen und bereits 200 Jahre danach durch Alexander den Grossen bei seinem "Besuch" abgebrannt und zerstört.
Der Abstecher hat sich wirklich gelohnt. Jetzt zurück in Isfahan freuen wir uns endlich wieder in die Pedale treten zu können. Die Beine schmerzen vom bummeln mehr als vom velo- fahren.

.......übrigens

es hat leider nicht gestimmt mit unserer Vorstellung, dass es in der Wüste Nachts abkühlt auf Null Grad. Abends hatten wir meist noch 40 Grad am Schatten und vor Sonnenaufgang, wo es eigentlich am kältesten ist, noch
28 Grad. Der Sternenhimmel Nachts ist dafür traumhaft schön und bei jeder Sternschnuppe haben wir uns etwas gewünscht. Klar können wir nicht ver-
raten was, sonst gehen die Wünsche ja nicht in Erfüllung.
.... durch die Wüste nach Mashhad
Nach dem Abstecher nach Shiraz sind wir endlich wieder auf unseren Rädern und verlassen Isfahan am Freitag 27. Mai in Richtung Yazd. Anfangs läuft alles absolut super, wir sind schnell unterwegs durch die immer kargere Gegend - es ist flach oder geht kaum spürbar runter. Nach ca. 50 km beginnen Brigittes Knies zu schmerzen. Erst nur links, dann auch rechts. Nicht der Muskel oberhalb, sondern direkt inwändig unter der Kniescheibe. Die Schmerzen nehmen rasant zu und nach 75 km in Kuhpayeh wo wir einen Laden suchen der offen hat (es ist ja Freitag) wissen wir nicht wie das weitergehen soll. Erst mal eine längere Pause. Wir finden einen Laden direkt neben einem kleinen Pärkli in dem wir uns nach dem Einkauf hinlegen wollen. Der Einkauf dauert dann etwas länger, denn Mohammed ein weiterer netter Iraner, zufällig auch im Laden, kauft für uns zwei alkoholfreie Biere, eins mit Pfirsich- und eins mit Zitronengeschmack, welche wir nicht ausschlagen dürfen. Er will auch gleich unsere Einkäufe bezahlen, aber das können wir noch verhindern. Mohammed kann ein wenig englisch und lädt uns zu sich nach hause ein, wo wir auch Duschen dürften. Wir möchten uns aber lieber auf unsere Mätteli in den Park legen und das versteht er zum Glück auch. Eine Stunde haben wir schon Rast gemacht dort, dann erscheint Mohammed wieder mit einem Tablett und Tee und süssen Beilagen. Man wird halt einfach verwöhnt hier.
Nach 2.5 Std. fahren dann weiter und die Knies werden noch schlimmer - dann wird aber klar, woher der Schmerz kommt. Im Iran sind ja lange Hosen angesagt für Brigitte, nun ist es aber so heiss, dass der Schweiss nicht trocknet und der Widerstand Stoff - Haut zunimmt.
Diese permanente Mehrbelastung hat den Schmerz ausgelöst. Wenn die Hose hochgerollt ist verschwindet er, aber dies geht ja per Gesetz nicht. Jetzt gibt es aber nur noch zwei Lösungen, weiterfahren und gegen das Gesetz verstossen, oder nicht mehr fahren. Wir ent-
scheiden uns für weiterfahren. Natürlich ist uns unwohl - und natürlich rolle ich die Hose sofort wieder runter, wenn ein Dorf naht, was glücklicherweise sehr selten ist. Aber dann ist die Reizung sofort so gross, dass ich kaum mehr treten kann. Etwas später fand ich dann eine Lösung, die Hose nicht ganz hochzukrempeln, sondern mit einem Gummi unterhalb des Knies so zu raffen, dass es eine Pluderhose gegen oben gibt und das Knie voll beweglich bleibt. So sind zwar die Waden sichtbar aber wir hoffen mal, dass die Sittenpolizei bei den Radfahrern ein Auge zudrückt.
Einen Tag später werden wir von der Polizei mit der Kelle auf der Strasse nach Na'in gestoppt. Uns beiden wurde sofort mehr als unwohl. Doch nicht die freien Waden und Knöchel waren das Problem, der Polizist verlangt unsere "Driver Licence". Wären wir spontaner gewesen, hätten wir unsere Impfbüchlein oder das Halbtax Abi gezeigt - dass es für Fahrräder keinen Führerschein braucht hat er uns zuerst nicht glauben wollen, aber am Schluss hat er sich mit der Kontrolle unserer Visas in den Pässen begnügt. Das Gute daran: Brigitte radelt jetzt mit weniger unguten Gefühlen mit den entblössten Waden und Knöcheln durchs Land.

Nach drei Tagen sind wir in Yazd, eine der ältesten Städte in Iran. Die Altstatt ist noch so wie man sich eine Oasenstadt vorstellt: Enge, zum Teil überdachte Gassen - die Häuser aus sonnengetrockneten Lehmziegeln gebaut und mit Lehm und Stroh verputzt.
Hier findet das Leben in den frühen Morgenstunden und am Abend statt. Tagsüber ist kaum jemand anzutreffen denn es ist viel zu heiss.
Das Silkroad Hotel ist eine einfache aber total gemütliche Bleibe und die Küche wunderbar, so dass wir gerne ein paar Tage bleiben. Hier treffen wir auch andere Reisende unter anderem 2 Sprachwissenschaftler aus Moskau, welche sich für die Weiterentwicklung der
verschiedenen Iranischen und anderen im Land gesprochenen Sprachen interessieren und diese immer wieder erneut Dokumentieren. Es stellt sich heraus, dass Leila ursprünglich aus Tadschekistan stammt - und so kann sie uns ganz viele Tips geben für dieses Land welches wir ja später auch bereisen. Der "Herr Zufall" ist also wieder wunderbar am mischeln für uns.
In Yazd wird einem nicht langweilig ein sehr interessantes Wassermuseum zeigt genau auf, wie die Bewässerungssysteme in den Oasen funktionieren und wie die Reservoires mit den Kühltürmen gekühlt werden. Die Häuser werden immer in den Boden hinein gebaut und haben eigentlich Stockwerke gegen unten wo es dann dank der Kühltürme und des tief unten fliessenden Wassers angenehm kühl bleibt.
Yazd ist leider auch ein Beispiel dafür, dass bei zu hohem Wasserverbrauch der Wasserspiegel absinkt und die ganzen Anlagen nicht mehr richtig funktionieren und auf Pumpen zurück gegriffen werden muss.
In Yazd beheimatet die grösste noch aktive Gemeinde der Zoroastrians. Zoroastianismus
war die Hauptreligion auf dem Iranischen Plateau bevor der Islam verbreitet wurde.
Dies war eine der ersten Religionen die 1000 - 1500 vor Christus nur einen einzigen allmächtigen Gott postulierte. Jeder von uns kenn den Satz "also sprach Zarathustra"
und eben dieser Zarathustra hat diesen Glauben begründet. In Ateshkadeh (Feuertempel)
brennt eine uralte Flamme die immer weitergegeben wurde bis sie 1474 in Yazd war. (Details lest ihr am besten im Internet nach - das ist wirklich sehr interessant.)
4 Kühltürme, welche den feinsten Hauch des Windes einfangen und so das Wasser im Reservoir kühlen, welches wie ein Ei tief in den Boden gebaut ist.
Extremfrüh, noch in der Dunkelheit, brechen wir am 1. Juni auf in die Wüste Dasht - E - Kavir auf der Nebenstrasse Richtung Kharanaq auf. Die Naturstrasse ist besser zu erkennen als wir erwartet haben, aber die Verzweigungen stimmen ganz und gar nicht mit unserer Karte überein. Zum Glück ist der Orientierungssinn von Klemens ausserordentlich gut - wenn er sagte, wir müssen links an diesem Hügelzug vorbei, oder: ich denke da geht es rechts um den Felsen hat es immer gestimmt.
Wir hatten viel Wasser dabei auf diesen Etappen, wussten aber, dass der zweite und dritte Tag heikel würden, da es mit den Oasen für Velofahrer nicht aufgeht.
Geschlafen haben wir unter anderem bei einem Wüsten-Wasserreservoir das allerdings nicht mehr funktionstüchtig war, aber wir hatten genug Wasser mit dabei.
Einkaufen konnten wir jeweils bei Tankstellen, wo wir die grösste Hitze vorbeiziehen liessen.
In Badam waren wir am Mittag und wussten, dass wir für 2 Tage Wasser laden müssen.
Von dieser Tankstelle gibt es 180 km gar nichts mehr ausser grosse Hitze, Steine und Sand.
Klemens hat den Wassersack mit 9 Liter (es gehen keine 10 Liter rein - wie draufsteht)
vorne je 1 Flasche à 1,5 L auf den Satteltaschen - und 2 Flaschen am Fahrrad = 14 Liter
Brigitte 2 Flaschen am Velo, je 1 Flasche vorne auf den Satteltaschen, 1 Wasserflasche und 1 Liter Saft in den hinteren Satteltaschen und 2 Flaschen am Rackpack. + 1 kleine Flasche mit Waschwasser 0,75 L = 12,25 Liter
So fahren wir dann gegen Abend los, um noch möglichst weit zu kommen vor dem Einnachten und uns dann einen Schlafplatz zu suchen. Vorbei an einem grossen Salzsee, welcher in der Regenzeit tatsächlich mit Wasser gefüllt wird. Wider erwarten kommen wir vor dem eindunkeln an eine Mosche mitten in der Wüste. Den Amerikanern sei Dank. Denn hier sind in einem Sandsturm 5 Ami-Helikopter abgestürzt, welche bei der Befreiungsaktion der Amerikanischen Geiseln währen der Revolution eingesetzt wurden. Wir nahmen diesen Schlafplatz dankend an und wunderten uns nicht mehr darüber, warum die Stätte nicht in unserer Karte eingezeichnet war. .....und hier gab es sogar Wasser. Leider kühlt es in der Nacht ja nicht wie erwartet richtig ab, so sind die Nächte nicht ganz so erholsam. Zudem sind wir jeweils ca. 3.15 Uhr aufgestanden, je östlicher desto früher, so konnten wir 1 Stunde in der Dämmerung vor Sonnenaufgang fahren.
Am dritten Tag haben wir uns am Mittag zur Siesta in einer Wassrunterführung verkrochen in der Hoffnung der Schatten bringe etwas Kühlung. Weit gefehlt, der einsetzende Wind wurde so vom Sand aufgeheizt, dass wir uns vorkamen wie Dörrobst in einem Ofen. Es war wirklich fast nicht auszuhalten und hat richtig gebrannt auf der Haut. Nach 1,5 Std. entschlossen wir uns trotz der Hitze weiterzufahren, weil wir hofften dass fahren angenehmer ist als am Schatten zu sitzen. Völlig überhitzt sind wir am späten Nachmittag in Tabas angekommen - den Laden bei der Tankstelle kurz vor Ortseingang haben wir dann fast leergetrunken - denn dort gab es gekühltes Wasser und Saft.
Nach diesen Strapazen gönnten wir uns einen Ruhetag in der Oase Tabas.
Wir haben dann vergessen die Hosenbeine wieder runter zu lassen und tatsächlich kommt ein Polizist auf dem Motorrad und bittet uns dies sofort zu tun, denn Tabas sei eine islamische Stadt. Da wird nicht schlecht gestaunt, dass Klemens an seine kurzen Hosen einfach Hosenbeine mit einem Reissverschluss ansetzen kann.
Wir werden überhaupt oft bestaunt und fotografiert. Einheimische stellen sich neben uns und machen Gruppenbilder mit 2 Velofahrern. Wir sind in dieser Gegend echte Exoten.
Diese Pilgergruppe aus Syrien, kommend aus Mashhad, wollte sich unbedingt mit uns fotografieren. Brigitte hat den Spiess dann kurzerhand noch umgedreht. Wir wurden von ihnen nicht nur fotografiert sondern auch noch mit Getränken und Süssigkeiten beschenkt.
Nach vielen Schildern die vor Kamelen warnen machten wir schon Witze, dass es hier gar keine wilden Kamele mehr gibt. Eines Morgens rochen wir und sahen wir sie. Und ein weiteres mal kam uns "dr Sidi Abdel Asser vo El Hama" in den Sinn.

Über Eshq Abad und Sälehiyeh kamen wir in Bardeskan an. Einer grösseren Stadt in der es endlich wieder Früchte zu kaufen gab. Morgens um 8.45 Uhr feierten wir mit Melonen, Bananen, Kirschen und alkoholfreim Bier die erfolgreiche Wüstendurchquerung. Ab hier wird es zunehmend grüner, die Ortschaften liegen dichter beieinander.
Auf dem Höhenzug zwischen Torbat und Mashhad kommen wir doch tatsächlich noch in ein Gewitter. Herrlich - es wird kühl und der Regen fühlt sich einfach super an. Für die letzen Kilometer gehen wir dann auf die gebührenpflichtige Autobahn. Das Verbotsschild haben wir dummerweise übersehen. Die Polizisten im Hintergrund hat's auch nicht gestört und entgegen der Aufforderung langsamer zu fahren, gaben wir etwas mehr Gas. Der Kassier im Zahlhäuschen meinte zu uns, für Velofahrer sei die Autobahn gratis.
Wir sind jetzt in Mashhad der heiligsten Stadt im Iran. Hierhin zum Schrein des Imam Reza Pilgern tausende. In der berühmten Haram-e Razavi Anlage mit Mosche, Schrein und Museen herrscht absolutes Fotografierverbot. Die wenigen Fremden welche hier vorbeikommen werden dafür wie Gäste betreut und begleitet.
Leider müssen wir hier in der Stadt ausharren, weil die Visa-Genehmigung der Botschaft in Wien nicht mehr gültig sei. So läuft das ganze Visa Prozedere für Turkmenistan wieder von vorne und wir "dürfen" warten als hätten wir nie ein Visum gehabt. Zum Glück sind wir zeitlich sehr gut dran und kommen deswegen nicht in Schwierigkeiten.


Es hat dann doch noch geklappt, und wir erhalten für Turkmenistan ein 5 Tage Transitvisum.
5 Tage sind für diese Strecke von 490km sehr kurz zumal wir mit schlechten Strassen und Gegenwind rechnen müssen und erneut mit Wüste und Hitze.
Das Visum ist vom 25. Juni - 29. Juni gültig, nur genau an diesen Tagen dürfen wir das Land passieren. Weil wir bis zur Einreise noch genügend Zeit haben, stellen wir uns eine schöne "Umweg-Tour" an den Grenzort Sarakhs zusammen und können so die Hauptstrassen meiden. Wir verlassen Mashhad in Richtung Kalat überqueren einen Pass und kommen in eines der schönsten und wildesten Täler das wir im Iran befahren haben. Die Strasse führt durch eine wahnsinnig schöne Schlucht an deren Ende sich eine Oase mit Nussbaumhain,
Picknickplatz und einem kleinen Laden befinden. Weil es so wunderschön ist, beschliessen wir nicht nur die Mittagssiesta hier zu verbringen, sondern auch gleich das Zelt aufzu-schlagen und zu übernachten.
Am nächsten Morgen, in aller Früh geht es weiter. Immer an dem Bächlein entlang, das auch die Oase speist. Durch zwei Dörfer welche mit Sicherheit noch nicht viele Touristen gesehen haben, an die nächste Kreuzung, wo wir uns wiederum für den weiteren Weg (also noch mehr Umweg) entscheiden weil es landschaftlich einfach so schön ist. Im ersten Dorf wo wir einkaufen wollen gibt es keinen richtigen Laden. Als wir nach "Market" fragen holt jemand einen Schlüssel, öffnet einen Schopf. Auf den Regalen stehen ein Paar Dosen Fisch, 2 Dosen Tomatenpüree, etwas Waschpulver am Boden ein Korb mit Zwiebeln. Leider keine Trinkwasser-Flaschen. Also entscheiden wir und für die Dose Tomatenpüree. Nein zahlen dürfen wir die Dose nicht, dafür werden wir im Nachbarhaus zum Tee eingeladen. Und natürlich gleich auch fotografiert mit dem Handy. Die Situation ist abstrus. Man ist in einem mittelalterlichen Dorf, die Einwohner traditionell gekleidet und nicht wir, sondern die Bewohner zücken die Kamera und fotografieren die Exoten von Velofahrern.
Als wir in den Ort Chahchaheh einbiegen kommt uns ein Grenz-Militär Pickup entgegen, drei Personen, ganz schön bewaffnet, steigen aus und stoppen uns. Pass Kontrolle, Visa Kontrolle und die Aufforderung sie auf den Posten zu begleiten. Gleich am Ende des Dorfes ist der Stützpunkt wo man uns anweist vor dem Tor zu warten. 2 Bewaffnete bleiben und bewachen uns. Eigentlich wollten wir im Dorf Mittagspause machen, mittlerweile ist es 11.00 Uhr und wird immer heisser. Wir versuchen, da wir kein Farsi und die Militärler nur ganz, ganz wenig englisch können, anhand der Karte zu erklären, dass wir auf dem Weg nach Sarakhs sind. Machen auch noch eine Zeichnung um zu erklären, wo wir zu übernachten gedenken. Das funktioniert letztendlich - alles sieht gut aus. Die Militärler funken und telefonieren wie wild und ...wir warten.
Plötzlich entdecken sie am Lenker von Klemens das GPS. Von nun an wird's komplizierter.
Das GPS wird mit einer Wolldecke abgedeckt. Noch mehr Telefone und Funksprüche und dann nach knapp 2 Stunden in der Mittagssonne heisst es: "der Comander will euch sehen."
Der wiederum ist in Kalat, gut 120 km entfernt, notabene in falscher Richtung.
Velo und Gepäck auf den Pickup - Sightseeing durch die Wüste. Gegen 14.30 Uhr sind wir dann in Kalat und werden von 5 Militärpersonen - alle hoch dekoriert - und einem Zivilisten empfangen. Der Zivile ist ein vollgefressener dicker Sack, welcher sich später als Geheim-dienstler heraus stellt. Einer der Herren spricht englisch und ist unser Dolmetscher.
Dann geht's los: wie, wo, wann, was, wieso. Wir mussten alles aufzählen was wir im Iran gemacht haben, wen besucht, wen getroffen, wo gewohnt und immer wieder die Frage, wieso wir genau diese Route gewählt haben, wo es doch auf der Hauptstrasse viel näher gewesen wäre nach Sarakhs zu kommen.
Das Verhör lief so richtig nach Kommissar Columbo ab. Immer wenn wir meinten, so das war's, kam das nächste. - habt ihr auch Kameras - klar - also zeigen. Sie schauen sich die ganzen Bilder an: und wo ist da, und wer ist das, und bei wem ist das usw.......
anschliessend wollen sie eine unsere Taschen sehen. Genau die Tasche mit dem Elektronikzeug, so finden sie die externe HD und die Maus. Haben Sie ein Laptop?
Ja. Zeigen. Sie wollen alles sehen... auf dem Laptop, auf der HardDisk. Klemens ist bravourös im zeigen - sie bekommen nur die hälfte zu sehen und das ganze hält sich so zeitlich etwas in Grenzen. Wir werden sehr gut behandelt, aber alles ist sehr nervig. Jetzt gibt es in aller Gemütsruhe zu Essen. Wir denken es sei nun endlich fertig und wir hätten sie überzeugt, dass wir keine Spione sind.
Weit gefehlt, nach dem Essen geht es weiter. GPS: was habt Ihr alles aufgezeichnet.
Natrülich ist die ganze Route im Gerät gespeichert. Klemens kann den aufsässigen Zivilen aber davon überzeugen, dass keine einzelnen Punkte markiert wurden. Alles wird fein säuberlich protokolliert mit Durchschlagspapier, in 5 Versionen, und es gab wahrlich viel zu schreiben.
Wie habt ihr diese lange Reise finanziert. Dass man sich so was zusammensparen kann war für sie fast nicht verständlich.
Mittlerweile ist uns erklärt worden, wir hätten eine verbotene Strasse benutzt. Leider ist aber genau diese Strasse ganz normal auf der Karte eingezeichnet, welche wir im Iran gekauft haben, zudem gab es keinerlei Hinweisschilder, dass man da nicht fahren darf. Leider genügt dies nicht als Beweis, dass wir nicht aus falscher Absicht da gefahren sind.
In der Zwischenzeit ist es 18.00 Uhr. Jetzt würden sie gerne all unsere Gepäcktaschen kontrollieren. Völlig verblüfft und teilweise mit offenem Mund bestaunen sie unsere Ausrüstung die wir aus den Ortliebtaschen "zaubern" und lassen sich die verschiedenen Artikel erklären. Bei der Unterwäsche von Brigitte wird es ihnen immerhin recht peinlich.
Unser Übersetzer mein dann endlich: wenn alles gut läuft, könnten wir morgen schon gehen.
Morgen????? wir sind entsetzt und sagen das auch. Wir müssen weiter, sonst gibt es ein Problem mit unserem fixen Einreisetermin nach Turkmenistan.
Nach 19.00 Uhr geht dann irgendwie ein Ruck durch den Raum und alles geht schnell - vielleicht war ja Dienstschluss. Sämtliche Papiere waren ausgefüllt und von jedem der Militärler unterzeichnet. Wir bekamen unsere Pässe zurück mit der klaren Anweisung sofort zurück nach Mashhad zu reisen, und dort auf den ganz normalen Route nach Sarakhs zu fahren. Wir werden noch an den Busbahnhof von Kalat chauffiert. 19.30 Uhr sind wir wieder frei - allerdings ist der letzte Bus bereits um 16.00 Uhr abgefahren.
Wir organisieren einen Pickup der uns zurück nach Mashhad bringt - sogar der Preis hält sich in Grenzen, weil wir noch drei einheimische Passagiere finden die mitfahren.
Ein Soldat bleibt bis zum Schluss bei uns - die wollen also ganz sicher sein, dass wir wirklich zurück fahren.
Um 23.30 Uhr sind wir dann zurück in Mashhad. "Unser" Hotel ist schon geschlossen und wir legen uns im Park in der Nähe auf unsere Mätteli und fahren am nächsten Tag in aller Frühe wieder los Richtung Sarakhs. Diesmal auf der offiziellen Strasse.
Diese Strecke war dann weit weniger schön zudem kamen wir noch in einen Sandsturm und wurden regelrecht sandgestrahlt.
Am 25. Juni fuhren wir frühmorgens an den Grenzübergang in Sarakhs und waren die ersten welche an diesem Tag die Pässe der Grenzpolizei vorlegten. Wir sollen uns einen Moment setzen und warten. Nachfolgende Personen mussten sich auch kurz in den Warteraum setzen, konnten dann aber die Pässe wieder abholen. Bei uns hiess es jedes mal: Noch warten. Wenn wir fragten: Wo liegt das Problem? Kam lediglich die Antwort
"no problem, wait". So wurde es 10.00 Uhr, 12.00 Uhr und jedes sich wehren war erfolglos.
Irgendwann hiess es, es gäbe da noch ein paar Fragen zu klären, aber welche Fragen wussten wir nicht. Kein Problem - bitte warten. Ja schön, kein Problem - für die Grenzpolizei vielleicht nicht, aber für uns, wo wir ja für Turkmenistan nur ein 5 Tage Visum haben war jede Stunde warten eine Stunde weniger fahren. Es wurde 14.00 Uhr 15.00 Uhr und wir begannen daran zu zweifeln ob die uns überhaupt noch ausreisen lassen. Wait please!
Kurz nach 16.30 Uhr bekamen wir unsere Pässe abgestempelt mit einem handschriftlichen
Zusatz (wir können nicht lesen was da in Farsi geschrieben steht) und es heisst: go, go!!
In Turkmenistan sind wir an diesem Tag die letzen die einreisen, glücklicherweise gehen alle Formalitäten schnell und reibungslos. Leider haben wir nun einen ganzen Tag verloren.
Im ersten Dorf reicht es noch zum Geldwechseln dann fahren wir ca. 20 km und kommen an einen Militärcheckpoint. Pässe abgeben und Landkarten abgeben. Das darf doch nicht wahr sein. Wir sind auf einer Nebenstrasse - ist dies wohl auch eine verbotene Strasse. Nach kurzem check bekommen wir alles zurück, müssen auf der Karte zeigen wo wir durch wollen und bekommen ein wohlwollendes yes, yes zu hören. Alles i.O.
Da es zwischenzeitlich kurz vor dem eindunkeln ist, fragen wir, ob wir nicht gleich hier beim Checkpoint zelten dürften. Kein Problem. Nach dem Essen kommen dann noch 3 Militätler zu uns rüber mit einer Flasche Wodka, den man aus Teetassen trinkt.

Jetzt war Eile angesagt, da wir die Streck in der vorgeschriebenen Zeit schaffen müssen - klar gäbe es ab Mary einen Zug - aber ein bisschen ehrgeizig sind wir schon. Bisher haben wir ja auch jeden Meter aus eigener Muskelkraft geschafft.
Also um 02.30 Uhr aufstehen und noch im dunkeln los. Das war nicht ganz einfach bei den total schlechten Strassen aber es hatte dafür überhaupt keinen Verkehr auf der gewählten Nebenstrecke. An diesem Tag schaffen wir 180 km (am Vormittag kein Wind, am Nachmittag nur sehr leichter Gegenwind) Tags darauf mit Gegenwind dann 144km. Wobei wir bis 9.00 Uhr 80km gefahren sind und dann Siesta bis 14.00 Uhr machten, weil es sonst mit dem Schatten nicht aufgegangen wäre. Am dritten Tag fuhren wir 96 km bis nach Turkmenabad und konnten uns dort etwas ausruhen, da wir dort schon um 10.30 Uhr angekommen sind.

Turkmenistan ist ein sehr spezielles Land. Beispielsweise gibt es keine Wegweiser - in Städten muss man immer fragen wo's lang geht und die wenigsten kennen den Weg zur nächsten Stadt. Es gibt Autos und Fussgänger, Töfflis und Motorräder sind sehr selten.
Wenn man aus einem Land kommt in dem kein Alkohol getrunken wird ist es richtig extrem was hier teilweise schon zum Frühstück an Wodka getrunken wird. 2-3 Wassergläser scheinen normal zu sein. Wie uns erklärt wurde, konsumieren die 500'000 Turkmenen im Grossraum Turkmenabad 1,5 Millionen Flaschen Wodka pro Monat. Wenn diese Zahl wirklich stimmt ist das ja echt tragisch. Die Städte sind sehr russisch geprägt und irgendwie spürt man den Kommunismus schon noch. Fotografieren darf man zwar schon, aber man solle doch zur Sicherheit immer einen Polizisten fragen. Als wir das Eingangstor von Turkmenabad fotografieren wollen werden wir sofort zurückgepfiffen. Irgendwie hat es uns in diesem Land nicht so gefallen aber in 4 Tagen kann man sich auch nicht einleben. Die Läden sind kaum angeschrieben auch hier muss man suchen und sich durchfragen. Das Sortiment ist ebenfalls bedenklich: kaum Gemüse das heisst ein paar Gurken und faulige Tomaten sowie Kartoffeln ist alles. Wassermelonen als Fruchtsortiment - auf der Strasse findet man auch Honigmelonen - wenig Frischprodukte wie Wurst und Yoghurt und Butter.
3 Sorten Teigwaren und Brot. Ganz wenig Büchsenprodukte Fisch und Erbsli. Dann aber ein ganzes Regal voll unterschiedlichster Wodka Sorten. Na ja - da war uns der alkoholfreie Iran echt lieber und man versteht jetzt auch eher, warum der Alkohol dort gänzlich verboten ist, wenn das Nachbarland ein solches Problem hat.
Bevor wir in Usbekistan einreisen feiern wir unsern achttausendsten Kilometer als Kilometerfresser. Wir sind echt happy. Hier sieht man im übrigen den Sattelüberzug von Brigitte. Der schwarze Brooks Sattel hat immer auf ihre hellen Hosen abgefärbt - jetzt nicht mehr. (und der selbstgenähte Überzug ist abnehmbar und waschbar)

Am 29. Juni haben wir ohne grossen Papierkram die Usbekische Grenze überschritten und sind nach Bukhara gefahren. Hier bleiben wir ein paar Tage und wie es im Moment aussieht sogar noch 1-2 Tage länger, da wir beide etwas aufgelesen haben und dauernd zur Toilette rennen. Ist aber halb so wild, kommt nur unten raus. Wir werden uns jedenfalls Zeit lassen hier noch einiges anzuschauen, freuen uns aber bereits auf alles was noch kommt.


Kashgar, eine weitere wichtige Stadt an der Seidenstrasse liegt in China.
Die meisten Einwohner sind Uiguren islamischen Glaubens, aber auch Chinesen leben hier.
Marco Polo kam 1275 hier vorbei. 16 Jahre vor dem Rütlischwur. Wir sind
am 5. August 2011 hier angekommen in weniger wichtiger Mission aber mit ebensoviel Engagement, Entdeckungshunger und Abenteuerlust.
Strassen, Holperwege, Pisten und Bachbette haben wir hinter uns. Den auf
der Route bisher höchsten Pass mit 4655 m haben wir gepackt. Die ganzen 10500 km von Fräschels bis hierher mit eigener Kraft bewältigt - die Räder wurden nie verladen. Zugegeben, wir sind etwas stolz auf uns.
Brigitte auf Klemens und Klemens auf Brigitte.
Leider hat es sich bewahrheitet: der Grenzübergang von Samarkand (Usbekistan) nach Penjakent (Tadschikistan) ist aus politischen Querelen geschlossen. So entscheiden wir uns nicht den grossen Umweg nach Samarkand zu fahren um dann wiederum nach Süden zu müssen, sondern den direkten Weg zum geöffneten Grenzübergang bei Denov zu nehmen.
Am 4. Juli fahren wir los Richtung G'uzor wo wir Mittags am nächsten Tag eintreffen und nach dem Lunch unsere Siesta im Stadtpark machen wollen. Es ist furchtbar heiss - das Thermometer zeigt 51 Grad - wir halten es fast nicht aus, versuchen trotzdem etwas zu schlafen. Da taucht eine Frau mit einem jungen auf. Scharga, scharga. Es sei heiss, zu heiss. Wir sollen mitkommen. Erst begreifen wir nicht ganz worum es geht, aber dann gehen wir mit bis zu ihrem Haus, gleich auf der gegen-überliegenden Strassenseite. Wir werden in die Küche komplimentiert, wo es Melonen und Tee gibt. Dann dürfen wir im Badhaus duschen und zu guter letzt werden wir angehalten uns in einem gekühlten Raum zur Ruhe zu legen. Solche Geschichten kann man kaum glauben aber uns sind immer wieder die tollsten Dinge passiert. Als wir erholt aufstehen, dürfen wir nicht gehen, bevor wir nicht noch Plov (Pilav) mit etwas Fleisch gegessen haben. Gestärkt ziegen wir gegen Ende des Nachmittags weiter.
Tags darauf folgt, was irgend einmal kommen musste. Erstens kriegen wir etwas den Hitze- und Ebenen-Koller. Wir haben es satt durch endlose Weiten zu fahren und immer, egal ob in Bewegung oder nicht, Schweiss überströmt zu sein. Und zweitens fängt Brigitte genau in diesem Moment ihren ersten Platten ein. Dieser ist zwar repariert, aber aus der Traum von
"bis China ohne Plattfuss".
Zum Glück steht nach dem Lunch die Fahrt Richtung Oqravot-Pass an. Also Aussicht auf etwas Kühle.
Und einmal mehr haben wir Glück. Ein leichter Gegenwind treibt uns förmlich in die Höhe. Es macht riesig Spass endlich wieder einmal bergwärts zu fahren. Die Strasse ist sehr gut und unsere Laune steigt wieder. Die Eisenbahn führt ebenfalls über den Pass und der Güterzug ist einiges langsamer als wir. Wir erreichen die Passhöhe und zelten kurz danach in der Kühle. Beim waschen kriegen wir etwas Gänsehaut und freuen uns über das Gefühl von frösteln. Die Abfahrt am Tag darauf können wir in einem Langarm-Pulli geniessen und aller Frust ist wie weggeblasen, obwohl es gegen unten natürlich wieder warm wird.
Via Denov fahren wir zur Grenze Tatschikistans. Es wird langsam grüner und es gibt endlich wieder Bäche. Wir sehen uns satt an den Farben, geniessen die fruchtbare Gegend und erreichen Dushanbe am 9. Juli.
In Dushanbe ist das Adventures-In, eine Traveller Herberge, leider völlig ausgebucht und im Garten stehen bereits viele Zelte und wir entscheiden uns für das Vakesh Hotel im Stadt-zentrum. Ein Hotel aus russischer Zeit - noch heute so geführt. Fürchterlich abgestanden.
Alles ist schmutzig, nichts funktioniert richtig. Mal kommt Wasser, mal gar nicht - mal sogar warm. Die WC Spülung funktioniert erst nicht, wird dann repariert - geht wieder nicht - Klemens flick sie dann richtig. Wenigstens brauchen wir uns keine Gedanken zu machen, dass wir das Hotelzimmer als Werkstatt missbrauchen. Die Velos stellt Brigitte für die Reinigung kurzerhand in die Badewanne. Alles wird auf Vordermann gebracht, gereinigt, geflickt, geölt.
Hier kaufen wir richtig Essensvorräte für den Pamir ein, wo viel Produkte bereits in Khorog nicht mehr zu kaufen sein werden. Dörrfrüchte, Nüsse, Müesli und Flocken, Kartoffelpüre, Trockengemüse und Saucenpulver. Teigwaren werden wir überall bekommen.
Wir geniessen die türkische Küche im Café Merve und die bunten Dessert-Glacé welche viel besser schmecken als sie aussehen. Nochmals tanken vor den anstehenden Entbehrungen.
In Dushanbe gibt es viele Springbrunnen und nach all den trockenen Landschaften kommt uns dies wie eine unendliche Wasserverschwendung vor - unser Verhältnis zu Wasser hat sich in den letzten Wochen sehr verändert.

Am 11. Juli fahren wir los Richtung Karatosh, die letzen 15km sind Baustelle und wir fahren wie in einem staubigen Bachbett - schon sieht man nicht mehr wie gepflegt unsere Räder sind. Tags darauf entscheiden wir uns über den Shar Shar- Pass zu fahren und nicht den neuen Tunnel zu nehmen. Super - absolut kein Verkehr, recht gute Strasse und zur Belohnung eine wunderbare Aussicht auf den Norak Stausee.
Wir haben uns für die Südroute nach Khorog entschieden, also die Winterroute über den tieferen Pass und entlang der afganischen Grenze. Kurz vor dem Pass haben wir campiert. Als es restlos dunkel ist geht eine wilde Schiesserei los. Natürlich sind wir extrem erschrocken bis wir feststellten, dass es sich um eine Militärübung handelt und direkt unter uns "nur" mit Leuchtmunition geschossen wurde. Das sieht im übrigen äusserst spannend aus.
Tags darauf dann die spektakuläre Abfahrt an den Grenzfluss Panj. Das dunstige Wetter verleiht der Landschaft einen äusserst mystischen Charakter.

Die Schotterstrasse ist zeitweilig richtig mühsam. Zu tief stecken die Räder im Sand oder zwischen den Steinen. Eine zeitlang befürchten wir auf diesen Strassen nie in Khorog anzukommen. Je höher wir dem Panj folgen, desto besser und klarer wird das Wetter.
Jede Biegung des Flusses hat wieder ein anderes Gesicht und so bleibt die anstrengende Fahrt spannend.
In Kalarkuni kann man wieder etwas einkaufen. Hier treffen Winter und Sommerroute zusammen aber auch jetzt hält sich der Verkehr total in Grenzen. Fahrzeuge sind echt selten. Die Schlucht zeigt immer wieder neue Gesichter, der Fluss ist mal total wild dann glatt und zahm. Immer wieder haben wir tolle Zeltplätze. An den Fluss runter kann man nicht, stellenweise ist die Uferzone vermint. Hier in Tadschikistan sind im übrigen schweizer Experten dran diese Ufer von Minen zu befreien. Am Sonntag 18. Juli sind wir in Khorog.
Zuvor fängt Klemens an diesem Tag gleich 2 Plattfüsse ein. Den ersten hat er noch locker weg gesteckt, beim zweiten eine halbe Stunde später bin ich froh, dass keine Tonband- aufzeichnungen gemacht wurden.

In Khorog sind wir in der Pamir Lode abgestiegen. Die 7 Zimmer sind meist ausgebucht und wir hatten Glück. Kaum zu glauben wie viele Fahrradfahrer wir hier treffen. Silvie und Quentin aus der Westschweiz. Martin aus Deutschland, Tom aus England, Paul aus Holland (ihn kennen wir bereits von Mashad her) und Hannes aus Österreich. Jorge aus Spanien ist
kurz vor der Heimreise und wohl der wildeste der anwesenden Radler. Er hat die Teile des Pamir befahren, welche mit Granantie gar nicht befahrbar sind und auch gemeint, er hätte das Velo mindestens 3/4 der Strecke gestossen. Gegessen, respektive getrunken hat er in dieser Zeit nur ein Trockenpulver von Gemüse. Zu diesen Velofahrern gesellt sich noch Joseph aus Deutschland der mit dem Töff unterwegs ist. Wir geniessen es richtig Erfahr- ungen auszutauschen, zu relaxen, zu blödeln, gut zu essen und einfach gar nichts zu machen ausser nochmals einkaufen. Es gibt hier zwar viele Lädeli und auch einen Markt, aber im Grunde genommen haben alle das gleiche bescheidene Sortiment und es ist zum Beispiel wieder einmal sehr schwer Haferflocken aufzutreiben. Aber wir finden ein Geschäft und decken uns gleich richtig ein. Auch ein Internet-Café gibt es, aber eben - die Leitungen sind so schwach, dass es schon fast nicht möglich ist ein Textmail zu versenden.

Nochmals studieren wir die Karten und entscheiden uns die geplante Traumroute via Wakhan-Valley über den Khargush Pass und dann auf dem Pamir-Highway, der M41, nach Sary Tash in Kirgistan zu fahren. 5 viertausender Pässe stehen uns bevor und danach noch ein paar dreitausender. Uns ist klar, das ist kein Zuckerschlecken, wie streng es dann wirklich wird, wissen wir zum Glück bis dahin noch nicht.
Am 20. Juli erwacht Klemens mit einem geschwollenen Gesicht. Er sieht irgendwie ein bisschen aus wie ein Hamster und anfangs finden wir das noch lustig. Woher das kommt können wir uns nicht erklären. Wir haben am Abend davor noch einen Wodka getrunken, ob dieser wohl auf 2000 Meter Höhe solche Spuren hinterlässt? Oder war irgendetwas im frischen Brot, das wir direkt vor der Bäckerei gegessen haben. Gekocht hatten wir am Abend selber also schliessen wir hier den Erreger aus. Könnte es der Lack sein, welcher in unserem Zimmer frisch angestrichen wurde. Riechen konnte man diesen immer noch. Wir kommen zu keinem Schluss und entscheiden uns trotzdem wie geplant los zu fahren.
So geht's am 21. Juli ab ins Wakhan Valley. Die Strasse ist anfangs für tadschikische Verhältnisse richtig gut und schlängelt sich in leichter Steigung das liebliche Tal hinauf. Während die Landschaft karg ist, sind die Dörfer jeweils wie kleine Oasen mit vielen Pflanzen und Bäumen. Wo bewässert wir ist es grün.
Kurz nach dem Mittag hätten wir uns gerne einen Tee gewünscht, wussten aber dass da nicht viel kommt in Sachen "Café oder Restaurant". Aber als hätten unsere Helferli mal wieder gespürt was wir brauchen, kommen wir an einem kleinen Laden vorbei, einem "Mini-Magsin". Wir fragen ob es hier wohl auch Tee gäbe. Klar - ist die Antwort - wir sollen in den Garten kommen. Im Garten unter Aprikosenbäumen werden Decken und Kissen ausgebreitet. Wir können uns hinlegen und es werden Brot, Tee, Gebäck und Aprikosen serviert wie im Schla-raffenland. Gestärkt fahren wir bis Yakhshwol weiter wo wir zelten.
Erst am nächsten Tag, ab Darshai beginnt die Offroad Section. Sehr viel Sand und Bachbett-wege. Wir sehen auf die Gipfel von Karl Marx- und Engelspeak.
Diese Berge heissen heute erstaunlicherweise wie "Piz Lenin" immer noch so. Wir nächtigen im Zelt in Zumudg, wo wir uns bei einem Hof vor den starken Winden und dem herum-wirbelnden Sand schützen. Von hier bis Langar wird die Strasse noch schlechter und wir müssen teilweise durch richtigen Treibsand, den wir in den Bergen nicht erwartet hätten. Im Homestay kurz vor Langar werden wir mit Plov verwöhnt und eine warme Dusche gibt es auch. suuupppper.
Die im Panj- und Wakhan-Valley ansässigen Leute haben keinen mongolischen oder asiatischen Einschlag. Sie sehen eher aus wie Osteuropäer. Die meisten sind Ismaeliten, eine Glaubensrichtung des Islam, welche keine Moscheen kennt. Wie alle Menschen die uns auf dieser Reise begegnet sind, sind auch sie unglaublich gastfreundlich.
Das Gesicht von Klemens ist immer noch geschwollen. Vor allem am Morgen, am Nachmittag verlagert sich das Wasser in die Beine. Diese schwellen extrem an. Zum Glück fühlt er sich aber ansonsten gesund und wohl.
Am 25. Juli fahren wir weiter ins Pamir Tal dem gleichen Fluss entlang. Die steilen Serpentinen beginnen gleich hinter dem Dorf und liefern einen feinen Vorgeschmack auf das was noch kommt. Es geht teuflisch steil hoch. Nix mehr mit fahren - schieben ist angesagt. Wie herbeigezaubert tauchen drei Kinder auf, welche uns sofort mit schieben helfen. Sie stossen unsere Räder mit so viel Enthusiasmus, dass wir sie bitten müssen langsamer zu machen, damit wir mithalten können. Sie deuten uns, dass es noch einige Kurven steil geht aber dann flacher wird. Sie haben einen Sack mit schweren Pfannen dabei, welchen wir sofort auf Brigittes Fahrrad laden. Rachmat, rachmat (danke, danke) rufen sie, dabei sind wir diejenigen die richtig dankbar sind. Rachmat, rachmat, jeder erhält
einen Suomi als wir oben sind. So springen sie, das Nötchen zum Abschied fröhlich winkend in der Hand, seitlich steil den Hang hinauf wo oben wohl eine Alp ist. Diese Kinder sind echt fit. Etwas weiter oben treffen wir wieder einmal auf Paul den Holländer. Wir wussten, dass er wiederum auf der gleichen Route ist, dachten aber er sei schon längst über alle Berge.
Gemeinsam setzen wir bis gegen Ende des Nachmittags unseren Weg fort, dann zieht Paul wieder alleine weiter. Er hat es eilig, denn sein Turkmenistan Visum läuft bald ab.
Und immer wieder steilste Sand- und Steinpartien. Oft kommen wir um's schieben nicht herum. Eine weitere Nacht verbringen wir am wunderschönen Khargush-See direkt vor der Passhöhe.Die Abfahrt ist dann alles andere als reiner Genuss. Geschicklichkeit ist gefragt. Die Strasse ist ebenfalls sehr sandig und schon mit einem Mountainbike ohne Gepäck wäre die Strecke nicht einfach. Brigitte schmeisst es zweimal fast, das dritte mal ist der Sturz nicht mehr zu vermeiden. Glück gehabt - alles noch ganz. Velo und Knochen. Klemens beherrscht die Strecke einiges besser. Oft pedalen wir wie verrückt durch den Sand, obwohl es abwärts geht. Wir sind schon bald "hundemüde" und die Höhe merken wir auch. Es gibt echt viel weniger Sauerstoff hier oben. Schon die kleinste Anstrengung lässt einen ganz schön ausser Atem kommen. Irgendwie anders als in der Höhe bei uns.
Endlich, endlich treffen wir auf den berühmten Pamier Highway und..... Asphalt. Bevor wir weiterfahren können in Richtung Alchigur müssen wir uns aber eine Nudelsuppe kochen. Wir sind müde und hungrig.
Dann geht's über Alchigur nach Murgab mit Übernachtung im "withe fish" hinter Alchigur.
Hier essen wir super Fisch, frische Kartoffeln haben wir selber mitgebracht, in der Küche werden diese zu einem leckeren Zwiebel-Kartoffel Gemüse verarbeitet. Natürlich haben wir viel zu viel Kartoffeln mit gebracht, damit sich die Familie auch noch verpflegen kann.
Wir schlafen in der Gaststube.
Auf der anderen Seite des Khargush-Pass ist nicht nur die Landschaft total anders, hier lebend vor allem Kirgiesen, deren Gesichter sind deutlich mongolischer. Die Gegend ist noch karger und es wächst kaum etwas. Die Dörfer sind aus ziegeln aus sonnengetrocknetem Lehm gebaut, meist weiss getüncht, Fenserrahmen und Türen sind hellblau gestrichen und alles passt wunderbar zum Himmel der eindrücklichen Landschaft.
Auch Jurten der Nomaden stehen in der Ebene. Im Winter wird mit Yakmist geheizt.
Die durchschnittliche Lebenserwartung liege nur bei knapp 50 Jahren. Die Menschen sehen sehr früh alt aus.
Alles was wir hier sehen und riechen und schmecken kann man einfach nicht erzählen auch nicht fotografieren - wie so oft sagen wir zueinander: das muss man einfach erlebt und erfahren haben. Erst geht's aber noch über den 4137m hohen Neizatash Pass und dann hinunter in die Ebene von Murgab. Wiederum gegen den Wind.
Murgab haben wir uns anders vorgestellt. Eher als Mittlere Kleinstadt. Hier möchten wir nicht hingeboren sein. Es gibt zwar einen Container Bazar, viele Waren werden hier angeboten - sogar Früchte und Gemüse aber wenn man etwas bestimmtes sucht, merkt man, dass alle fast das gleiche im Sortiment haben. Alles in allem ist das Dorf eher trist. Die Leute aber wirken wiederum fröhlich wenn wir mit Ihnen in Kontakt treten. In Murgab treffen wir dann Martin, Tom und Paul wieder, welche einen Tag vor uns die 3 weiteren viertausender Pässe bis Kirgistan in Angriff nehmen wollen. Einmal mehr verabschieden wir uns und wissen nicht ob wir uns mal wieder treffen - die Jungs sind in Eile.
Wir möchten erst mal das geschwollene Gesicht von Klemens in den Griff kriegen und gehen mit dem Sohn unserer Guest House Besitzers als Dolmetscher ins örtliche Spital in die Apotheke. Diesen Ort sollte man, wenn man nicht wirklich schlimme Probleme hat meiden. Wir sind beide überzeugt, dass man hier kranker raus kommt als man reingeht.
Die Übersetzung taugt leider nicht viel - der Arzt in der Apotheke empfiehlt uns Vitamine und Protein. Wir wissen, hier liegt das Problem nicht, da haben wir mit eigenen Mitteln vorgesorgt . In diesem Moment kommt eine Schwester herein, welche uns auf englisch begrüsst und tatsächlich auch englisch kann. Sie erklärt uns, dass Klemens vorerst einfach mal was brauche zum entwässern und dass sich das dann schon regelt. In 2 Tagen sei der Zauber vorbei - das sei von der Höhe. Noch so gerne glauben wir ihr. Klemens kriegt 3 Tabletten je eine pro Tag. Die dritte sei Reserve.
Kaum zu glauben die Symtome verschwinden wie sie gekommen sind, was die tatsächliche Ursache war wissen wir nicht, ist aber nicht so wichtig wenn sich alles wieder normalisiert.

So brechen dann auch wir am 30 Juli auf Richtung Kirgistan. Als erstes müssen wir über den 4655m hohen Akbaital-Pass. Wir campieren 10km vor der Passhöhe unter einer Brücke weil das Wetter so bedrohlich wird und wir nicht voll im Schnee aufwachen wollen.
Am nächsten morgen ist wirklich alles gezuckert aber wieder schön. Wir haben durch die lange Aklimatisierung keine eigentlichen Höhenbeschwerden, aber das Atmen macht in dieser dünnen Luft ganz schön Mühe. Glücklich sind wir am nächsten Tag oben. Ein brutaler Gegenwind vergällt uns die Abfahrt. Die Strassen sind wieder sehr, sehr schlecht und steinig, denn ab Murgab fahren die Lastwagen eine andere Route nach China, welche für Touristen nicht geöffnet ist. Der Unterhalt der Strasse ist also nicht so wichtig und diese ist nur mit Offroad-Fahrzeugen befahrbar.
Wir wollen am Karakul-See übernachten und 30 km vor dem Dorf treffen wir wieder auf Martin, Tom und Paul. Die drei sind nicht so schnell über den Pass gekommen wie vorgesehen und wir freuen uns wieder mal zusammen zu sein. Jetzt machen wir sogar ein Fahrrad-Gruppenfoto. Wir trinken noch Tee zusammen, dann bleiben wir zwei in Karakul in einem Homestay - die drei anderen ziehen noch am gleichen Tag weiter, denn sie sind etwas in Eile.
Das Örtchen Karakul wirkt wie ein Hafen an dem nie Schiffe ankommen. Der See ist riesig, aber er hat zu wenig Sauerstoff damit Fische darin leben könnten. Wären die Häuser nicht weiss getüncht und die Türen und Fenster nicht hellblau, wäre alles schrecklich trist.
Und da waren's nur noch zwei...... hohe Pässe bis Kirgistan.
Klemens, Brigitte, Tom, Paul und Martin bei Karakul. Hier haben sich unsere Wege definitiv getrennt. Irgendwo in der Welt werden wir uns wieder mal begegnen.
Am 1. August ziehen wir bei schönstem Wetter in Richtung Kirgistan los. Erst über den 4232 m hohen Uy Bulak Pass. Wieder kommt extremer Gegenwind auf und vor der zweiten Passhöhe des Kizil Art müssen wir im Sturm unser Zelt aufbauen. Es pfeifft en eisigster Wind - an kochen ist gar nicht zu denken - zum Abendessen gibt es Kartoffelstock, angerührt mit kaltem Wasser.
Kaum zu glauben, aber das schmeckt gar nicht so schlecht wie es tönt.
In den Alpen müssten wir jetzt Angst haben vor einem totalen Wettersturz - beim Einnachten ziehen zwar noch pechschwarze Wolken auf, aber diese sind bis zum nächsten Morgen wieder verschwunden. Es windet immer noch, aber es ist sonnig.Die nächsten 5 Kilometer bis zur Passhöhe gehen ruck zuck - hier ist der tadschikische Grenzposten - die Formalitäten werden in heruntergekommenen Containern erledigt. Geht dafür ganz zackig.

Nach ca. 20 Kilometer Abfahrt auf wieder äusserst heiklen Strassen kommen wir an den Grenzposten von Kirgistan. Alles ist hier viel moderner, Strom, Heizung und sogar Computer
sind hier im Einsatz. Ab hier ist die Strasse wieder mehr oder weniger perfekt und wir sausen weiter über die Hochebene Richtung Sary Tash.
Von dieser Ebene aus, auf ca. 3300 Metern, schiessen die Sechst- und Siebentausender Gipfel ohne Vorgebirge direkt in die Höhe. Eisgipfel an Eisgipfel. Ein Panorama sondergleichen. Wir bauen unser Zelt mit Sicht auf diese Kulisse auf und geniessen das abendlicher Erröten der Riesen. Piz Lenin als höchster Gipfel ist klar auszumachen.Von hier bis nach China sind es noch ganze 66km mit einem 3900m hohen Pass dazwischen.
Dieser ist vergleichsweise leicht zu fahren, denn die Strasse ist geteert, die Steigung moderat und die Sicht auf das Panorama sehr motivierend. Die Abfahrt wird zum absoluten Genuss.
Frisch geteert, richtige Neigung, abwechsungsreichste Landschaft. Einfach wieder mal rollen lassen. Wir singen und johlen auf dem Velo und sind einfach nur happy.
Nach ein paar Gegenanstiegen sind wir am kirgisischen Zoll und nach ein paar Formalitäten
stehen wir vor dem offenen, wunderschönen schmiedeisernen Tor zu China. Mit hoch gehobenen Armen fahren wir durch das Tor, werden aber sofort zurückgepfiffen. Die Zöllner haben noch Mittagspause und ohne Pass zeigen darf hier keiner durch. Und so dürfen wir sogar 2x durchs Tor. Völlig stolz, die gesamten 10200 Kilometer von Fräschels bis hierher
mit eigener Kraft gefahren zu haben. Nach weiteren 5 unterschiedlichen Posten haben wir alle unser Stempel beisammen und wiederholen immer wieder: "hei, mir sind jetzt würklech in China"

Im schönsten Abendlicht Uluggat. Die Strasse nach Kashgar wird neu gebaut und viele Baustellenkilometer auf unbefestigter Strasse sind zu fahren - aber unsere höhentrainierten Blutkörperchen stecken das easy weg und wir fliegen förmlich in die westlichste Grossstadt von China.Kashgar ist eine ca. 3 Mio. Stadt die aber weit kleiner wirkt. Hier leben vor allem moslemische Uiguren aber auch viele Chinesen. Moderne und Tradition treffen hier aufeinander. Die Stadt hat einen leichen Hang zu wunderschönem Kitsch. Abends ist alles mit Neonfarben beleuchtet und man fühlt sich fast wie in Las Vegas.
Eindrücklich sind die vielen Elektromotorroller. Von 100 Töffs sind 99 elektrisch betrieben, so ist die Stadt sehr ruhig, denn Privatautos gibt es nur sehr wenige.Wir haben durch die Strapazen etwas Fett gelassen (und Muskeln aufgebaut) und geniessen es hier uns wieder mal richtig die Bäuche voll zu schlagen. Das uigurische wie das chinesische Essen sind sehr fein und in den Läden gibt es fast alles.
Wir haben gemerkt dass wir ohne Chinesisch Kenntnisse nicht durchkommen und lernen nun etwas Chinesisch. Die Aussprache ist aber super schwer und oft endet das Gespräch in Lachsalven auf beiden Seiten.

Einmalmehr hatten wir Wüsten-Tage und eine enorm lange Strecke vor uns. Von Kashgar bis Dunhuang sind es rund 2300 km. (das sind 200km weniger weit als Fräschels - Istanbul) Wir entschieden uns für die Route nördlich entlang der Takamalan Wüste und dann von Turpan via Hami durch die Wüste Gobi bis Liuyun.und von da südwestlich wieder in die Takemalan-Wüste hinein bis Dunhuang.
Der Start war ein Fehlstart. Wir sind auf der Hauptstrasse (wenig befahren wie bei uns eine Nebenstrasse) Richtung Aksu unterwegs. Nach 55km überholt uns ein Polizeiauto mit Blau-licht, stoppt vor uns und wir werden aufgehalten. Wohin wir wollen - nach Aksu auf dieser Strasse sei verboten. Wir müssten zurück nach Kashgar und von dort die Autobahn nehmen.
Der Highway verläuft viel nördlicher, queren dürfen wir nicht. Also zurück wo wir hergekom-men sind. Sch..... Sich aufregen nützt nichts. Wir sind durch drei Polizeikontrollen gefahren und wurden jedes mal durchgewunken. Einfach obermühsam. Hier ist alles in Alarmbereit-schaft wegen den Uiguren-Aufständen und Touristen will man halt schon nicht in Gebieten haben, in denen es Probleme gibt. Also zurück auf Feld eins. An diesem Tag sind wir 110km für gar nichts gefahren und gleich wieder im gleichen Guesthouse abgestiegen.
Auf der Autobahn war es dann ganz angenehm - nicht viel Verkehr, ein breiter Pannen-streifen und Lastwagen die jeweils auf die Überholspur gewechselt haben, wenn sie uns sahen. Wir fahren, fahren, fahren. Durchhaltewillen ist angesagt. Wir sind jeweils 6-8 Stun-den im Sattel und fahren bis Turpan einen Schnitt von 150km pro Tag. Die Landschaft ist nicht besonders interessant, das Licht meist sehr diffus, die Sonne oft nur eine weisse Scheibe. Industrie, Petro-Chemie dann wieder Wüste. Zwischendurch Oasen-Städte und Dörfer. Wir haben fast immer Seitenwind von leicht vorne. Wir werden zu Kämpfern.
Vor Aksu geraten wir in einen Sandsturm haben aber Glück, weil in der Öde ein Tankstellen-dorf auftaucht. In Kuqa übernachten wir im Hotel, damit wir nach 750km mal Duschen können.
Zuerst werden wir in 3 Hotels abgewiesen weil diese keine Ausländer nehmen. Dann finden
wir doch noch ein Hotel - ein richtig gutes Haus, das uns einen Sonderpreis von umgerechnet 21 Franken macht ohne dass wir danach gefragt haben.
Die Weiterfahrt braucht wiederum sehr viel Durchhaltewillen. Der Wind macht uns oft Mühe doch wir freuen uns auf den Pass vor Toksum, weil darauf eine Abfahrt von 1785 müM auf minus 8 müM folgt. Endlich ist es soweit nach 81/2 Tagen mehr oder weniger flach fahren stehen wir auf der Passhöhe und haben eine 50km Abfahrt vor uns. Und los geht's. Runter, runter,runter. Die Fahrbahnen der Autobahn sind Kilometerweit getrennt. Wir fahren quasi auf der alten Strasse, welche aber nur in einer Richtung befahren wird. Dadurch müssen wir überhaupt nicht auf Gegenverkehrt achten und können Lastwagen um Lastwagen überholen. Das macht einfach riesig Spass. Die LKW-Fahrer halten die Daumen aus dem Fenster und freuen sich mit uns. Die bis 55 Tonnen schweren Trucks dürfen wegen den Bremsen nur ganz langsam abfahren. Fotografiert haben wir auf dieser Strecke kaum und bei der Abfahrt schon gar nicht. Wir wollten einfach nicht anhalten. Total spannend war die Veränderung der Landschaft je tiefer wir kamen. Während es am Rande der Takamalan-Wüste eher steinig war, wurde es hier immer sandiger. Die Täler des Gebirges durch das wir abfahren sehen aus wie mit Sand beschneit, der in den Taleinschnitten liegen bleibt. Je tiefer wir kommen, desto windiger und boeiger wird es aber auch immer heisser. Fast unten ist der Wind so heiss dass wir das Gefühl haben unsere Haut brennt. Es tobt ein Sturm, wir sind voll im Gegenwind
und pedalen in vollem Power die letzten Kilometer runter in die Sandebene. Völlig fertig kommen wir bei den LKW-Restaurants vor Toksum an, suchen Schutz und essen gleich feine Nudeln. Eine weitere Zeltnacht, ein weiterer Sturm und wir sind vor Turpan wo wir unsere 12000km
erreichen. Genau bei einer Tankstelle. Also trinken wir erst mal ein Pepsi in aller Ruhe.
Dann wollen wir das Bild machen und schieben die Velos in Position. Keiner glaubt's
Klemens Fahrrad hat wieder platten. Jetzt sehts 9:1 für Brigitte.
Turpan ist eine gemütliche uigurische Oasenstadt. So ganz, stellen wir fest, sind wir noch nicht in China angekommen. Rund um die Stadt werden Trauben angebaut. Sogar ein Grape-Valley gibt es. Aber eben, die Uiguren sind muslimisch und da ist nix mit Grappa oder mit Wein. Dafür gibt es wunderbare getrocknete Weinbeeren und feine frische Trauben.
Auf dem Markt kaufen wir wieder richtig ein für den Müeslivorrat. Nüsse, getrocknete Aprikosen, Melonen, Bananen, Ananas und Rosinen. Sogar Flocken finden wir hier. Wir glauben alles gut geplant zu haben und die Stecke bis Dunhuang in 8 optimale Etappen eingeteilt zu haben. Die Strecke bis Hami sollte in 3 Etappen zu schaffen sein, so geht es auch mit dem Wasservorrat bestens auf. Am 25. August fahren wir los. Es geht "oppsi" und beginnt auch gleich zu winden, ist aber immer noch fahrbar und wir bewältigen die berechneten 153km. Tags darauf ist der Wind schon beim aufwachen furchtbar laut. Vielleicht bläst er ja in die richtige Richtung ist unser Hoffnung - aber nein. Gegenwind. Wir versuchen trotzdem vorwärts zu kommen so gut es geht. Nach 4,5 Std. Kampf sind wir 56km weit bei einem Lastwagen-Parkplatz. Sind völlig geschafft, entnervt und wissen, wir sollten verladen, wenn wir vernünftig sind. Es dauert aber noch fast eine Stunde bis wir uns dazu entschliessen und versuchen einen LKW zu finden der uns mitnimmt. Derweil wird der Sturm immer heftiger. Wir haben Glück und können unsere Velos aufladen und uns in die Kabine auf die Schlafpritsche, welche mit Gepäck schon überstellt ist, zwängen.
Eigentlich könnten wir bis Liuyuang mitfahren und rechnen bereits damit, am späteren Abend dort zu sein - dann ist aber plötzlich ein so grosses Lastwagenchaos auf der Strasse, dass wir kaum vorwärts kommen. Eine Stunde stehen, 100m fahren. Es windet so extrem stark, dass wir in der Kabine bleiben. Es wird langsam Nacht und dann steigt auch noch die Lichtmaschine aus. Auf dem nächsten Parkplatz heisst es schlafen, bis es wieder hell wird.
Die Chauffeure wie immer in der Kabine, wir hinten auf der nach oben offenen Ladefläche
in unseren Schlafsäcken und zum Glück windgeschützt.
Am nächsten Morgen pfeifft's uns immer noch um die Ohren und wir fahren weiter..... in den nächsten Stau. Langsam nimmt jedoch der Wind etwas ab und wir entscheiden uns mit dem Velo weiter zu fahren weil wir so viel schneller sind als die Lastwagen. Vorbei an einer unendlich langen Kolonne kommen wir an die Tankstelle wo wir Wasser besorgen können und dann..... in den total staubigen Baustellenbereich. Sch......
Einige Zeit fahren wir im Staub - dann auf der vorbetonierten, teils sogar bereits geteerten, neuen Fahrbahn. Nach weiteren Etappen sind wir in Dunhuang. Die Stadt war zu Zeiten der Seidenstrasse
der westlichste Punkt von China. Hier endete die grosse Mauer von der nur noch kläglichste Reste zu sehen sind. Hier begaben sich die Händler in unsicheres Gebiet ausserhalb ihres Landes. Heute ist Dunhuang eine chinesische Touristenstadt und Weinanbaugebiet. Da hier nur noch wenig Uiguren leben wird auch Wein hergestellt. Wir haben eine Flasche Rotwein versucht - nicht ganz unser Geschmack. Vielleicht sind wir uns aber Alkohol nicht mehr gewohnt - wir ziehen Tee vor. Dunhuang ist berühmt für seine Mogao-Höhlen in den Sanwei
Mountains. In diesen Höhlen sind Buddha Statuen und Wandgemälde bis 1500 Jahra alt.
Hunderte von Höhlen, tausende von Buddhas. Unglaublich. Einige Caves sind zu besichtigen und absolut eindrücklich. Wir sind vollends begeistert - eine Sehenswürdigkeit die wirklich sehenswert ist. Es herrscht absolutes Fotografierverbot, so können wir Euch keine Kostprobe zeigen - nur empfehlen hier einmal hin zu gehen. (...und warum nicht mit dem Fahrrad)
Dunhuang ist aber auch berühmt für die Dünen in der Nähe und den kleinen, natürlichen Mondsee zwischen den Dünen. Wunderbare Sandhügel wie aus dem Bilderbuch. Für westliche Begriffe ein etwas zu grosser Zirkus drum herum, aber die Chinesen haben eine etwas andere Vorstellung von Natur. Trotzdem kann man hier wunderschöne Flecken finden, wenn man etwas los wandert. Etwas ging jetzt fast noch unter. kurz vor Dunhuang hatte Brigitte ihr zweites Loch und dann nach dem Ausflug zu den Caves nochmals einen Platten. Wenigstens ist es jetzt nicht mehr ganz so ungerecht und steht 3:9.

Wir erfahren, dass einiges in China geändert hat. Es ist nicht mehr sicher, dass wir unser
Visa 3x um einen Monat verlängern können. Im PSD Büro in Dunhuang sagt man uns 2x sei möglich - evtl. nur 1x. Bei ihnen ginge es allerdings nicht, es sei noch zu früh.
Zudem erfahren wir, dass Gebiete welche wir in Osttibet bereisen wollen gesperrt sind, weil es Unruhen gegeben hat. Wann dieses Gebiet für Touristen wieder geöffnet wird wissen wir nicht. Wir müssen einfach flexibel bleiben.
Wir werden ab hier am 1. September mit dem Bus bis Jiuquan reisen damit wir nicht Zeit vergeuden um durch den nicht so attraktiven, industriellen und windigen Hexi-Korridor zu radeln.

.... via Kunming und Fengshan nach YangshuoChina ist nicht nur eine Reise Wert, China ist ein Land das man immer wieder besuchen
müsste, weil es so vielschichtig, unterschiedlich, interessant und schön ist.
Die 23 Provinzen handhaben die Gesetze sehr unterschiedlich. Während zum Beispiel in
der einen Provinz die Registrierung in Hotels so wichtig ist, dass die Polizei uns in ein
Restaurant folgt, damit wir das Formular ausfüllen, welches anscheinend das kleine Guest-
haus nicht hatte - ist es in der nächsten Provinz so, dass man von uns eine ID verlangt,
wenn wir dann die Schweizer Pässe zücken, und diese eben nicht chinesische Identitäts-
karten sind, wird oft auf die Registrierung verzichtet.In Gewissen Provinzen schickt einem
die Polizei auf die Autobahn, wenn man nach dem Weg fragt, in anderen ist das gleiche
strickt verboten. Unser Spruch wurde: es ist halt auch hier von Kanton zu Kanton verschie-
den. Genau so unterschiedlich sind die Leute. In China leben 56 verschiedene Ethnien und
heute sind die Chinesen stolz auf diese Unterschiede, auch die jungen Leute tragen ab und
zu wieder ihre Tracht. Yan, ihr Chinesischer Name ist
覃覃, haben wir in einem Restaurant
kennen gelernt, wo sie uns mit ihrem guten Englisch beraten hat. Es kommt oft vor, dass
einem jüngere Chinesen, meist Frauen, in den Städten ansprechen um mit einem englisch
zu sprechen. Sie können sonst nie testen, ob es „in echt“ funktioniert mit der Englischkon-
versation. Die Weiterfahrt von Leshan in Richtung Kunming führte erst durch wunderschönste Bam-
buswälder, bevor es dann in die Berge ging. Das regnerische, nasskalte Wetter hat der
Landschaft eine mysthische Stimmung verliehen. Oft waren die Täler wolkenverhangen
und die neblige Stimmung war richtig schön.
Von Leshan bis Kunming hat sich uns René, ein waschechter Zürcher, angeschlossen und
wir sind die 830 km gemeinsam gefahren. Die Strecke wurde durch einen Erdrutsch, den wir
weiträumig umfahren mussten, dann erheblich länger als geplant - zudem gab es auch
Schiebepartien durch den Dreck, weil durch einen Felssturz an anderer Stelle die Strasse
fehlte. Eigentlich hätten wir nicht passieren dürfen, aber wir haben es einfach getan, weil uns
sonst ein weiterer Umweg bevor gestanden hätte. Wir haben uns entschieden für diese
Strecke die Schnellstrasse zu benutzen und kamen auf diese Weise in den Genuss von 2
sehr langen Kehrtunnels wie auf der Gotthard-Zug-Strecke. Kurz vor Kunming fuhren wir bei
einer Raststätte in eine Verkehrskontrolle und - wir waren mit dem falschen Verkehrsmittel
unterwegs. (neuer Kanton) Wir mussten absteigen und zu Fuss die Fahrräder schieben bis
zur nächsten Ausfahrt. Drei Polizisten begleiteten und übewachten uns, selbstverständlich
auch zu Fuss.
40 km weiter, in Kunming gerietern wir aufgrund einer Baustelle wieder auf die Autobahn
und wieder Polizei am Strassenrand. Offensiv fuhren wir zu diesen und fragten nach dem
Weg ins Zentrum. Diese erklärten uns sehr nett, dass wir bei der 5 Ausfahrt raus fahren
müssen. So kamen wir rascher als gedacht ans Ziel.
Kunming haben wir vor allem deshalb angesteuert, weil wir hier unser Vietnam Visum ein-
holen konnten. Es war aber auch schön wieder einmal die Annehmlichkeiten einer Stadt zu
geniessen, Parks und Tempel anzuschauen oder einfach auf der Dachterrasse des Youth-
Hostels zu relaxen. Zudem stand ein grosser Veloservice an, Ritzel drehen und neue Ketten
montieren usw.
Wo es möglich ist wird in China angebaut. Reisfelder, Bananen und Zuckerrohrplantagen,
Mandarinenhaine und viel, viel Maisfelder sind in die Landschaft eingebettet.. In den bergig-
en Regionen werden auch viel Kartoffeln angebaut. Alles ist in ordentlichen Reihen ange
pflanzt, Sogar der Nutzwald wächst in Reih und Glied.
Die Häuser in den Dörfern und Städtchen sind nahe zusammengebaut und 3-5 stöckig. Auf
diese Weise geht nicht zu viel Anbaufläche verloren. Deshalb ist es nicht immer einfach
einen geeigneten Zeltplatz zu finden. So schlafen wir in der Nacht auf den 15. Oktober in
einem frisch gepflügten Feld auf roter Erde. Damit das Zelt vom Weg in der Nähe nicht
sichtbar ist, sind wir in der Mitte des Feldes hinter einer Baumgruppe versteckt. Der Himmel
ist vor Sonnenuntergang noch blau und beim Nachtessen funkeln die ersten Sterne. Wir
sind überzeut, dass die Nacht trocken bleibt - bei Regen müssten wir durch lehmig, schlam-
mig rote, aufgeweichte Erde mit unseren schwer beladenen Velos. Um 5.00 Uhr beginnt es
zu regnen. Im Eiltempo packen wir alles zusammen und flüchten. Bereits ist alles sehr
weich - aber wir können die Velos noch schieben und kommen völlig verdreckt auf den Weg
zurück. Die Schuhe sind 5cm höher und der Dreck an den Pneus staut sich unter dem
Schutzblech. Einmal mehr sind unsere frisch geputzten Velos inner 2 Tagen wieder stock-
dreckig. Es regnet den ganzen Tag und erst abends, als wir in Xingyi ein kleines Hostel fin-
den hört es auf und wir stellen das klatschnasse Zelt zum trocknen auf dem Trottoir auf. Von hier ging‘s ins allerschönste Karstgebirge, dann lösen sanfte Gebirgszüge die Scenerie
ab. Wunder, wunderschöne Landschaft mit Strässchen vom feinsten. In China fahren wir
nach einem Strassenatlas den wir in Kashgar gekauft haben. Ein etwa 2 cm dickes Buch
ca. A4 gross. Klemens fotografiert jeweils die Partien welche wir für eine Strecke brauchen
mit der kleinen Schnapschusskamera. Auf dem Display können wir dann die entsprechen-
den Bereiche vergrössern und die Leute auf der Strasse fragen wo es durch geht. Die Ort-
schaften sind mit chinesischen Zeichen geschrieben und somit für die Einheimischen les-
bar, wenn sie denn lesen können. Wenn es heikel ist, fragen wir mindestens 3 Personen,
weil oft einfach irgendwohin gezeigt wird, und kaum jemand sagt: „ich weiss es nicht.“
Erschwerend kommt hinzu, dass die Karte bei den Nebenstrassen oft hinten und vorne
nicht stimmt. So auch, als wir nach Longling wollen, welches auf unserer gewählten Route
liegt, Wir kommen an einen riesigen Stausee und werden auf die verschiedensten Wege
nach Longling geschickt. Der Stausee ist in unserer Karte nicht eingezeichnet und so müs-
sen wir feststellen, dass wir in einer Art Sackgasse gelandet sind. Man erklärt uns dann,
dass wir nur nach Longling kommen, wenn wir dahin zurückfahren wo wir hergekommen
sind - und das um 14.00 Uhr. Aber das ist doch ein See, da gibt es doch Boote. Zuerst er-
klärt man uns, dass das nicht geht, weil wir tief runter zum See müssten. Wir verstehen
erst was gemeint ist, als wir am Ufer sind. Wir müssen mit userern beladenen Räder eine
elends lange und steile Treppe runter. Aber es geht und wir genissen eine herrliche Privat-
Schifffahrt. Ab Baise geht‘s auf kleinsten Nebenstrassen in noch höhere Karstberge. Hierhin verirrt sich
normalerweise kein Fremder und wo wir auftauchen werden wir bestaunt und belagert wie
Ausserirdische. Die Strecke nach Fengshan ist etwas vom feinsten das wir je gefahre sind.
Wir sind so begeistert, dass wir die steilen Passagen während der Fahrt kaum spüren in
den Beinen. Abends schlafen wir aber dann wie Steine. Immer wenn wir meinen hier lebe
nun wirklich niemand mehr, tauch nach der nächsten Kurve ein Dorf auf. China ist extrem
besiedelt. Überall müssen wir erklären woher wir kommen und wohin wir wollen.
Switzerland versteht keiner, die Chinesen nennen die Schweiz „Schinschilan“ Interassanterweise tragen viele bei der Landabeit nicht den bekannten Chinesenhut, son-
dern eher einen sombreroähnlichen Strohhut. Die Maomütze ist noch nicht ganz von der
Bildfläche verschwunden aber doch eher selten.
Die Chinesen sind wirklich ein riesiges Mischvollk. Obwohl ca. 92% der Menschen hier
Han-Chinesen sind ist jedes Gesicht völlig anders. Am schönsten aber ist, dass alle
Chinesen gerne lachen oder stolz in die Kamera schauen.
So vielseitig wie das Land ist auch das Essen. Wir essen einfach super gut. Egal wo, ob in
einer Mega-City oder im kleinsten Dorf - gekocht wird vom feinsten.
Jetzt sind wir in Yangshuo, eine sehr bekannte Gegend mit vielen chinesischen, aber auch
westlichen Touristen. Die Karstlandschaft mit den Flüssen werden wir erkunden, wenn es
etwas schöner Wetter wird. Die Zeit läuft uns nicht davon, da unsere China-Visas in Guiling
verlängert werden und wir diese erst in einer Woche abholen können.
Yangshuo bietet sehr viel, neben den Naturschönheiten und Höhlen auch eine Licht-Spiel-
Show mit modernen und traditionellen Elementen. Das ganze findent am Fluss auf dem
Wasser statt. Teilweise ist die Felslandschaft darum herum beleuchtet und dient dem Spiel
als Kulisse. Rund 400 Darsteller sind am Spektakel beteiligt.


In Yangshuo konnten wir noch einige sonnige Tage geniessen, Die Gegend ist 6
schön, Karstfelsen an denen teilweise geklettert wird, Flüsse und romantische Strässchen.
So machen wir hier quasi Ferien, bevor wir nach Guilin weiter fahren um dort unsere Visa-
verlängerungen abzuholen. Interessant, für diese Strecke waren wir die Woche zuvor 21/2
Stunden mit dem Bus unterwegs, jetzt mit dem Fahrrad 3 Stunden und 10 Minuten. Ok, wir
haben ja auch nicht an jeder Ecke gewartet um neue Passagiere aufzunehmen oder aus-
steigen zu lassen. In Guilin vor unserem Guesthouse treffen wir dann Suigi und Charles.
Das Hallo ist riesig, wir haben die beiden Velofahrer in Bukkhara kennen gelernt. Sie sind
direkt nach Kirgistan weitergefahren und wir machten den Umweg über den Pamir. Dass wir
uns jetzt in China wieder treffen, ist ein riesen Zufall, und wir feierten das auch entsprech-
end..Tags darauf sind wir dann Richtung Norden aufgebrochen zu den Dragon Reisfeldern. Ping‘an, das berühmte Bergdorf mit den besonders schön und steil angelegten Reisterras-
sen, ist über eine sehr steile Strasse zu erreichten. Wer glaubt, beim Tor sei das schlimmste
überstanden, täuscht sich gewaltig. Ein „Mütterchen“ spricht uns an ob wir etwas zum über-
nachten suchen und bietet uns ein Zimmer in ihrem Haus. Very beautiful, very beautiful
sagt sie immer wieder, während wir die Räder den immer steiler werdenden Weg zum rech-
ten Dorfrand hochschieben. Als möchte sie sich entschuldigen, dass es noch so weit hoch
geht. Dann kommen Treppen, wir sollen abladen. Hoch oben steht das Haus. Na ja, jetzt
sind wir bis hierher gekommen, dann geht's doch auch ganz rauf. Damit wir nicht vergebens
unser Gepäck schleppen, geht Brigitte mal schauen ob das wirklich eine gute Übernach-
tungsmöglichkeit ist. .....und wie. Ein grosses geräumiges Zimmer mit eigener Dusche und
unten einer Terrasse zum Essen. Einfach toll. Wir buckeln das Gepäck hoch und bleiben
gleich zwei Nächte
Die Reisterassen sind bereits abgeerntet und das Wetter herbstlich neblig. Unglaulich
wie steil die Terassen angelegt sind und jedes noch so kleine Fleckchen für den Anbau
genutzt wird.
Weiterfahrt durch schöne Flusstäler und immer wieder regnet es. An einem Tag ziehen
wir das Regenzeug 5x an und aus.
Unsere Strecke führt über Sanjian,Rongshui, LuoCheng, nach Lyizhou. Und von hier über
kleinste gebirgige Nebenstässchen mit vielen Höhenmeter nach Bama.
Hier schliesst sich der Kreis - wir sind von da aus eine Zusatzschlaufe von 1400 Kilometer
gefahren. (auf unserer Karte grün eingezeichnet)
Unsere Strecke führt über Sanjian,Rongshui, LuoCheng, nach Lyizhou. Und von hier über
kleinste gebirgige Nebenstässchen mit vielen Höhenmeter nach Bama.
Hier schliesst sich der Kreis - wir sind von da aus eine Zusatzschlaufe von 1400 Kilometer
gefahren. (auf unserer Karte grün eingezeichnet)
Nach unserer Karte und nach unserem Gefühl hätten wir jetzt beim Wasserfall sein müssen.
Aber es geht weiter kurvig die Berge hoch in eine weitere höhergelebene Ebene mit Karst-
bergen, in deren Talmulden Reis angebaut wird. Wo kommen wir jetzt hin, fragen wir uns
Im Karst kann man sich fast nicht orientieren, da kommen immer wieder Zapfen, um die
man über Sättel herum muss, dann wieder runter und den nächsten hoch. Beruhigend ist,
dass hier oben noch Leute wohnen, aber wir treffen niemanden.
Alles wirkt wie ausgestorben.
Irgendwann kommt sogar ein Tunnel und weiter geht es hoch und runter. Dann nach einer
Kurve vor uns ein Fahrradfahrer. Kann das sein - weit und breit niemand ausser ein Fahr-
radfahrer mit Satteltaschen, langen Hosen, Bergschuhen, langärmliger Militärjack und Helm.
Ausgerüstet mit GPS auf das er starrt. Tja, auch dieser Chinese ist völlig verloren und hat
keine Ahnung wo wir sind. Wir können kaum miteinander reden, er kann kein englisch, aber
eines ist klar - wir drei wissen nicht wo wir sind. Wir deuten, dass wir jetzt einfach so weiter-
fahren, irgendwann wird die Strasse auf eine grössere stossenund so fahren wir zu dritt
weiter. Plötzlich geht es nur noch abwärts, eine wunderschöne, lange, kurvige Abfahrt und...
...dann sind wir in Detian beim grossen Parkplatz direkt neben dem Eingang zu den Wasser-
fällen. Die Strasse von der wir herkommen ist auf dieser Seite mit einem Fahrvervot und
einem „dead-end-street“ Zeichen beschildert.
Die Fälle liegen direkt auf der chinesisch vietnamesischen Grenze. Der breitere Fall gehört
zu China, der etwas kleiner zuVietnam. Sehr eindücklich und auch laut.tost das Wasser.
Eigentlich wollten wir ganz im Süden Chinas noch ein paar Tage Ferien machen. Mingshi,
das bekannte Dörfchen am Fluss wäre da sehr geeignet. - dachten wir. Mingshi entpuppte
sich als Retortenort für chinesische Bustouristen, also nicht unser Ding. Alles in allem war
der tiefe Süden eher eine Enttäuschung auch Palong bei Ninming hält nicht was es ver-
spricht. Palong ist ein ziemlich totes Dorf, die Bootsfahrt zu den bekannten Felsfresken ist
gemütlich und schön, aber die Felsen sind zum grössten Teil mit Gerüsten verdeckt und das
Wenige was man sieht ist nicht sonderlich beeindruckend. (Oder sind wir schon so verwöhnt)
In Ninming haben wir dann noch 3 Relaxtage verbracht, weil unser Vietnam Visum erst ab
dem 22. November gültig ist.
Dafür war die Fahrt von Detian nach Ninming und anschliessen an die Grenze umso schö-
ner und die teilweise gelben Blätter vermittelten einen Hauch von Herbst.
In China gäbe es noch unglaublich viel anzuschauen aber jetzt zieht es uns weiter. Wir sind
sicher, eines Tages kommen wir wieder. Vor allem die hohen Pässe in Ost Tibet, welche
wir aufgrund des frühen Wintereinbruchs nicht gefahren sind, und die Berge ringsum reizen
uns nach wie vor. Aber alles zu seiner Zeit.
China ist uns vertraut geworden mit all seiner Fremdartigkeit, der manchmal nicht nachvoll-
ziehbaren Mentalität, mit all den liebenswürdigen Menschen. Trotz aller Verständigungs-
schwierigkeiten haben wir viel erfahren dürfen und viel gelernt.
China ist wirklich ein extrem aufstrebendes und schnellwachsendes Land - vieles ginge für
uns zu rasch und ich bin mir nicht sicher, ob es nicht auch für die hiesige Bevölkerung
manchmal zu schnell geht. Tiefere Gespräche konnten wir natürlich nur mit gebildeteren und
reicheren Leuten führen und so ist unser Bild nicht ganz objektiv und wir kennen eher die
Meinung der Mittelschicht. Die Chinesen sind stolz auf Ihr Land und mögen es nicht, dass
die westlichen Nationen immer mit dem Finger auf China zeigen. Die Ein-Kind-Politik zum
Beispiel habe dazu geführt, dass es 400 Mio. Chinesen weniger gibt. Das ist immerhin fast
5x die Bevölkerung von Deutschland, welche es weniger zu ernähren gilt. China besitze
7% der weltweiten Agrarfläche habe aber 20% der Weltbevölkerung zu versorgen - so seien
gewisse Massnahmen schon nötig. Die Ein-Kind-Plitik wurde etwas gelockert, heute ist es
möglich ein zweites Kind zu haben, wenn beide Elternteile bereits aus einer Ein-Kind-Fami-
lie stammen. Was die Agrarfläche betrifft war unsere Vermutung richtig, dass es auch hier
harte Massnahmen gibt. Gebaut werden darf in den Dörfern nur noch in die Höhe, was op-
tisch natürlich nicht immer unseren Vorstellungen der Esthetik entspricht. In den bestehen-
den Städten, so hat man das Gefühl, wird nichts saniert, sondern immer nur abgerissen und
neu noch höher gebaut. (Ausnahme kleinere Touristenstädte wie Yangshuo und ähnliche)
Zusätzlich entstehen Retortenstädte mit teuren „Wohnresidenzen“ die aus dem Nichts ge-
stampft werden und man fragt sich, wer das Geld hat hier zu wohnen.
Wieviel Prozent der Leute hier reich sind wissen wir leider nicht, aber es gibt halt so viele
Chinesen und deshalb auch unheimlich viel reiche Leute. Noch nie haben wir so viele teu-
re Autos wie hier in den Städten gesehen. Audi Q7, BMW X5 und X6, Mercedes E AMG‘s
Porsche Cayenne usw. Wer Geld hat zeigt es. Status ist alles und wird anhand von allem
gezeigt. Beispielsweise „sage mir was du rauchst und ich sage dir wer du bist. “ Anhand der
Zigarettenmarke. Es gibt Zigaretten zum Preis von 2,5 Yuan (35 Rp.) das Packet als billigste
Marke. Dann kann man sich kontinuierlich steigern bis auf 100 Yuan (15 Fr.) die Schachtel.
Und alles im gleichen einfachen Lädeli kaufen. Wir konnten nicht feststellen, dass dies einen
Neid der ärmeren Bevölkerungsschichten auslöst. Die reicheren sind eher Vorbilder: So
musst Du es auch machen.
Was bei uns in der Wirtschaft als unlauteren Wettbewerb gelten würde ist in China nicht nur
gang und gäbe, hier wird beschissen, getrickst, werden Ideen geklaut, man spannt einander
gute Mitarbeiter aus, aber keiner findet dies sei unanständig. Nein all das gilt als clever.
Hauptsache man kommt zu Wohlstand. Kritische stimmen zu Politik haben wir keine einzige
gehört, nicht einmal hinter vorgehaltener Hand. Wen wunderts. Solange es überall aufwärts-
geht nehmen die Leute viel hin. Jeder Bauer, jeder Fischer, jede Marktfrau und jede Gross-
mutter hat ein Handy und die Kids des Mittelstandes haben iPhones, keine Kopien, sondern
Originale, welche zu den fast gleichen Preisen wie in Europa verkauft werden.
Die Chinesen sind insgesamt eine kaufkräftige Gesellschaft. Man kann zwar für 4 Yuan,
also 50 Rappen eine gute Nudelsuppe essen, aber man kann auch für 150 Yuan und mehr
essen in einem „guten“ Restaurant. Der Eintritt zu einer touristischen Sehenswürdigkeit
ist immer „teuer“ 80 bis 150 Yuan also 10 bis 15 Fr. sind an der Tagesordnung. Dies nicht
weil es die „reichen“ Westler bezahlen können, nein, 97% des Tourismus in China sind Chi-
nesen. Man ist nicht auf Westtouristen angewiesen, diese geben auch weniger Geld aus
für Souveniers als die Chinesen.
Noch ein letztes interessantes Beispiel: In China kostet ein Glas Nescafé 200gr. von Nestlé
umgerechnet 10 Franken. (ja die Chinesen trinken auch Café) Der Konsument ist also bereit
diesen Betrag zu bezahlen. In Vietnam kostet das gleiche Glas Fr. 4.70. Was es in der
Schweiz kosten würde weiss ich leider nicht aber anhand dieses Preises kann man gut
sehen wo China heute steht. Wir werden jedenfalls in Zukunft gespannt verfolgen wie es in
diesem Land weitergeht und hoffen, dass sich nicht alle Leute in Richtung „Geldgier“ ent-
wickeln. haben wir doch so viele nette, einfache Leute kennengelernt.
In den 4 Monaten haben wir unglaublich gut gegessen. Ein einziges mal war es nicht fein,
da haben wir einfach falsch gewählt. Die feinsten, handgezogenen Nudeln, die feinsten Bau-
ze und Dumplings, die feinsten Reisgerichte und eben auch die feinsen Ravioli.
Die Ravioli auf diesem Bild waren aber der Oberhammer und da kann jetzt manche Edel-
Beiz im Piemont schlicht „abstinken“. Etwas vom besten was wir in Sachen Teigwaren je
gegessen haben. Und wir sind der Meinung damit ist der Beweis definitiv erbracht, dass
Marco Polo die guten Teigwaren Rezepte von China nach Italien brachte und nicht umge-
kehrt.


Am 22. November sind wir ausgereist. Der Himmel über China hat geweint, dass wir gehen
und wir sind von LangSon im vollen Regen und in einem Stück nach Hanoi geradelt..
Dank der Kartenlesekunst von Klemens haben wir eine Punktlandung geschafft und sind
ohne Umweg und ohne Nachfragen direkt im „alten Quartier“ gelandet wo wir ein gemüt-
liches Hotel fanden.
Hier hat uns dann der Advent eingeholt, eine ganze Strasse hat nichts anderes als Weih-
nachtssachen anzubieten.
....Hanoi, SaPa via Vinh nach Laos
Vietnam ist ein ungleichsam quirliges Land. Vor allem in den Städten ist die Verkehrsdichte
sehr hoch. Tausende von Motorrollern dominieren das Strassenbild und es macht echt
Spass in diesem Durcheinander mit zu fahren. Dauernd wird gehupt - Autos und Lastwagen
hupen sogar noch lauter und noch öfter als in China und das will schon was heissen. Ohne
Watte in den Ohren hätten wir längst einen Gehörschaden.
Hanoi ist laut und lebendig am Tag, Abends aber dann doch verschlafen wie ein Provinz-
städtchen - schon ab 22.00 Uhr wird es ruhiger und nur noch wenige Kneipen sind geöffnet.

Unter anderem haben wir den Literaturtempel angeschaut - hier lassen sich übrigens viele
Studenten nach Ihren Abschlüssen fotografieren.

Wir entscheiden uns, nochmals in den Norden zu fahren, erst nordwestlich, dann über den
Tram Tom Pass nach Sa Pa. Die erste Etappe zieht sich in langen Strassendörfern ausser-
halb Hanoi‘s, so dass es einem vorkommt, die Stadt würde niemals enden. Dann geht‘s
durch Landwirtschaftsebenen und steigt mehr und mehr an. In einem Dorf, kurz vor der ers-
ten, steilen Rampe zu einem Pass, suchen wir ein Guesthouse. Es sieht aus, als würde es
gleich zu regenen an fangen, aber hier gibt es nur ein einfaches Beizli. Mit „einfach“ meinen
wir auch wirklich einfach. Die Suppe welche wir als Abendessen bekommen ist nicht wirklich
phantastisch, zuviele undefinierbare Fleischstücke schwimmen darin herum, aber das
Mütterchen ist extrem nett und wir dürfen unser Zelt auf der gedeckten „Terrasse“ aufstellen
und so können wir ein nasses Zelt elegant umgehen.
Am nächsten Morgen gehen wir in aller Frische den Pass an. Das Wetter hat sich noch nicht
viel gebessert, aber das macht die Aussicht nur umso spannender.
Etwas später reisst der Himmel dann auf, und die ersten Sonnenstrahlen kommen zum vor-
schein. Auf den ersten Metern der Abfahrt, reisst der Hinterreifen von Klemens und die Luft
entweicht mit einem lauten Knall. Netterweise ist der Pneu in einner geraden und nicht in
einer Kurve gerissen.
Ab jetzt geht es nur noch rauf und runter. Nach einer weiteren Nacht erreichen wir Song La,
wo wir die Höhlen besichtigen wollen,welche in unserer Karte gross eingezeichnet sind. Im
Lonely Planet (Reiseführer) finden wir nichs zu diesen - aber Song La liegt ja auch nicht an
der Touristenlinie. In unserem Gasthaus zeichnen sie uns nach langer Diskussion ein Plän-
li und zeigen uns ab wo wir uns durchfragen sollen. Uns kommt das ganze ein bisschen
kompliziert vor, die Höhlen sind ja immerhin auf der Gesamtkarte Laos, Kambodscha, Viet-
nam eingezeichnet - das müsste das doch etwas bekanntes sein. Mit dem Plänli kommen
wir tatsächlich in die Nähe der Höhle, zwei Kindern können wir erklären, was wir suchen und
der eine Junge vermittelt uns stolz, dass er eine Lampe holt und uns diese zeigen wird.
Die Höhlen sind völlig unspektakulär, aber der Einsatz, mit dem der kleine Bursche, einem
Touristenführer gleich, jeden Stalaktiten beleuchtet und oh oder ah sagt, ist so rührend,
dass wir den Cave richtig toll finden. Unser Guide ist stolz, als wir ihm ein paar Dongs als
Entlöhnung und ein paar Süssigkeiten als Trinkgeld zahlen. „See you again“, sagt er immer
wieder - na ja so schnell werden wir hier wohl nicht mehr vorbei kommen.
Bekannt ist das Berggebiet von Nordvietnam auch für die vielen unterschiedlichen „eth-
nischen Minderheiten“.Diese Definition können wir fast nicht mehr hören. Eigentlich ist es
ja völlig egal ob diese nun Minderheiten sind oder nicht. Wir nennen unsere romanische Be-
völkerung ja auch nicht ethnische Minderheit. Mir kommt es hin und wieder so vor, als würde
dieser Ausdruck vor allem dazuverwendet um eine gewisse Rückständigkeit zu zemen-
tieren. Aber ich kann da auch völlig daneben liegen. Hier im Norden leben nach unserer De-
finition unterschiedlichste Volksgruppen, welche zu einem grossen Teil noch in ihren ur-
sprünglichen Traditionen leben und sich noch nicht vollständig dem „globalen Einheitsmen-
schen“ verpflichtet fühlen. Auch sie haben, sobald es ihre finanzielle Lage es erlaubt, ein
Handy und wenn es kälter ist eine warme Skijacke über ihre traditionelle Kleidung, aber sie
zeigen klar, von welcher Abstammung und aus welchem Dorf sie sind. Seien das die hoch
aufgesteckten Haare (der Dutt wird mit einem Netz zusammen gehalten und links ist immer
eine Nadel mit Brosche eingesteckt) sei das der kreisrunde Faltenjupe mit Kreuzstich
Motiven, Der enge Jupe mit Bordüre unten, die rote, Turban ähnliche Kopfbedeckung oder
das knallfarbige, karrierte Kopftuch und die grossen Ohrringe.
Das Leben in einfachen Holzhäusern auf Pfählen ist äusserst einfach, kein fliessend Was-
ser und keine Heizung im Winter - und es wird empfindlich kalt hier oben.
In den grösseren Ortschaften zwischen den unterschiedlichen Dörfern findet man dann ein
wildes Durcheinander dieser unterschiedlichen Menschen.
88% der 90,5 Mio. Einwohner Vietnams sind Vietnamesen, welche vorwiegend in den dicht
besiedelten Gebieten der Mündungsdeltas von rotem Fluss und Mekong leben. Die restliche
Bevölkerung ist unterteilt in 53 weitere Volksgruppen welche vorwiegend in den weniger gut
zugänglichen Bergregionen des Nordens oder an der Grenze zu Kambodscha leben.
Ca. 81% der Bevölkerung sind Atheisten, 7,6 Mio. Budhisten und ca. 6 Mio. sind Christen.
So gibt es nur wenige Tempel und ein paar Kirchen.
Vietnam ist eine sozialistische Volksrepublik, man kann das Regierungssystem als auto-
ritäres Einparteiensystem bezeichnen.

Jedenfalls hatten wir so viele unglaublich schöne Begegnungen mit den unterschiedlichsten
Leuten mit denen wir uns wiederum nur auf „Schwyzerdütsch“ unterhalten haben, weil diese
sowieso kaum vietnamesisch, geschweige denn englisch verstanden haben. Und in Mimik
und Pantomine werden wir immer besser. Das bringt meist alle zum lachen. Wenn wir
beispielsweise einer Frau auf dem Markt in Pantomime erklären, dass wir jetzt ins Guest-
house gehe um uns zu waschen, weil wir verschwitz sind. Danach kämen wir dann wieder
runter um etwas zu essen und nochmals mit ihr zu „plaudern“
Die unterschiedlichen Stimmungen welche wir immer wieder erleben sind einfach fantas-
tisch. Natürlich bezieht sich dies nicht nur auf die Landschaft. Auch wir sind den eigenen
Stimmungen ausgesetzt und zum Glück zu zweit. Einer von uns ist immer positiver ge-
stimmt.
Es regnet immer wieder und so sind die Strassen vor allem in Baustellenbereichen aufge-
weicht. Wenn es richtig schlammig ist geht es ja noch zum Fahren, aber dieser Dreck hier,
auf ca.30 km Länge, schlägt wohl alles. Er ist irgendwie pampig, rutschig und ohne Hilfe der
Füsse geht gar nichts. Dauernd staut sich der Dreck im Schutzblech. Man kann es bild-
lich gar nicht richtig festhalten. Die Motorroller werden einfach an den Rand geparkt, es ist
so schlipfrig, dass man echt kaum durchkommt. Kaum heisst aber auch, dass man es ir-
gendwann doch geschafft hat und wieder auf ordentlichem Teer fährt.
Immer wieder treffen wir auf Frauen die unglaubliches leisten. Sie gehen zum Beispiel
Kilometer weit mit Brennholz als ob es das selbstverständlichste der Welt wäre. Sie schlep-
pen Wasser wie die Weltmeister oder tragen andere Lasten. Oft haben sie dann noch das
jüngste Kind auf dem Rücken. Generell sieht man viel weniger Männer.

7 Tage nachdem wir in Hanoi starteten sind wir im Aufstieg zum 1997 Meter hohen Tram
Tom Pass. So haben wir uns den Aufstieg zum höchsten Pass Vietnams eigentlich nicht
vorgestellt. Es ist saukalt und die knapp 1500 Höhenmeter fahren wir in dichtem Nebel, im-
mer in der Hoffnung die dicken Schwaden würden sich lichten und wir hätten dann eine tol-
le Aussicht. Manchmal haben wir uns nicht mehr gesehen, nur noch das feine cht, cht, cht
der Ketten war hörbar.
Die Hoffnung war vergebens. Oben wurden wir nicht mit Sonnenschein sondern mit einer
Dusche belohnt. Es begann zu regnen. Die Abfahrt runter zu dem touristischen Ort Sa Pa
war dann auch entsprechend gemächlich und vorsichtig. Sa Pa liegt auf 1500 Meter Höhe
direkt an der Passstrasse. Der Nebel war so dicht, dass wir die Kirche, nach der wir uns ori-
entieren wollen, erst gar nicht gefunden haben. Die kalte Nebelstimmung verlieh dem Ört-
chen aber etwas so mystisches, dass es uns besser gefallen hat als wie erwartet haben.
Absolut erstaunlich waren die guten Englischkenntnisse der unterschiedlichsten Volks-
gruppen welche in Sa Pa ihre Waren anbieten. Hier werden die unterschiedlichsten Hand-
arbeiten an die Touristen verkauft, aber auf eine so nette und nicht aufdringliche Art, dass
sich Brigitte sogar eine Mütze gekauft hat. Zuvor haben wir in den Dörfern genug webende,
stickende oder nähende Frauen gesehen.
Es hat richtig Spass gemacht sich mit diesen Frauen im Ort zu unterhalten ohne auf die
Pantomime zurückgreifen zu müssen. Weil wir uns aber nicht gewohnt waren, dass man uns
versteht, konnten wir die Mimik auch nicht immer lassen und so hatten wir wiederum viel zu
lachen und den kalten Nebel spürten wir kaum noch.
Ein Tag Sa Pa hat hat uns gereicht. Wir haben auf unserer Fahrt über Nebenstrassen genü-
gend Dörfer und Örtchen gesehen, also mussten wir nicht von hier aus kleine Villages besu-
chen wie das die meisten Touristen tun. Sehr authentisch werden diese Örtchen wohl auch
nicht mehr sein, wenn Myriaden von Fremden einfallen und alles wie in einem Zoo betrach-
ten und fotografieren. Sa Pa war für uns einfach zu kommerziell ausgerichtet. Überall Läden
mit Treckingausrüstungen, Souvenirs, Restaurants mit französischer, italienischer oder in-
discher Küche usw. Sa Pa würden wir als das Zermatt von Vietnam bezeichnen.
Noch etwas zum Fotografieren. Wir fotografieren immer nur mit grossem Respekt und hoh-
len bei Portraits und persönlichen Bildern immer das Einverständnis ein. Wir fotografieren
nur, wenn wir etwas „geredet“ haben, Das definitive ja zum Bild holen wir mit den Augen ein,
und so entstehen Bilder die uns lieb sind, weil wir mit dem Menschen, wenn auch nur kurz,
in Beziehung waren und wir uns gegenseitig für einen Moment in die Seelen geblickt haben.
Von Sa Pa geht es auf Nebenstrassen, aber mehr oder weniger direkt, Richtung Hanoi. Es
ist interessant, dass bestimmte Branchen immer wieder ganze Täler einnehmen. So kommt
man hier wieder einmal in ein Tal der Holzverarbeitung. Dann in ein Tal der Steinbearbeit-
tung, dann ins Tal der Schweinchen (welche alle frei herum laufen) ins Dorf der Orangen,
oder ins Dorf der Bananen.
Von Sa Pa geht es auf Nebenstrassen, aber mehr oder weniger direkt, Richtung Hanoi. Es
ist interessant, dass bestimmte Branchen immer wieder ganze Täler einnehmen. So kommt
man hier wieder einmal in ein Tal der Holzverarbeitung. Dann in ein Tal der Steinbearbeit-
tung, dann ins Tal der Schweinchen (welche alle frei herum laufen) ins Dorf der Orangen,
oder ins Dorf der Bananen.
In Hanoi geniessen wir die Annehmlichkeiten einer grösseren Stadt. Brigitte erwischt dann
aber ein „Käferli“ und muss 2 Tage im Zimmer verbringen, weil Ausflüge länger als 10 Min-
uten zum Problem werden. Ausser ORS hab ich nichts genommen und nach diesen 2 Tagen
war der Spuk vorbei. Es konnte weitergehen in Richtung Süden über NimhBinh und Vingh
an die laotische Grenze.
Es lief wie geschmirt bis HoaBinh. Von hier hat uns nur noch ein Pass von der Laotischen
Grenze getrennt und guter Dinge nahmen wir diesen am vierten Tag in Angriff. Erst ging‘s
noch durch einen wunderschönen Wald nahe dem Fluss, Dann steigt es an und wird kälter,
nebliger und windiger.
Kurz nach zwölf sind wir oben im dicken, nassen Nebel und....... der Zoll hat Mittagspause.
Die Grenze bleibt geschlossen bis um 13.30 Uhr Hier oben gibt es nicht einmal eine warme
Suppe - lediglich eine Art Teestube hat offen - im wahrsten Sinne des Wortes, denn eine
Tür hat das Beizli nicht. Die Kühltruhe in der Ecke ist leider nicht eingeschaltet sonst würde
diese wenigstens etwas wärmen. Jetzt wo wir Pause machen fireren wir natürlcih wie die
Schlosshunde.
Der Grenzübertritt ist vergleichsweise einfach. Wir verlangen ein „30 Tage Visa on arrival“
für Laos, Leider war die Grenze noch lange nicht die Passhöhe. Jetzt ging es erst richtig
stozig bergan. Kurz vor der richtigen Passhöhe mussten wir anhalten und ein „Not-Snickers“
essen. Haben wir zum Glück noch gekauft in Hanoi - Schoggi ist oft motivierender als Dörr-
früchte, wenn auch etwas weniger gesund.
Das Dorf, in welchem wir annahmen es hätte ein Guesthouse war kurz unterhalb der Pass-
höhe. Es hatte tatsächlich eine Unterkunft mit total feuchten, muffeligen Zimmern und einer
Gaststube mit offenem Garagetor statt Fenster oder Türen. Die Küche im hinteren Teil war
auch offen und so hat es richtig schön durchgezogen und wir sind früh und todmüde ins
Bett. Eigentlich hätte es nach dem Pass rutner gehen sollen nach Phonsavan. Aber es ging
nur rauf und runter, rauf und runter und so Höhe abbauen ist echt nicht lustig.
Item, ab Phonsavan war, das Wetter endlich besser und wir besichtigten die „Ebene der
Tonkrüge“. Welche im übrigen nicht eine Ebene ist, sondern mehrere Stellen auf denen nicht
Tontöpfe,sonder riesige Steinkrüge von 600 bis 6000 kg verteilt sind, welche 1500 bis 2000
Jahre alt sind. Man nimmt an diese hätten als Särge oder Urnen gedient.

Von hier rumpelten wir Richtung Luang Prabang. Es war am Morgen noch empfindlich kühl,
aber tagsüber hat die Sonne ganz schön gewärmt. Das ewige auf und ab hat uns bei diesen
Temperaturen Spass gemacht und die beiden letzen Pässe vor Luang Prabang waren dann
pures Vergnügen - sowohl hoch wie runter.
Es geht durch einfachste Dörfer, wiederum mit so netten Leuten. Jetzt wird nicht mehr „sin
chao“ gerufen wie in Vietnam sonder „sabajdi“ Wobei die Betonung auf dem i am Schluss
liegt und etwas ausgehalten wird. Die Laoten sind etwas zurückhaltender als die Vietna-
mesen aber wenn man zuerst grüsst kommt ein unglaubliches Strahlen zurück.
Viele Leute sind herausgeputz und auch die Kinder tragen teilweise Trachten, da zu jener
Zeit das Neujahrsfest der Hmong - eine Woche lang - stattfand.


Irgendwann realisierten wir, dass unser Zwanzigtausender auf Luang Prabang fallen könnte.
4 km fehlten, als wir kurz vor der Ortseinfahrt waren, also fahren wir noch ein Ründeli den
Fluss hoch und haben anschliessend vor dem Palast genau 20‘000 km auf dem Zähler.
Wir bitten einen Passanten unser obligates Foto zu schiessen anschliessend laden wir
Christian zu einem Bier ein um diesen Anlass zu feiern. Auch wenn es in diesem Report
ganz anders klingt, auf unserer Reise haben wir bestimmt nicht mehr als 10 Biere getrun-
ken. Seit dem Iran sind wir eher zu Fruchtsaft- und seit China zu Grünteetrinkern geworden.

Hier in Luang Prabang feierten wir auch wunderschöne Weihnachten. Erst gingen wir in‘s
Theater und schauten uns eine traditionelle Vorführung mit Tanz an, dann machten wir ein
wunderschönes Feuer am Mekong und genossen die ruhige Stimmung. Wir sind froh und
dankbar, dass wir bisher so wenige Probleme hatten und unsere Gesundheit alles mitmacht.
Hier haben wir auch die Pläne für die Weiterfahrt Richtung Thailand geschmiedet und dank
Daniel dem Sportler, wissen wir jetzt auch, dass es möglich ist den Stuart-Highway mit dem
Fahrrad zu fahren. Er hat‘s schon mal gemacht, also quer durch Australien von Darwin bis
Adelaide. Wenn wir also Fit bleiben, können wir diese 3500km Wüstendurchfahrt durchaus
ins Auge fassen.
.... 20‘000 Kilometer am 200ertsten Fahrtag genau auf Höhe
Palast. Das ist doch die Krönung.
.... da findet es Äffli es Äffli - am liebsten würden wir den Kerl
ja mitnehmen........auch hier bei den Töpfen wird man gewarnt, nicht neben
den markieren Wegen zu gehen........ein sehr leidiges Kapiel sind in Laos das nicht explodierte
Kriegsmaterial aus dem Vietnamkrieg. Noch heute ist es viel-
erorts nicht ratsam die Wege zu verlassen weil noch lange
nicht alles geräumt ist. .......auch hier im Beizli am Zoll „Tag der offenen Tür“... noch heute wird ein riesen Kult um Ho Chi Minh gemacht.
Nur durch immense Sicherheitskontrollen kommt man ins
Mausoleum. ... noch heute wird ein riesen Kult um Ho Chi Minh gemacht.
Nur durch immense Sicherheitskontrollen kommt man ins
Mausoleum. Am Vormittag hat es Daniel erwischt....
Der Literaturtempel diente nie religiösen Zwecken. Er wurde
um 1070 erbaut und ist die erste Akademie des Landes in der
1076 bis 1915 Söhne der Mandarine und hochbegabte unter-
richtet wurden.

....kurz vor Mittag Brigitte.......Tal der Holzverarbeitung...und auch sie spricht englisch...schön wenn man sich richtig verständigen kann. Sie kocht
am liebsten Suppe mit Gemüse - scharf mag sie es aber nicht
und stellt deshalb den Chili separat auf den Tisch für ihren
Mann....schön wenn man sich richtig verständigen kann. Sie kocht
am liebsten Suppe mit Gemüse - scharf mag sie es aber nicht
und stellt deshalb den Chili separat auf den Tisch für ihren
Mann.Znüni am Strassenrand - leider lichtet sich der Nebel nicht.Frauen arbeiten hier unglaublich viel und hartFrauen arbeiten hier unglaublich viel und hartWas hat unsere Welt wohl mehr verändert, die Dampfmasch-
ine, das Flugzeug, die Mondlandung, der Fernseher, der Com-
puter, oder das Handy? In jedem Dörfchen dominieren die
Mobile-Anbieter die Werbeflächen. Früher war es Coca Cola,
heute sind es Telecom und Konsorten.
Was hat unsere Welt wohl mehr verändert, die Dampfmasch-
ine, das Flugzeug, die Mondlandung, der Fernseher, der Com-
puter, oder das Handy? In jedem Dörfchen dominieren die
Mobile-Anbieter die Werbeflächen. Früher war es Coca Cola,
heute sind es Telecom und Konsorten.







Fräschels - Olten - Aarau – Mellingen, Unterterzen - Klosters - Verinatunnel – Zernez,, Zernez - Offenpass – Goldrain, Goldrain - Bozen – Klausen, Klausen - Bruneck - Versciaco Di Sopra, Versciaco Di Sopra - Lesachtal – Hermagor, Hermagor - Wurzenpass – Zirovnica, Zirovnica - Ljubljana - bei Zidani Most, Zidani Most - Zagreb - Dogo Selo, Dogu Selo - Popovaca – Novska, Novska - Podvinje – Strizivojna, Strizivojna - Vinkovci - St Mitrovica, St Mitrovica – Belgrad, Belgrad - Kovin - Stara Palanka, Stara Planka - Donji Milanovac, Donji Milanovac - Kladovo - Brza Palanka, Brza Palanka - Vidin - nach Dinovo, nach Dinovo - Montana – Vranca, Vranca - Botevgrad - Erdopole - Zlatitsa/Pirdop, Zlatitsa/Pirdop, Zlatitsa/Pirdop - Karlovo - bei Kasanlak, bei Kasanlak - Grenze Bulgarien Grichenland, Grenze Bulgarien Grichenland - Edirne Türkei, Edirne, Edirne - Babaeski – Corlu, Corlu - Silivri – Istanbul, Istanbul,Istanbul,Istanbul, Fräschels - Istanbul, Istanbul - Fähre Mudaya – Iznek, Iznek - Geyve - hinter Tarakli, hinter Tarakli - Dedeler - hinter Nallihan, hinter Nallihan - Beypazan – Ayas, Ayas - Ankara – Gölbasi, Gölbasi – Serefilkochisar, Serefilkochisar - Akasars - bei Delihebli, bei Delihebli – Göreme, Göreme Cavusin, Göreme Zelve,,

Göreme Derinkuyu, Göreme, Göreme - Dörtyol – Develi, Develi - Saraycik – Bozgüney, Bozgüney - Göksun - hinter Tekir, hinter Teki - Nari – Pazarcik, Pazarcik -Gölbasi - vor Adiyaman, vor Adiyaman - Kahta – Karadut, Karadut – Siverek, Siverek, Siverek – Diyarbakir, Diyarbakir - Sivan - Malabadi Köprüsü, Malabadi Köprüsü - Ziyaret – Bitlis, Bitlis – Tatvan, Tatvan - Serinbayir Nemrut Vulkan, Serinbayir - Tasharman – Tatvan, Tatvan, Tatvan, Tatvan - Ahlat - hinter Heybetti, Heybetti - Ercis - Muradiye - hinter Caldiran, hinter Caldiran – Dogubayazit, Dogubayazit, Istanbul - Dogubayazit vor Iranische Grenze, Dogubayazit - Maku - vor Margan vor Margan - Ev Oghli - vor Kirkhiar, Kirkhiar - Marand – Tabris, Tabris, Tabris - Bostan Abad - Sa'di, Sa'di - Miyaneh - bei Akbarabad, Akbarabad - hinter Zanjan, Zanjan - Soltaniyeh - vor Takestan, Takestan - hinter Bu'in Zara, Bu'in Zara - bei Saveh, Saveh - Sarafchengan - Ala Fraz 'Ali, Ala Fraz 'Ali - Meymed - bei Shahin Shar, Shahin Shar – Isfahan, Isfahan, Isfahan, Shiraz, Shiraz, Shiraz, Shiraz - mit dem Nachtbus zurück nach Isfahan, Isfahan, Isfahan - Kuhayeh – Toudeshk, Toudeshk - Na'in – Ardakan, Ardakan – Yazd, Yazd, Yazd, Yazd - Kharanaq - nach Share-e Now, Share-e Now - R P Badam - Mosche Salzsee, Mosche Salzsee – Tabas, Tabas, Tabas - Deh Mohammed - Eshq Abad, Eshq Abad - Tappeh Taq – Sälehiyeh, Sälehiyeh - Bardeskan - vor Farg, Farg - Shäd Mehr - Torhat e Heydariyeh, Torhat e Heydariyeh - Robat Sang - Robat Sefid, Robat Sefid -Malek Abad – Mashhad, Mashhad, Mashhad, Mashhad - Zoshk – Mashhad, Mashhad, Mashhad - Gujki - Garden Khoor, Garden Khoor - Amirabad – Chahchaheh, Mashhad - Mazdavand, Mazdavand – Gonbadli, Gondadli – Sarakhs, Sarakhs, Iran Total, Sarakhs - ca. 25km nach Grenze Turkmenistan, 25km nach Grenze - Mary - vor Bayramaly, Bayramaly - Ravnina - 20 km vor Repetek, Repetek – Turkmenabat, Turkmenabat - Farap - nach Qarakol, Qarakol – Bukhara, Bukhara, Bukhara, Bukhara, Bukhara - Muborak - vor Koson, Koson - Qarshi - nach G'uzor, G'uzor - Dehqonobod - nach Pass Oqravot, Pass Oqravot - Boysun - bei Mirshodi, Mirshodi - Denov – Otkamak, Mirshodi – Dushanbe, Dushanbe, Dushanbe – Karatosh, Kasratosh - Shar Shar Pass - vor Olimtoy, vor Olimtoy - Kulob - vor Pass, Kisht - vor Zigar, Zigar - Zing – Kevron, Kevron -Kurgovad – Chehek, Chehek - Vamad - vor Past- Khuf, vor Past Khuf – Khorog, Khorog, Khorog, Khorog – Yakhshwol, Yakhshwol - Ishkashim – Zumudg, Zumudg – Langar, Langar, Langar - Pamir-Tal, Pamir-Tal - Kharagush - See am Pass, See am Kharagush Pass - Alichur White Fish, White Fish - Neizatash Pass 4137m - Murghab, Murghab, Murghab - Akbaital - Höhe 4290, Höhe 4290 - Akbaital Pass 4655m - Kara Kul, Kara Kul - Uy Bulak Pass 4232m - vor Kizil Art Pass, vor Kizil Art Pass 4336 - Sary Tash - Aymanma River, Aymanma River-Pass 3879-Irekstam-Pass 2945-Uluggat, Total Zentralasien, Uluggat - vor Wuqia, vor Wuqia – Kashgar, Kashgar, Kashgar, Kashgar, Kashgar - vor Payzawat – Kashgar, Kashgar - Suhong –
Xike' erkulezhen, Xike' erkulezhen - Sanchazhen - nach Sanchazehn, Sanchazhen - vor Aksu, Aksu - nach Jiamu, Jiamu – Kuqa, Kupa – Yangxiazhen, Yangxiazhen - Korla – Tashidianzhen, Tashidianzhen - Hoxud - ca. 20km nach Wushitala, Wushitala - Pass - nach Toksum, Toksum – Turpan, Turpan, Turpan - Grape Vally, Turpan - Shanshan- nach Shanshan, Shanshan - vor Xingxingsia, Xingxingsia - vor Luiyuan, Luiyuan – Dunhuang, Dunhuang, Dunhuang - Mogao Cave – Dünen, Dunhuang, Dunhuang – Jiuyan, Juijan -, Zhangye, Zhangye - nach Minle, Minle - Pass 3685 - Pass 3767m - Qidaoban , Qidaoban - Qingshizui - Pass 3792m –Dabankou, Dakankou – Xining, Xining, Xining, Xining - Zhabazhen - Qingshashanpass 3256m –Yanqutancum, Yanqutancum -Bao'anxiang - nach Guashi Zesi, Guashi Zesi - Pass 3633m - Ganjiaxaing - Pass 3372m – Xiahe, Xiahe, Xiahe, Xiahe - Amuquhuxiang - vor Riwaduo, Riwaduo – Langmusi, Langmusi, Langmusi, Langmusi – Zoige, Zoige, Zoige - Pass 3840m -12km nach Pass, Sopngpan - nach Diexizhen, Diexizhen – Dunjiangyan, Dunjiangyan, Dunjiangyan – Chengdu, Chengdu, Chengdu - Meishan - Jiajiang , Jiajian – Leshan, Leshan, Leshan, Leshan – Muchuan, Muchuan – Suijang, Suijang – Miaokou, Miaokou - Dou sha guan, Dou sha guan - Jing' anxiang , Jing' anxiang - nach Yichezhen, Yichezhen - nach Huize, Huize – Sonming, Sonming – Kunming, Kunming, Kunming, Kunming, Kunming - Yiliang – Damoga, Damoga - Shizong - vor Luopin, Luoping – Xingyi, Xingyi - Bajiezhen- Fähre nach Tianshengqiaozhen – Longlin, Baise – Lingzhanyaozuxiang, Lingzhanyaozuxiang - Lingyun -nach Zhongtingxiang, Zhongtingxiang - Fengshan – Jiazhuanxing, Jiazhuanxing - Bama – Yantanzhen, Yantanzzhen - Dahua - Mashan , Mashan - Jianfangxiang – Shanglin, Shanglin - Zouweizhen – Xingbin, Xingbin - Zhenglongxian - Xiangzhou – Sicunzhen, Sicunzhen - Toupaizhen – Lipu, Lipu – Yangshou, Yangshuo , Yangshuo, Yangshuo, Yangshuo – Guilin, Guilin - Longsheng - Ping'an, Ping'an, Ping'an - Sanjian - Chengyang Bridge - Sanjian, Sanjian - Rong'an – Rongshui, Rongshui - Luo Cheng - Yizhou , Yizhou - Hechi – Jiuxu, Juixu - Donglan – Bama, Bama , Bama - Tianyang – Pohongzhen, Pohongzhen - Debao - Jingxi, Jingxi, Jingxi - Detian Wasserfälle, Detian - Mingshi – Leiping, Leiping - Jiangzhou – Baijang, Baijang - Panlong – Ningming, Ningming, Ningming, Ningming, Ningming - Pingxiang - Lang Son Vietnam, Total China, Total China, Total China, Lang Son – Hanoi, Hanoi, Hanoi, Hanoi, Hanoi - Phu Cuong, Phu Cuong - vor Moc Chau, Moc Chau - Son La, Son La, Son La - Muong Gion, Muong Gion - N.T. Than Yuen, N.T. Than Yuen - Tram Ton Pass - Sa Pa, Sa Pa, Sa Pa, Sa Pa,

Fräschels - Olten - Aarau – Mellingen, Unterterzen - Klosters - Verinatunnel – Zernez,, Zernez - Offenpass – Goldrain, Goldrain - Bozen – Klausen, Klausen - Bruneck - Versciaco Di Sopra, Versciaco Di Sopra - Lesachtal – Hermagor, Hermagor - Wurzenpass – Zirovnica, Zirovnica - Ljubljana - bei Zidani Most, Zidani Most - Zagreb - Dogo Selo, Dogu Selo - Popovaca – Novska, Novska - Podvinje – Strizivojna, Strizivojna - Vinkovci - St Mitrovica, St Mitrovica – Belgrad, Belgrad - Kovin - Stara Palanka, Stara Planka - Donji Milanovac, Donji Milanovac - Kladovo - Brza Palanka, Brza Palanka - Vidin - nach Dinovo, nach Dinovo - Montana – Vranca, Vranca - Botevgrad - Erdopole - Zlatitsa/Pirdop, Zlatitsa/Pirdop, Zlatitsa/Pirdop - Karlovo - bei Kasanlak, bei Kasanlak - Grenze Bulgarien Grichenland, Grenze Bulgarien Grichenland - Edirne Türkei, Edirne, Edirne - Babaeski – Corlu, Corlu - Silivri – Istanbul, Istanbul,Istanbul,Istanbul, Fräschels - Istanbul, Istanbul - Fähre Mudaya – Iznek, Iznek - Geyve - hinter Tarakli, hinter Tarakli - Dedeler - hinter Nallihan, hinter Nallihan - Beypazan – Ayas, Ayas - Ankara – Gölbasi, Gölbasi – Serefilkochisar, Serefilkochisar - Akasars - bei Delihebli, bei Delihebli – Göreme, Göreme Cavusin, Göreme Zelve,,

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Xike' erkulezhen, Xike' erkulezhen - Sanchazhen - nach Sanchazehn, Sanchazhen - vor Aksu, Aksu - nach Jiamu, Jiamu – Kuqa, Kupa – Yangxiazhen, Yangxiazhen - Korla – Tashidianzhen, Tashidianzhen - Hoxud - ca. 20km nach Wushitala, Wushitala - Pass - nach Toksum, Toksum – Turpan, Turpan, Turpan - Grape Vally, Turpan - Shanshan- nach Shanshan, Shanshan - vor Xingxingsia, Xingxingsia - vor Luiyuan, Luiyuan – Dunhuang, Dunhuang, Dunhuang - Mogao Cave – Dünen, Dunhuang, Dunhuang – Jiuyan, Juijan -, Zhangye, Zhangye - nach Minle, Minle - Pass 3685 - Pass 3767m - Qidaoban , Qidaoban - Qingshizui - Pass 3792m –Dabankou, Dakankou – Xining, Xining, Xining, Xining - Zhabazhen - Qingshashanpass 3256m –Yanqutancum, Yanqutancum -Bao'anxiang - nach Guashi Zesi, Guashi Zesi - Pass 3633m - Ganjiaxaing - Pass 3372m – Xiahe, Xiahe, Xiahe, Xiahe - Amuquhuxiang - vor Riwaduo, Riwaduo – Langmusi, Langmusi, Langmusi, Langmusi – Zoige, Zoige, Zoige - Pass 3840m -12km nach Pass, Sopngpan - nach Diexizhen, Diexizhen – Dunjiangyan, Dunjiangyan, Dunjiangyan – Chengdu, Chengdu, Chengdu - Meishan - Jiajiang , Jiajian – Leshan, Leshan, Leshan, Leshan – Muchuan, Muchuan – Suijang, Suijang – Miaokou, Miaokou - Dou sha guan, Dou sha guan - Jing' anxiang , Jing' anxiang - nach Yichezhen, Yichezhen - nach Huize, Huize – Sonming, Sonming – Kunming, Kunming, Kunming, Kunming, Kunming - Yiliang – Damoga, Damoga - Shizong - vor Luopin, Luoping – Xingyi, Xingyi - Bajiezhen- Fähre nach Tianshengqiaozhen – Longlin, Baise – Lingzhanyaozuxiang, Lingzhanyaozuxiang - Lingyun -nach Zhongtingxiang, Zhongtingxiang - Fengshan – Jiazhuanxing, Jiazhuanxing - Bama – Yantanzhen, Yantanzzhen - Dahua - Mashan , Mashan - Jianfangxiang – Shanglin, Shanglin - Zouweizhen – Xingbin, Xingbin - Zhenglongxian - Xiangzhou – Sicunzhen, Sicunzhen - Toupaizhen – Lipu, Lipu – Yangshou, Yangshuo , Yangshuo, Yangshuo, Yangshuo – Guilin, Guilin - Longsheng - Ping'an, Ping'an, Ping'an - Sanjian - Chengyang Bridge - Sanjian, Sanjian - Rong'an – Rongshui, Rongshui - Luo Cheng - Yizhou , Yizhou - Hechi – Jiuxu, Juixu - Donglan – Bama, Bama , Bama - Tianyang – Pohongzhen, Pohongzhen - Debao - Jingxi, Jingxi, Jingxi - Detian Wasserfälle, Detian - Mingshi – Leiping, Leiping - Jiangzhou – Baijang, Baijang - Panlong – Ningming, Ningming, Ningming, Ningming, Ningming - Pingxiang - Lang Son Vietnam, Total China, Total China, Total China, Lang Son – Hanoi, Hanoi, Hanoi, Hanoi, Hanoi - Phu Cuong, Phu Cuong - vor Moc Chau, Moc Chau - Son La, Son La, Son La - Muong Gion, Muong Gion - N.T. Than Yuen, N.T. Than Yuen - Tram Ton Pass - Sa Pa, Sa Pa, Sa Pa, Sa Pa,



....von Luang Prabang nach Chiang Mai

Im bergigen Norden von Laos am Mekong, liegt die alte Königsstadt Luang Prabang. Die Stadt blieb während den Kampfhandlungen im Indochina Krieg weitgehendst verschont und die wertvollen Tempelanlagen blieben erhalten. Wir haben hier die Vorzüge einer Touristenstadt genossen – gutes Essen am Nachtmarkt, feine Kuchen, entspannende Massagen und dies alles in einem stimmungsvollen Umfeld.
Hier trafen wir auch andere Radler wie Raimund aus Wien und die beiden aufgestellten Schweizer Andrea und Jonas welche kurz zuvor in Nepal waren mit dem Fahrrad. Eindrücklich wie sich in solchen Zentren die Wege kreuzen und natürlich spricht man mit jedem der ein Velo dabei hat. Ebenso Martin, der Velomech aus Basel, den wir dann später wiederum zufällig in Thailand getroffen haben. Die Welt ist eben schon klein und Schweizer gibt’s echt überall. Sogar Schramberger, aus der Heimatstadt von Klemens, die jetzt in der Schweiz leben und arbeiten haben wir getroffen (allerdings ohne Velo). In Südostasien sind eben schon viele Leute unterwegs.


Frühmorgens geht’s los in Richtung PakMong. So super erholt läuft alles wie geschmiert – das fahren fühlt sich an, als hätten wir einen Motor. Die Landschaft ist zu dieser Jahreszeit wunderschön grün und wir pedalen drauflos und freuen uns schon auf die Schiffahrt welche wir eingeplant haben. In Nong Kiao verladen wir unsere Velos auf ein kleines Boot und fahren den NamOu hinauf nach Muang Ngoy. Dieses Dorf ist nur mit dem Boot zu erreichen und auch sonst sehr abgeschnitten. Stom gibt von 18.00 bis 21.30 Uhr. Man geht mit den Hühnern ins Bett und steht mit den Hähnen auf. Genau der richtige Ort um Silvester zu verbringen. Zusammen mit Ivi und Katharina, viel LaoLao (laotischer Reisschnaps) und ein paar Einheimischen stossen wir am Lagerfeuer auf ein tolles 2012 an. Sabajdee bemai!
Wir wohnen in einfachen Bungalows mit wunderschöner Sicht auf den Fluss und geniessen unsere Hängematten oder wandern durch die Landschaft. Die Gegend ist sehr ursprünglich, viele einfache Dörfer und Reisfelder, Kühe und Wasserbüffel, kleine Bäche in denen Jungs mit Taucherbrille und Harpunen fischen oder webende Frauen die für den Markt in LuangPrabang Seidentücher fertigen. Die moderne Zeit hat hier noch nicht ganz Einzug gehalten und die Leute sind trotz des sicher harten Alltags alle sehr freundlich und fröhlich.

Am 2. Januar nehmen wir wiederum das Boot und fahren einen Tag weiter flussaufwärts. Der NamOu zieht sich durch Halb-Dschungel, abgeholzte Hügel, vorbei an noch einfacheren Dörfern und sogar Goldwäscher säumen die Ufer. Legt das kleine Boot an, rennen alle Kinder zusammen, schliesslich ist das Schiff die einzige Verbindung zur Welt. Ein Boot runter und ein Boot flussaufwärts pro Tag.
In Muong Khoa ist unsere Schiffahrt zu ende und am nächsten Tag radeln wir weiter nach Oudomxai. Als wir am nächsten Morgen von dort weiter radeln wollen, regnet es wie aus kübeln und wir beschliessen sofort wieder unter die Decke zu kriechen. Sind wir mittlerweile Weicheier? Es hat sich jedenfalls gelohnt, der Wat und die grosse Statue oben am Berg waren dann an diesem Tag in einem so schönen Licht wie man es nicht besser hätte planen können. Fast schon mystisch.

Luang Namtah, unser nächster Ort, hat uns etwas enttäuscht. Das langgezogene Strassendorf, oder eine Aneinanderreihung verschiedener Dörfer wirkte für uns eher trostlos. Frauen aus den Bergstämmen der Akkas versuchen im Dorf Ethno-Souveniers zu verkaufen aber auf eine sehr wehleidige, erbarmen heischende Art, dass es einem verleidet überhaupt etwas anzuschauen. Wir fanden keine Antwort auf die Frage, weshalb die Akkas hier keinen Stolz mehr haben – wir haben dieses Volk an anderen Orten ganz anders erlebt. Schade.
Trotzdem sind wir einen Tag geblienen, wir hatten ein total nettes Logis und konnten wegen dem Visa nicht zu früh in Thailand einreisen.

Die Besichtigung des grossen Wat in LuangNamTha hat sich dafür gelohnt im Abendlicht scheint er noch goldener.

Nach zwei Tagesritten mit zum Teil giftigen Anstigen und einer Übernachtung im Zelt in der Nähe eines kleinen Bergdorfes und schon sind wir an der Grenze. Nur der Mekong trennt uns jetzt noch von Thailand – mit einem kleinen Boot setzen wir über.

Von Chiang Khong dem Thailändischen Grenzort geht es erst dem Mekong entlang, dann über die Berge nach Chiang Saen. Tags darauf dann ins goldene Dreieck Laos / Thailand / Myanmar. Wir besuchen auch die“ Hall of Opium“ eine irrsinnig gute und eindrückliche Ausstellung rund ums Opium, mit gut verständlichen geschichtlichen Hintergründen und Fakten. Für uns ein absolutes „must“ für „Golden Triangle“ Besucher.

Mae Salong in den Bergen war unser nächstes Ziel wir haben aber in keiner Art und Weise mit einer groben Etappe gerechnet. Das Dorf liegt „nur“ auf 1150 Meter, doch die Ostanfahrt ist dermassen steil auf den letzten 20 Kilometer, dass uns echt fast der Pfupf ausging. Die Kurven und Rampen stehen vor einem wie Wände und lang nachdem der erste Gang schon eingelegt war, kommt das Zeichen „Achtung steil“. Nein, so etwas sind wir noch nie gefahren, weite Strecken über 22%, teilweise noch steiler, so dass das Vorderrad trotz unserer schweren Vorderradtaschen abhob und wir extrem mit Vorlage fahren mussten. Dazu kommen immer wieder kleine und grössere Abfahrten und Gegenanstiege und man befürchtet schon das Ziel nie zu erreichen. Zum Dessert kommt noch der Anstieg zum Guesthouse und die Schenkel brennen ernsthaft. Noch selten hat eine warme Dusche so gut getan.

Das Dorf Mae Salong wurde 1961 von aus Burma flüchtenden, Chinesen des 93. Regiments, der ehemaligen Kuomintang-Armee gegründet. Bis in die achtziger Jahre war die Gegend Opium Anbaugebiet. Heute wir Tee angebaut, den man überall degustieren und kaufen kann. Man fühlt sich im Dorf echt ein bisschen wie in China, viele chinesische Produkte sind erhältlich. In den weiteren Dörfern der Umgebung wohnen die unterschiedlichsten Volksgruppen. Wir sind einen Tag geblieben, hatten aber extremen Regen und kalt. Bei der Weiterfahrt packten wir die Beinlinge und Handschuhe aus – welche schon weit unten verstaut waren, da wir nicht davon ausgingen diese vor Neuseeland nochmals zu brauchen.


Die Fahrt nach Chiang Mai lief wie geschmiert, gegen Schluss ist die Strecke praktisch flach. Der Verkehr in Chiang Mai, der zweitgrössten Stadt Thailands hält sich in Grenzen und es war Vergnügen pur bis an die innere Stadtmauer zu fahren. Wir genossen hier das „lädele“ und Souvenirs kaufen, haben uns massieren lassen und am Sonntagsmarkt noch die letzten Mitbringsel besorgt. Nach dem Ausflug an die heissen Quellen und einem Zeitfahrrennen auf den Doi Suthep und anschliessend auf den Doi Pui (Klemens hat, wer hätte es gedacht gewonnen) war es Zeit nach Hang Dong zu fahren.
In Hang Dong, ca. 16 km vom Stadtzentrum entfern leben unsere Freunde Annelies und Masato und wir haben uns immer wieder gefragt, was es wohl für ein Gefühl sein wird, wenn wir bei ihnen durch’s Tor fahren. Sie haben uns einen wunderschönen Empfang bereitet und es war schöner als in der Vorstellung. Es ist einfach herrlich mit den beiden zusammen zu sein und in ihrem Heim fühlt man sich sowieso wie in den Ferien. So haben wir es richtig genossen und wer Masato noch vom Business her kennt, kann sich kaum vorstellen wie entspannt und ruhig er in Thailand ist.


Wir haben ein grosses Zwischenziel erreicht, bis hierher war es eine unglaublich schöne Zeit. 11 Monate sind wir geradelt , einundzwanzigtausend Kilometer haben wir auf dem Zähler und in unserem „Platten“ Wettkampf steht es 12:5 für Brigitte. Jetzt machen wir Ferien. Ohne Velos, ohne Kamera, ohne Berichte. Die Räder lassen wir in Hang Dong und Mitte Februar geht’s dann von hier weiter nach Kambodscha. Wir freuen uns.

Kaum zu glauben, all dies hat auf zwei Fahrrädern platz und man kommt trotzdem noch super vorwärts. Dazu braucht es aber wirklich gute und stabile Fahrräder, wir fahren:
Aarios Discovery mit Rohloff Nabenschaltung. Inkl. der stabilen Gepäckträger wiegen die Velos je ca. 16kg sind aber so genial zu fahren, dass man sich in den Kurven wie auf einem Motorrad fühlt.
Alles Material ist in Ortlieb Taschen verpackt, jeweils 2 Vorderrad lowrider, zwei Hinterrad Saccochen, 1 Rackpack und 1 Lenkertasche. Alles voll wasserdicht.
Wir übernachten im
Exped Orion Zelt und schlafen auf luxuriösen Exped Downmats. Die Schaumstoffmatten brauchen wir nur vor dem Zelt. Superwarme Schlafsäcke, Glacier von Mountain Equipment tragen zum Komfort bei.
Ansonsten haben wir von Kamera über Laptop, Werkzeug und Ersatzmaterial, Benzinkocher, Thermoskanne, Kochzeug, Wassersack, Steripen usw. usw. alles mit dabei.
Neben den Veloschuhen auch richtig gute Trekingschuhe.
Ergibt ein Gesamtgewicht inkl. Fahrräder von rund 100 kg.

Fazit nach 2 Monaten reisen (kurz vor Iran) : wir haben genau das richtige mit dabei.

Fazit nach 5 Monaten (Kashgar China 10'500km):
- die Velos sind absolute Klasse. Nach Kargush-Pass und anderen Material fordernden
Pässen und Strassen können wir dies wirklich beurteilen.
- die schweren Trekingschuhe zu wenig gebraucht, zu viel warme Sachen dabei. Diese
werden nach hause geschickt.
- der dritte Schwalbe Marathon Pneu von Klemens ist defekt. 1x Schnitt, 2x wohl
Materialfehler. Ein bisschen viel nach 10500km
- dafür hat Brigitte dies alles nur mit einem Loch im Schlauch geschafft. Ein Getränkehalter
ging zu Bruch.
- heute würden wir nur noch mit Katadyn-Filter verreisen. Der Steri-Pen hat seine Tücken
arbeitet für uns zu wenig zuverlässig.

Fazit nach 11 Monaten (Chiang Mai Thailand 21'000km)
- die Aarios Räder sind nach wie vor top und sehen geputzt fast aus wie neu.
Die Shimano Tretlager allerdings mussten nach 13'000km beziehungsweise 17'000km
ersetzt werden.
- die Ortliebtaschen Back Roller Plus mit Rollverschluss sind echt gut und dicht - leider
verbleicht die Farbe extrem, die roten Taschen sind nun rosa und die blauen hellblau.
- das Mac Book Pro Laptop und die Kamera haben diverse Stürze überlebt, sind robuster als
wir gedacht haben.
- nicht verzichten möchten wir auf die simplen Schaumstoffmatten welche wir nur für den
Aussenbereich nutzen. Nichts schöneres als nach getaner "Arbeit" die Beine strecken und
in den Himmel schauen, oder auch mal bei nassem und kalten Boden sich hinsetzen
können.
- die Exped Downmats sind wirklich Komfort pur.
- das Exped Zelt Orion ist ein super Teil, wenn das Zelt nass ist, kann das Innenzelt leicht
ausgehängt werden so kann auch bei Regen alles im noch stehend Aussenenzelt im
trockenen verpackt werden. Die Schlitten der Reissverschlüsse vom Innenzelt sind leider
nicht so stabil. Wir mussten diese immer wieder reparieren.
- die Rohloff Schaltung ist genial. Das zu starke Anziehen des Schnellspanners am
Hinterrad hat eine Fehlfunktion der Schaltung ausgelöst. Dank Ferndiagnose von Rohloff
konnten wir das Problem sofort beheben. Super Service!
- grundsätzlich sind wir mit unserem Material super zufrieden. ;-)




Fräschels - Olten - Aarau – Mellingen, Unterterzen - Klosters - Verinatunnel – Zernez,, Zernez - Offenpass – Goldrain, Goldrain - Bozen – Klausen, Klausen - Bruneck - Versciaco Di Sopra, Versciaco Di Sopra - Lesachtal – Hermagor, Hermagor - Wurzenpass – Zirovnica, Zirovnica - Ljubljana - bei Zidani Most, Zidani Most - Zagreb - Dogo Selo, Dogu Selo - Popovaca – Novska, Novska - Podvinje – Strizivojna, Strizivojna - Vinkovci - St Mitrovica, St Mitrovica – Belgrad, Belgrad - Kovin - Stara Palanka, Stara Planka - Donji Milanovac, Donji Milanovac - Kladovo - Brza Palanka, Brza Palanka - Vidin - nach Dinovo, nach Dinovo - Montana – Vranca, Vranca - Botevgrad - Erdopole - Zlatitsa/Pirdop, Zlatitsa/Pirdop, Zlatitsa/Pirdop - Karlovo - bei Kasanlak, bei Kasanlak - Grenze Bulgarien Grichenland, Grenze Bulgarien Grichenland - Edirne Türkei, Edirne, Edirne - Babaeski – Corlu, Corlu - Silivri – Istanbul, Istanbul,Istanbul,Istanbul, Fräschels - Istanbul, Istanbul - Fähre Mudaya – Iznek, Iznek - Geyve - hinter Tarakli, hinter Tarakli - Dedeler - hinter Nallihan, hinter Nallihan - Beypazan – Ayas, Ayas - Ankara – Gölbasi, Gölbasi – Serefilkochisar, Serefilkochisar - Akasars - bei Delihebli, bei Delihebli – Göreme, Göreme Cavusin, Göreme Zelve,,

Göreme Derinkuyu, Göreme, Göreme - Dörtyol – Develi, Develi - Saraycik – Bozgüney, Bozgüney - Göksun - hinter Tekir, hinter Teki - Nari – Pazarcik, Pazarcik -Gölbasi - vor Adiyaman, vor Adiyaman - Kahta – Karadut, Karadut – Siverek, Siverek, Siverek – Diyarbakir, Diyarbakir - Sivan - Malabadi Köprüsü, Malabadi Köprüsü - Ziyaret – Bitlis, Bitlis – Tatvan, Tatvan - Serinbayir Nemrut Vulkan, Serinbayir - Tasharman – Tatvan, Tatvan, Tatvan, Tatvan - Ahlat - hinter Heybetti, Heybetti - Ercis - Muradiye - hinter Caldiran, hinter Caldiran – Dogubayazit, Dogubayazit, Istanbul - Dogubayazit vor Iranische Grenze, Dogubayazit - Maku - vor Margan vor Margan - Ev Oghli - vor Kirkhiar, Kirkhiar - Marand – Tabris, Tabris, Tabris - Bostan Abad - Sa'di, Sa'di - Miyaneh - bei Akbarabad, Akbarabad - hinter Zanjan, Zanjan - Soltaniyeh - vor Takestan, Takestan - hinter Bu'in Zara, Bu'in Zara - bei Saveh, Saveh - Sarafchengan - Ala Fraz 'Ali, Ala Fraz 'Ali - Meymed - bei Shahin Shar, Shahin Shar – Isfahan, Isfahan, Isfahan, Shiraz, Shiraz, Shiraz, Shiraz - mit dem Nachtbus zurück nach Isfahan, Isfahan, Isfahan - Kuhayeh – Toudeshk, Toudeshk - Na'in – Ardakan, Ardakan – Yazd, Yazd, Yazd, Yazd - Kharanaq - nach Share-e Now, Share-e Now - R P Badam - Mosche Salzsee, Mosche Salzsee – Tabas, Tabas, Tabas - Deh Mohammed - Eshq Abad, Eshq Abad - Tappeh Taq – Sälehiyeh, Sälehiyeh - Bardeskan - vor Farg, Farg - Shäd Mehr - Torhat e Heydariyeh, Torhat e Heydariyeh - Robat Sang - Robat Sefid, Robat Sefid -Malek Abad – Mashhad, Mashhad, Mashhad, Mashhad - Zoshk – Mashhad, Mashhad, Mashhad - Gujki - Garden Khoor, Garden Khoor - Amirabad – Chahchaheh, Mashhad - Mazdavand, Mazdavand – Gonbadli, Gondadli – Sarakhs, Sarakhs, Iran Total, Sarakhs - ca. 25km nach Grenze Turkmenistan, 25km nach Grenze - Mary - vor Bayramaly, Bayramaly - Ravnina - 20 km vor Repetek, Repetek – Turkmenabat, Turkmenabat - Farap - nach Qarakol, Qarakol – Bukhara, Bukhara, Bukhara, Bukhara, Bukhara - Muborak - vor Koson, Koson - Qarshi - nach G'uzor, G'uzor - Dehqonobod - nach Pass Oqravot, Pass Oqravot - Boysun - bei Mirshodi, Mirshodi - Denov – Otkamak, Mirshodi – Dushanbe, Dushanbe, Dushanbe – Karatosh, Kasratosh - Shar Shar Pass - vor Olimtoy, vor Olimtoy - Kulob - vor Pass, Kisht - vor Zigar, Zigar - Zing – Kevron, Kevron -Kurgovad – Chehek, Chehek - Vamad - vor Past- Khuf, vor Past Khuf – Khorog, Khorog, Khorog, Khorog – Yakhshwol, Yakhshwol - Ishkashim – Zumudg, Zumudg – Langar, Langar, Langar - Pamir-Tal, Pamir-Tal - Kharagush - See am Pass, See am Kharagush Pass - Alichur White Fish, White Fish - Neizatash Pass 4137m - Murghab, Murghab, Murghab - Akbaital - Höhe 4290, Höhe 4290 - Akbaital Pass 4655m - Kara Kul, Kara Kul - Uy Bulak Pass 4232m - vor Kizil Art Pass, vor Kizil Art Pass 4336 - Sary Tash - Aymanma River, Aymanma River-Pass 3879-Irekstam-Pass 2945-Uluggat, Total Zentralasien, Uluggat - vor Wuqia, vor Wuqia – Kashgar, Kashgar, Kashgar, Kashgar, Kashgar - vor Payzawat – Kashgar, Kashgar - Suhong –
Xike' erkulezhen, Xike' erkulezhen - Sanchazhen - nach Sanchazehn, Sanchazhen - vor Aksu, Aksu - nach Jiamu, Jiamu – Kuqa, Kupa – Yangxiazhen, Yangxiazhen - Korla – Tashidianzhen, Tashidianzhen - Hoxud - ca. 20km nach Wushitala, Wushitala - Pass - nach Toksum, Toksum – Turpan, Turpan, Turpan - Grape Vally, Turpan - Shanshan- nach Shanshan, Shanshan - vor Xingxingsia, Xingxingsia - vor Luiyuan, Luiyuan – Dunhuang, Dunhuang, Dunhuang - Mogao Cave – Dünen, Dunhuang, Dunhuang – Jiuyan, Juijan -, Zhangye, Zhangye - nach Minle, Minle - Pass 3685 - Pass 3767m - Qidaoban , Qidaoban - Qingshizui - Pass 3792m –Dabankou, Dakankou – Xining, Xining, Xining, Xining - Zhabazhen - Qingshashanpass 3256m –Yanqutancum, Yanqutancum -Bao'anxiang - nach Guashi Zesi, Guashi Zesi - Pass 3633m - Ganjiaxaing - Pass 3372m – Xiahe, Xiahe, Xiahe, Xiahe - Amuquhuxiang - vor Riwaduo, Riwaduo – Langmusi, Langmusi, Langmusi, Langmusi – Zoige, Zoige, Zoige - Pass 3840m -12km nach Pass, Sopngpan - nach Diexizhen, Diexizhen – Dunjiangyan, Dunjiangyan, Dunjiangyan – Chengdu, Chengdu, Chengdu - Meishan - Jiajiang , Jiajian – Leshan, Leshan, Leshan, Leshan – Muchuan, Muchuan – Suijang, Suijang – Miaokou, Miaokou - Dou sha guan, Dou sha guan - Jing' anxiang , Jing' anxiang - nach Yichezhen, Yichezhen - nach Huize, Huize – Sonming, Sonming – Kunming, Kunming, Kunming, Kunming, Kunming - Yiliang – Damoga, Damoga - Shizong - vor Luopin, Luoping – Xingyi, Xingyi - Bajiezhen- Fähre nach Tianshengqiaozhen – Longlin, Baise – Lingzhanyaozuxiang, Lingzhanyaozuxiang - Lingyun -nach Zhongtingxiang, Zhongtingxiang - Fengshan – Jiazhuanxing, Jiazhuanxing - Bama – Yantanzhen, Yantanzzhen - Dahua - Mashan , Mashan - Jianfangxiang – Shanglin, Shanglin - Zouweizhen – Xingbin, Xingbin - Zhenglongxian - Xiangzhou – Sicunzhen, Sicunzhen - Toupaizhen – Lipu, Lipu – Yangshou, Yangshuo , Yangshuo, Yangshuo, Yangshuo – Guilin, Guilin - Longsheng - Ping'an, Ping'an, Ping'an - Sanjian - Chengyang Bridge - Sanjian, Sanjian - Rong'an – Rongshui, Rongshui - Luo Cheng - Yizhou , Yizhou - Hechi – Jiuxu, Juixu - Donglan – Bama, Bama , Bama - Tianyang – Pohongzhen, Pohongzhen - Debao - Jingxi, Jingxi, Jingxi - Detian Wasserfälle, Detian - Mingshi – Leiping, Leiping - Jiangzhou – Baijang, Baijang - Panlong – Ningming, Ningming, Ningming, Ningming, Ningming - Pingxiang - Lang Son Vietnam, Total China, Total China, Total China, Lang Son – Hanoi, Hanoi, Hanoi, Hanoi, Hanoi - Phu Cuong, Phu Cuong - vor Moc Chau, Moc Chau - Son La, Son La, Son La - Muong Gion, Muong Gion - N.T. Than Yuen, N.T. Than Yuen - Tram Ton Pass - Sa Pa, Sa Pa, Sa Pa, Sa Pa,



Sa Pa - Lao Cai - Pho Rang, Pho Rang - Yen Bai - Hien Luöng, Hien Luöng – Hanoi, Hanoi, Hanoi - Ninh Binh - Thana Hoa, Thanh Hoa - Diem Chau - Do Luöng, Do Luöng - Con Cuöng - Hoa Binh, Hoa Binh - Pass 1485m - M. Nonghet, M. Nonghet - Muang Khan – Phonsavan, Phonsavan, Phonsavan - Muang Souy . Phou Khoun, Phou Khoun - Kiu Kacham - Xiang Ngeun, Xiang Ngeun - Luang Prabang, Luang Prabang, Luang Prabang, Luang Prabang,
Luang Prabang – Pakmong, Pakmong - Hat Sao - Muang Ngoi, Muang Ngoi, Muang Ngoi,
Muang Khua, Udomxai, Lunag Nam Tha, Huay Xai,

Muang Ngoi - Muang Khua, Muang Khua - Muang La – Udomxai, Udomxai, Udomxai - Houalouang - Lunag Nam Tha, Lunag Nam Tha - Vieng Phoukha - Nam Sel, Nam Sel - Huay Xai- Chiang Kong, Chiang Kong - Chiang Saen, Chiang Saen - Hall of Opium - Chiang Saen, Chiang Saen - Pasang - Mae Salong, Mae Salong - Fang - Chai Prakarn, Chai Pra Karn - Chiang Dao - Chiang Mai, Chiang Mai, Chiang Mai - Savana- Hotsprings - Chiang Mai, Chiang Mai - Wat Doi Suthep Doi Piu - Chang Mai, Chiang Mai - Hang Dong, Hang Dong - Lamphun - Ban Hong, Ban Hong - Li -Thoen, Thoen - - Sukhothai, Sukhothal - Old Sukothai, Sukhothai - Phitsanulok – Phichit, Phichit - Nong Bua - Bueng San Phan, Bueng San Phan - Wang Takhe – Chaiyaphun, Chaiyaphun -Bua Yai – Phutthaisong, Phutthaisong - Tha Tum – Rattanaburi, Rattanaburi - Si Sa Ket - Warim Chamrap, Warim Chamrap - Chong Mek - Pakse Laos, Pakse, Pakse – Don Det Island, Don Det - Grenze Kambotscha - Steng Trung, Steng Trung – Kratie,



Am 1. Mai fahren wir durch den Thale-Ban Nationalpark über die Grenze nach Malaysia. Einen Tag später sind wir in Penang. Die Regenzeit hat hier schon angefangen - Georgetown empfängt uns mit kurzen aber starken Regenschauern dafür ist es nicht mehr ganz so heiss.
….via Bangkok, Koh Tao, Trang nach Penang
Bei regnerischem Wetter verlassen wir Siem Reap per Boot in Richtung Battambang. Absolut eindrücklich. Hier wird auf dem Wasser in schwimmenden Häusern oder direkt am Wasser gelebt. Alles spielt sich auf dem Fluss ab.
Die Kanäle und kleinen Seen werden nicht nur als Strassen und Marktplätze genutzt, sie ersetzen auch das Badezimmer. Hier ist die Armut sichtbar aber irgendwie nicht spürbar.
Alle scheinen fröhlich und uns wird von überall zugewinkt. Wir sind mit einem kleineren, öffentlichen Boot unterwegs - überall wird aus und eingestiegen - und die Fahrt dauert den ganzen Tag.
Beim Eindunkeln kommen wir in Battambang an und finden auch bald ein Guesthouse welches uns gefällt. Interessant, hier in der Gegend sind die Leute anders als in Siem Reap und im nördlicheren Kambodscha. Irgendwie aufgeschlossener und viele können sogar gut englisch.
Tags darauf radeln wir bis Pailin kurz vor der thailändischen Grenze. In einem Beizli wo wir eine Suppe essen werden wir von einem Kambodschaner auf englisch angesprochen. Er war zur Zeit des Bürgerkriegs geflohen, nachdem seine Eltern erschossen wurden und ist erst vor 5 Jahren wieder zurück gekehrt. Immer wieder haben wir solche Geschichten gehört. Wir haben auch ein Ehepaar kennengelernt, welches ebenfalls geflohen ist und jetzt jedes Jahr hierher in die Ferien kommt, aber weiterhin in den USA lebt.
Uns, die wir aus der "friedlichen" Schweiz kommen, sind solche Erzählungen schon sehr fremd. Das Land hat fürchterliche Jahrzehnte des Krieges hinter sich und immer wieder wird man damit konfrontiert.
In Pailin suchen wir eine Post weil wir noch eine Postkarte abschicken möchten. Die Marke haben wir auch schon, aber seit Siem Reap haben wir keinen Briefkasten mehr gesehen. Dass es eine Post gibt im Ort wissen wir von eben diesem Kambodschaner der englisch konnte und uns grob erklärt hat wo diese ist. Wir sind bei der entsprechenden Kreuzung, können aber keine Post finden. Wir sprechen ein paar Leute an, englisch kann keiner der Gruppe, zeigen also die Karte - niemand will verstehen was wir suchen. Wir machen "Stempeltewegungen" wie wir das von unserer Post her kennen, werden aber nur gross angeschaut. Man versteht nicht was wir wollen. Immer wieder wird die Karte angeschaut, die Marke - verstehen die überhaupt was eine Postkarte ist?
Wir suchen die Strassen weiter ab im Umkreis der entsprechenden Kreuzung. Dann sehen wir so etwas wie ein "DHL" Zeichen. In einem einstöckigen, etwas zurückversetzen Haus mit verdorrtem Garten davor. Das Gebäude scheint seit längerem nicht mehr gebraucht und wirkt etwas verwahrlost. Davor stehen zwei Herren. Wir gehen auf diese zu und zeigen die
Postkarte. Sie nicken und gehen in das Haus - wir folgen ihnen. Dann wird die Marke ganz genau angeschaut. Ist es wirklich ein Marke, scheint sich der eine Herr zu fragen. Ja, es ist eine, denn der andere Herr geht jetzt nach hinten zu einem Schrank und nimmt ein Körbli heraus. Darin befinden sich diverse Schreibutensilien und ein Stempel.
Jetzt wird das Datum beim Stempel mit wichtiger Miene eingestellt, dann wird das Stempel-kissen herausgewühlt und erst mal eine Runde probegestempelt bis das Stempelbild zufriedenstellend ist. Und dann - wird die Karte gestempelt. Mit einer schwungvollen, gekonnten Bewegung, das Resultat überprüft und für gut befunden. Im Reflex wollte der Herr uns die Karte gleich wieder zurück geben, dann hat er aber bemerkt, dass diese ja noch befördert werden soll. Wir haben nochmals gesagt: Switzerland - und er hat genickt.
Wir sind echt gespannt, ob die Karte wirklich jemals ihr Ziel erreichen wird.
…. auch am nächsten Morgen bei der Fahrt durch den Natio-
nalpart sind uns eine Elefanten begegnet. Nur die frischen Kot-haufen zeigten, dass das Schild kein "Pschiss" ist.
…. an der Khaosan Road. Die Strasse ist heute leider nicht mehr was sie einmal war - trotzdem cool mit dem Velo dort zu sein
In 3 Tagen rollten wir von Pailin nach Bangkok. Durch den Elefanten-Nationalpark (leider ohne Elefanten) Am letzten Tag vor Bangkok ist es extrem heiss - wir sind den ganzen Tag total nass geschwitzt und keiner glaubst Brigitte holt sich den Wolf. Nach über einem Jahr Fahrradfahren hat sie einen wunden Allerwertesten. Zudem kann Sie nur in Badschlappen fahren, weil sie ein Blase von einem Insektenbiss hat die sich entzündet hat.
Trotzdem ein tolles Gefühl in Bangkok einzufahren - und es war viel einfacher als wir es uns vorgestellt haben. Rein in die City - durch Chinatown durch - und dann an die Khaosan Road. Auf unserem Weg durch Bangkok von Osten her in die City und später wieder raus im Südwesten sind wir insgesamt 84 Kilometer durch die 14 Millionenstadt geradelt.
Die zweite Nacht in Bangkok wird dann heiss im wahrsten Sinne des Wortes. "Out out - Fire outside"! wird immer wieder geschrien, während kurz nach zwei Uhr an unsere Tür gepoltert wird. Erstaunlich geordnet bewegen sich die Gäste nach draussen. Keine Panik, kein Geschrei. Wir packen unsere Wertsachen und Pässe, retten noch unser Räder und ver-lassen das Gebäude. Draussen ist überall Rauch - Sirenengeheul, Feuerwehr wie im Film - gebrannt hat es zum Glück im Nebenhaus. Nach knapp zwei Stunden ist der Spuk vorbei und wir können in unser Zimmer zurück.
Da wir schon sehr oft in Bangkok waren, haben wir den touristischen Teil ausgelassen.
Eine neue Erfahrung war dann jedoch der kurze, ambulante Spitalaufenthalt wegen Brigittes Ferse, welche trotz Antibiotikasalbe einfach nicht mehr heilen wollte. Die Entzündung hatte rasant zugenommen und wir wollten keine weiteren Versuche mit Selbstbehandlung mehr unternehmen. Das Spital welches uns das Guesthouse empfahl war genial. Nur kurze Wartezeit, dann wurde der Fuss angeschaut, desinfiziert, betäubt und das lose entzündete Gewebe weggeschnippelt. Zur Kontrolle ging's noch zur Dermatologin - welche Brigitte empfahl das Bein 5 Tage hoch zu lagern und auf keinen Fall Velo zu fahren. Dann ging's zur Kasse und nachdem alles bezahlt war gab es noch eine halbe Tüte voll Medikamente (Antibiotika, Seife zum 2x täglich auswaschen, Salzlösung, Pflaster und Salbe.) Zeitaufwand 1,5 Stunden. Superservice.

An die 5 Tage hochlagern hat sie sich dann nicht gehalten - Tags darauf ging's Richtung Huahin. Wir wollten die Stadt wegen des Anstehenden Neujahrsfestes - Songkran - auf jeden Fall frühzeitig verlassen. Nach ca. 80km kommen wir auf kleine, feine Nebenstrassen,
vorbei an grossen Salzfeldern und Shrimp-Farmen in denen die kleine Wasserräder in Reihen für die Belüftung der Teiche sorgen. Wir haben extremen Gegenwind was den Genuss ein bisschen mindert - aber es ist ja flach, wirklich flach. In Huahin drehen wir nur eine Runde, schon vor Jahren war uns dieser Ort zu touristisch, und fahren dann gleich 12km weiter nach Kao Tao.
…die Ausrüstung der Feuerwehr kommt teilweise aus den USA
Dass es hier noch so ursprünglich ist hätten wir nicht erwartet. Kao Tao ist ein kleines Fischerdorf mit einem Kloster am vorgelagerten Hügel. Während die Familie beim Netzputzen ist, zeigt mir die Kleine stolz einen Fisch.
Auf dem Hügel oberhalb des Klosters thront ein goldener Buddha. Direkt darunter ist eine Betonhöhle, in welcher sich der liegende Buddha befindet. Das Kloster ist für unseren Geschmack eher kitschig aber irgendwie auch witzig, wie zum Beispiel der "Sonnenbrillen-Buddha"
Unweit des Dorfes, hinter dem kleinen See liegt ein kleines Gartenparadies. Hier verbringen wir ein paar wunderschöne Tage mit Susan und Fritz. Geniessen die Annehmlichkeiten eines luxuriösen Gästezimmers und werden regelrecht verwöhnt. Feinstes Essen, feinste Weine - zweifellos, auch das ist Lebensqualität.
Weil in der Küche ein super Backofen vorhanden war, hat Klemens gleich eine Züpfe ge-backen. Die Trockenhefe trugen wir schon seit Anfang der Reise im Kochzeug mit - falls wir einmal einen zu grossen "Brotgluscht" haben - und jetzt war der Zeitpunkt da, diese in etwas leckeres zu verwandeln.
Wir waren sogar auf dem Golfplatz, wenn auch nur als Begleiter und immerhin sind wir die ganzen 18 Loch mitgelauf
en - eine gewisse Faszination können wir diesem Sport schon abgewinnen - allerdings finden wir Fahrradfahren zur Zeit noch interessanter.
….in den Tempelanlagen von Kao Tao findet sich für fast jeden Geschmack etwas, Brigitte hat's die kleine goldene Statue angetan.
Irgendwann ist immer wieder Zeit Abschied zu nehmen und wir machen uns auf den Weg. Entlang der schönsten Strände - und diese sind Menschenleer - geht's Richtung Süden. Der Massentourismus hat auch sein gutes, so konzentrieren sich die Menschenmassen auf ein paar bekannte Orte die dann zwar überfüllt sind, die restlichen Landschaften bleiben dafür fast intakt.
…. entlang der schönsten Strände geht's Richtung Chumphon
Dies gilt auch für die Insel Koh Tao, an den Hauptstränden überfüllt, aber unser Lieblingfleck-chen "Tao Tong Villa" ist immer noch ein Paradies (wie lange noch steht in den Sternen)
…. Tao Tong Villa ist schön wie eh und je - Blick aus unserem
Bungalow
Mit René gehen wir zum Fischen - und wir haben Glück. Ein King-Makro hat angebissen und
Chuck bereitet ihn uns gleich "Fisch-Steak Thaistyle" zum Abendessen zu. Frischer geht's nicht.
Etwas später beobachten wir von unserem Bungalow aus die grösste Light-Show welche wir je gesehen haben. Ein Schauspiel von Blitzen und Wolkenbildern ohne gleichen in der Dauer von mehr als einer Stunde. Wir sind absolut fasziniert vor allem, weil das Gewitter letztendlich abzieht ohne dass bei uns ein Tropfen Regen gefallen ist.
Mit einem Tag Aufenthalt auf der Insel Kho Phangan, wo wir vor 22 Jahren die Idee hatten, einmal mit dem Velo loszuziehen geht's mit der Fähre wieder ans Festland nach Don Sak und von da via Trank an die Grenze zu Malaysia. Die Gegend ist unglaublich grün und üppig, einiges vielfältiger als wir dachten. Wir Zelten und geniessen die Dschungelgeräusche in der Nacht. In Chalung kurz vor der Grenze übernachten wir im Kloster - die Mönche haben Internet-Anschluss und wir können ihnen unsere Web-Seite zeigen.
…. wir übernachten im Kloster und siehe da, die haben WiFiIn Penang gefällst uns. Die geschichtsträchtige Stadt Georgetown lässt einem in die Vergangenheit abtauchen. Während Malaysia ein Schwellenland mit reichlich Industrie und Grossplantagen ist, scheinen die alten englischen Städte beharrlich in der Geschichte zu verhaften. Hier liegt auch Kapitän Francis Light begraben, welcher 1786 Penang als englische Militärbasis und Handelszentrum aufbaute. Der Friedhof ist Zeuge davon, wie beschwerlich es doch war, sich an solch exotischen Orten anzusiedeln. Viele sind schon kurz nach ihrer Ankunft an Malaria oder anderen Tropischen Krankheiten gestorben. Der alte Christliche Friedhof ist stummer Geschichtenerzähler und hat uns voll in den Bann gezogen.
Man ist hier wirklich allein, es scheinen sich kaum Touristen dafür zu interessieren.Die malaiische Halbinsel wurde zu einem großen Handelszentrum in Südostasien, als der Handel zwischen China und Indien zu florieren begann. Damals begann in der Strasse von Malakka ein reges Treiben. Die ersten malaiischen Königreiche entstanden durch Häfen, die im 10. Jahrhundert gegründet worden waren. Der Islam kam im 14. Jahrhundert in Terengganu an. Im frühen 15. Jahrhundert wurde das Sultanat von Malakka gegründet. Durch seinen Wohlstand zog es das Interesse von Portugal auf sich. Der Hafen wurde dann ein Zentrum der Kolonialisierung durch die Niederländer und die Briten.
Die britische Kronkolonie Straits Settlements wurde im Jahre 1826 gegründet und England gewann schrittweise die Kontrolle über den Rest der Halbinsel. Zu den Straits Settlements gehörten Penang, Singapur und Malakka welches nach dem englisch-niederländischen Vertrag von 1824 endgültig in britischem Besitz überging. Der Kek-Lok-Si Tempel auf Penang kann als "Tempel des höchsten Glücks" übersetzt werden und gilt als grösste chinesisch buddhistische Kultstätte Malaysias. Die Errichtung begann 1890 und bis heute werden immer wieder neue Gebäudeteile und Statuen hinzugefügt.Die malayische Bevölkerung ist sehr gemischt. Malaien, Chinesen, Inder aber auch Europäer leben hier. die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen mischen sich aber eher selten, was an den unterschiedlichen Religionen liegt. Staatsreligion ist der Islam, man findet aber auch viele chinesische Tempel, indische Kultstätten und Kirchen und die Regierung ist bemüht, den Zusammenhalt untereinander zu bewahren. Zur Zeit läuft sogar eine Werbe-Kampagne "one Malaysia" um Einigkeit zu fördern.
Nach Georgetown geht's wieder ans Festland und wir machen halt bei David und seiner Familie. David ist Inder, lebt mit seiner Familie in Nibong Tebal und beherbergt vorzugsweise Fahrradfahrer. Wir haben seine Adresse von Julia und Richard, zwei Velofahrer aus Neusee-land erhalten. David war selber einmal mit dem Velo in Europa unterwegs und hat auch in Asien fast alle Länder durchfahren. Er lebt in einem einfachen Haus und hat immer ein paar Gäste, denen er das malayische Leben etwas näher bringt. So hatten wir unter anderem die Gelegenheit einen staatlichen Kindergarten zu besuchen. In den staatlichen Kindergärten und Schulen sind die Kinder gemischt, die Unterrichtssprache ist malayisch und später auch englisch. Anders in den privaten Schulen. Dort wird in englisch, chinesisch oder indisch unterrichtet. Die Amtssprache Malaysias ist Bahasa Melayua (Malayisch). Die englische Sprache genießt aufgrund der langen britischen Kolonialzeit in Malaysia eine beson-dere Rolle und ist für viele Malaysier Zweitsprache. Aufgrund einer großen chinesischen Min-derheit spielt auch das Chinesische eine wichtige Rolle. Landschaftlich ist der westliche Küstenstreifen, welchen wir in Richtung Süden befahren sicher kein Highlight. Stundenlanges pedalen durch schier endlose Ölpalmenplantagen. Malaysia ist weltweit der grösste Produzent von Palmöl, die Palmen haben einen Grossteil der Gummibäu-me abgelöst. Mit Rubber lässt sich zur Zeit nicht so viel Geld machen wie mit Oel.
Diese Monokultur kann einem ganz schön zu denken geben, zumal heute 40% des Palmöls zu Fahrzeugbrennstoff verarbeitet wird. Die Folgen, dass Palmöl sowohl als Speiseöl wie auch als Industrieöl verwendet werden kann, waren bei der letzten Erhöhung des Ölpreises am Weltmarkt frappant. In Indonesien hat dies zu einem Preisaufschlag von 50% auf das Speiseöl geführt. Dass die ärmere Bevölkerung auf der Welt mehr für Lebensmittel bezahlen muss, weil uns langsam der fossile Treibstoff ausgeht ist zutiefst ungerecht.
Malaysia hat auch die Landwirtschaft industrialisiert, den Reisenbau, die Viehzucht, die Krabben- und die Fischzucht. Während unserem Aufenthalt in diesem Land haben wir kein einziges mal einen Hahn krähen gehört. Dafür übertrieben lautes Vogelgezwitscher aus Laut-sprechern. Mit diesen Lauten eines grossen Vogelschwarms werden Vögel in "künstliche Höhlen" (vorzugsweise kubische Betonbauten ca. 12-15 Meter hoch) gelockt um dort ihr Nest zu Bauen. Die Eier welche sie dort legen sowie die Vogelnester werden ihnen dann weg genommen, um diese als Delikatessen auf den Markt zu bringen. Vielerorts sind quadratische Seen angelegt in denen Fische gezüchtet werden. In möglichst wenig Kubikmeter Wasser möglichst viele Fische, gerade so, dass deren schnelles Wachstum nicht beeinträchtigt wird.
Das heutige Malaysia wurde aus verschiedenen Gebieten gebildet, die in unterschiedlicher Form alle Teil des British Empire waren, seine endgültige Unabhängigkeit erhielt es 1963. Staatsoberhaupt ist der Yang di Pertuan Agong, der König Malaysias, der alle fünf Jahre aus einer Reihe von neun Adelsträgern gewählt wird, damit ist das Land eine der wenigen Wahlmonarchien der Welt. Das Parlament Malaysias setzt sich nach britischem Vorbild aus Ober- und Unterhaus zusammen.
1963 gehörte Singapur noch mit zum föderalistischen Staatenbund. 1965 wurde Singapur aus der Föderation ausgeschlossen, unter anderem wegen Unruhen chinesisch-stämmiger Bürger. Da Singapur weder Öl noch andere Bodenschätze oder Resurcen hatte, war es für den malayischen Staatenbund auch nicht besonders interessant.
In Kuala Kangsar steht der Königspalast und die Königsmoschee. Der Marmor der Moschee wurde eigens aus Italien eingeführt und das Gebäude wirkt wirklich wie in tausend und eine Nacht.
Kurz vor Kuala Kangsar haben wir bei einem Städtchen gestoppt, um ein Bild zu machen.
Da kommt ein Polizist zu uns um ein bisschen mit uns zu plaudern. Er freut sich so, dass wir Malaysia mit dem Velo bereisen, dass er uns spontan seine Mütze, welche man trägt, wenn man als Mann in die Mosche zum Gebet geht, schenkt. Malayisch, sehr ähnlich den Indonesisch, ist eine relativ einfache Sprache. Es werden die gleichen Schriftzeichen verwendet wie bei uns und so kann man während dem Fahren lernen.
Mit der Zeit macht es richtig Spass. "dilerang memotong" heisst zum Beispiel "überholen verboten" und daran halten wir uns meistens. Minuman heisst Getränk und trinken.
Air Minuman ist Trinkwasser, Air Mangga - Mangosaft. Viele Wörter bestehen aus zusammen-gesetzten Begriffen was alles vereinfacht. Hier bräuchten wir die Sprache nicht unbedingt, weil so viele englisch sprechen, aber in Indonesien werden wir dann froh sein um die Kenntnisse. Kuala Lumpur mit seinem Wahrzeichen den Petronas Towers ist wirklich eindrücklich. Wir machen einen Veloausflug am Sonntag Morgen durch die Innenstadt und geniessen die Ruhe. Hier baden die Kinder nicht im Fluss - im Stadtpark gibt's ein modernes Schwimmbad.
Kuala Lumpur ist eine Weltstadt mit grosser Lebensqualität. Vielen Parks mit Grünflächen, Musen und anderen kulturelle Angeboten. Bauten aus der Kolonialzeit und gigantischen Wolkenkratzer, aber auch Bauruinen von nicht fertiggestellten Gebäuden - Zeugen der ver-gangenen Asienkrise - gehören zum Stadtbild.
Mc Donald's gibt's überall, nur ist hier das essen als "Halal" gekennzeichnet. Also nach der für Muslime vorgeschriebenen Art zubereitet. Diese Lokale werden sowohl von Malaien und Chinesen gerne besucht, nur die Inder fehlen, denn die Burger werden mit Beef, also dem Fleisch von "heiligen Kühen" hergestellt.
Das Museum für Islamische Kunst möchten wir noch besonders hervorheben. Es ist in einem modernen Gebäudekomplex untergebracht und äusserst interessant. Zur Zeit findet eine Sonderausstellung über Islamische Architektur statt und es sind viele Modell von berühmten Moscheen ausgestellt, von denen wir auf unserer Reise einen Grossteil in Natura bewundern konnten. Die Sammlung religiöser Schriften hat uns ebenso in den Bann gezogen - ähnlich wie alte Bücher aus einem christlichen Kloster sind diese in unterschiedlichsten Handschriften und mit reichster Ornamentik geschaffen. Einfach faszinierend.
Unweit der Stadt liegt die indische Kultstätte "Batu Cave" . Eine lange Treppe führt zu den Höhlen welche mehrere Hindutempel beherbergt. Die grösste ist die 100 Meter hohe Tempel- oder Kathedralenhöhle in der Schreine errichtet wurden. Die 42 Meter hohe Statue des Gottes Murugan auf dem Vorplatz wurde erst 2006 fertiggestellt. Überall turnen Affen, welche in den umliegenden Felsen wohnen.
An Festtagen finden sich tausende von Gläubigen in den Tempeln und auf den Vorplätzen ein und feiern ihre zum Teil makaber anmutenden Rituale wie "Messerschlucken" oder
auf's "Nagelbett" liegen. Wir wussten gar nicht, dass diese Fakire religiösen Ursprung haben.
Am 17. Mai sind wir dann wieder aus der Grossstadt raus geradelt. Die Ausfallstrassen sind alle vierspurig und werden zeitweilig bis 7 Spuren breit. Volle Konzentration ist gefordert, wir sind uns zum Glück das Autobahnfahren langsam gewohnt. Gut ist an diesen Strassen, dass die Stadt dann doch in einigermassen kurzer Zeit ein Ende hat und man wieder in Gegenden der Ölpalmen kommt, welche am frühen Morgen noch etwas Schatten spenden.
Es ist heiss, feucht, immer leicht bewölkt oder mindestens dunstig und von Zeit zu Zeit giesst es kurz, nur kurz, wie in kübeln runter um gleich wieder zu verdunsten und alles nochmals eine runde schwüler werden zu lassen. Das Gebiet ist flach bis mässig hügelig - trotzdem ist die Fahrerei durch die Feuchte eher anstrengend. Irgendwie hat man das Gefühl, es dringe mehr Wasser in die Lungen als Luft.
Die Ostküste mit ihren Stränden und Inseln welche zum schwimmen einladen ist touristischer als die Westküste. Inselleben hatten wir aber in Thailand schon genug, also haben wir uns für die Westküste mit ihren interessanten Städten entschieden. Port Dickson, immer noch ein wohlbekannter Name war dann aber eine grobe Enttäuschung. Hier erinnert gar nichts mehr an die alte englische Hafenstatt. Ganz vorne am Meer zwei-drei Restaurants - tat's it.
Nein nicht ganz, noch eine Art Park direkt am Meer. Der der von uns genante "Park der Verbote".
Nach KL zelten wir wieder einmal - in Malaysia wird es bei insgesamt zwei Zeltnächten bleiben. Die erste haben wir in einer Palmölplantage verbracht und die zweite hier, ganz romantisch in der Nähe des Meeres zwischen Port Dickson und Malakka.
Malakka (malaiisch Melaka) wurde ursprünglich von den Chinesen als Sammel- und Um-schlagplatz für Gewürze gegründet. Aufgrund seiner günstigen Lage entwickelte es sich je-doch schnell zu einem florierenden Handelshafen, in dem Araber, Inder und Chinesen ihre Waren tauschten. Bis ins 15. Jahrhundert blieb die Stadt quasi eine chinesische Kolonie und somit eine Art Brückenkopf der Chinesen zum indischen Ozean.
Im 15. Jahrhundert wurde die Stadt Sitz eines malaiischen Sultans. Der Hindufürst Pramesvara war aus Srivijaja (einem Buddhistischen Handelsreich auf Sumatra) geflüchtet, gründete das Sultanat Malakka und wurde von den Chinesen unterstützt. Er trat im Jahre 1414 zum Islam über und markiert so - allgemein gesehen - den Beginn der islamischen Geschichte Malaysias.

Am 24. August 1511 eroberten portugiesische Truppen Malakka und der regierende Sultan verliess die Stadt. Bis 1641 stand Malakka unter portugiesischer Herrschaft. Dann kamen die Niederländer, welche die Stadt. bis 1824 beherrscht haben. Nach dem englisch-niederlän-dischen Vertrag von 1824 ging Malakka endgültig in britischen Besitz über. Bis zur Unabhängigkeit 1957 gehörte die Stadt, wie die gesamte malayische Halbinsel zum britischen Kolonialreich.
Die Stadt ist voller Zeugnisse dieser Besatzungen. Zum Beispiel Christ Church auf dem roten Platz, erbaut 1750 von den Niederländern. Im ehemaligen Stadthaus um 1650 erbaut, befindet sich das historische Museum, welches die Geschichte der Kolonialzeit aus einer etwas an-deren als uns gewohnten Perspektive erzählt.
Direkt an der "Strasse von Malakka" wurde 2006 eine neue Moschee gebaut. Das Bauwerk, auf der kleinen, mit einer Brücke verbundenen Insel vor der Stadt, ist ins Meer hinaus gebaut und bei Sonnenuntergang besonders anmutig. Kurz nachdem wir uns für die Aufnahmen platziert haben, ist ein ganzer Canon eos Fotoclub (auf dem T-Shirt steht sogar Canon eos Academy) aufgetaucht. Ja, Malaysia ist ein aufstrebender Staat. Hier gibt man Geld aus für Spiegelreflexkameras.
Von Malakka waren es noch 2 Tagesritte bis Johur Bahru, welches direkt an der Grenze zu Singapur liegt. Hier haben wir nochmals übernachtet. Wir wollten unbedingt an einem Morgen die Grenze überqueren, damit wir fit genug sind, um jedes Detail und jeden Augenblick voll geniessen zu können in Singapur eintreffen. Singapur ist der südlichste Punkt auf unserer Reise, den wir ohne Transportmittel (ausser Brückenfähren) auf unseren Velos mit eigener Kraft erreichen können. Auf malayischer Seite Aufstempeln und dann über eine lange Brücke zum Inselstaat. Mit hunderten von Motorrädern, welche von den Autos getrennt einsortiert werden, stellen wir uns in die Schlangen vor den Zollschaltern . Alles geht äusserst geordnet von statten, uns wird bewusst, in welch diszipliniertes und regle-mentiertes Land wir einreisen. Die 710,2 km2 grossen Insel ist durch Aufschüttungen in den letzen Jahren um 130 km2 gewachsen ist und soll bis ins Jahr 2030 nochmals 100 km2 grösser sein. Woodlands nennt sich das Hinterland von Singapur welches wir in Richtung Stadt durchfahren. Wer da an normalen Wald denkt liegt falsch. Wir fahren durch einen gigantischen Park mit edlen tropischen Baumsorten. Alles gepflegt, geschnitten, einfach perfekt - fast schon unwirklich. Wir können es kaum fassen, sehr wenig Verkehr, Vogel-gezwitscher - echtes, Leute die uns zuwinken. Keiner hupt, wir haben die linke Spur für uns. (In Singapur herrscht wie in Thailand und Malaysia Linksverkehr)
Als Singapur 1965 aus der Föderation ausgeschlossen wurde, hatte das Land eine gewaltige Aufgabe vor sich. Die junge und territorial eingeschränkte Nation musste um ihre wirt-schaftliche Unabhängigkeit kämpfen und sah sich mit Problemen wie Massenarbeitsosigkeit, Knappheit an Wohnraum, Ackerland und an Rohstoffen (z.B. Erdöl) konfrontiert.

Während Lee Khan New's Amtszeit als Premierminister von 1959 bis 1990 wurde erfolgreich der Lebensstandard erhöht und Singapurs Wirtschaftskraft gestärkt. Singapur schaffte innerhalb einer Generation den Sprung vom Entwicklungsland zu einer Industrienation.
Goh Chok Tong löste den Premier 1990 für 14 Jahre ab, bis wiederum der Sohn des ersten Premierministers 2004 ans Ruder kam. Singapur wird also weiterhin seinen weg gehen und plant weit in die Zukunft. Die Stadt scheint der Zeit voraus zu eilen - ob das immer gut ist möchten wir nicht beurteilen - aber es ist äusserst eindrücklich.
Das "Marina Bay Sands" von Moshe Safte Architekts ist so ein Beispiel für einen futuristi-schen Komplex. Der Bau hat rund 4,6 Milliarden Euro gekostet. Casino, Bars, Hotel, Shoppingmals von gigantischem Ausmass und die Lotusblüte dient als Art- Sience-Museum.
Der 340 Meter lange Dachgarten, SkyPark, auf 191 Meter Höhe überragt den Komplex.
Teil der grössten öffentlichen Auslegeplattform der Welt, die beim Nrdturm um 67 Meter vorspringt, ist ein 146 Meter langer Infinity Pool.
Die ganze Anlage ist bis ins letzte Detail so perfekt, dass wir das Gefühl nicht los werden in einem Rändering oder in einem Modell herum zu spazieren. Völlig surreal.
Der Rain Oculus von Ned Kahn vor der Shoppingmall (und in der Mall - der Ausguss) ist so simpel und eindrücklich und gewagt und überhaupt einfach schön. Stellvertretend für Singapur möchten wir den Bericht über Singapur mit Bildern rund um "Marina Bay Sands" ausklingen lassen.
Wir verlassen Singapur mit der Fähre und legen 45 Minuten später auf Pulao Batam in Indonesien an. Der Unterschied könnte nicht grösser sein. Erliegen Galaxien zwischen Singapur und dieser kleinen Insel. Hier, so scheint es, leben wieder reale Menschen die wissen woher die Milch stammt oder das Ei und hier hören wir seit langem auch wieder einmal einen Hahn krähen und sind glücklich darüber.
Die Ticekts für das grosse Passagierschiff, welches uns nach Jakarta bringen soll haben wir in der Tasche. Am Mittwoch 30. Mai. 2012 läuft das Boot aus und ca. 30 Stunden später sollten wir in Tanjung Priock auf Java anlegen.
….über den Äquator durch Java nach Bali
Die indonesische Insel Pulau Batam liegt ca. 35km südlich von Singapur. Von hier fährt ein mal in der Woche ein grosses Schiff nach Jakarta. Am Mittwoch 30 Mai. 2012 sind wir an Bord dieses Bootes und beziehen unsere Kabine. Eigentlich haben wir ein Ticket für eine Achter-Koje, aber man teilt uns eine Sechser-Kabine zu mit Fenster, welche wir für uns allein haben. Dafür sollen wir die Velos mit in die Koje nehmen. Ein besseres Los hätten wir nicht ziehen können - das ist wirklich feudal. Wir haben viel Platz, vor allem aber viel Zeit zum Nichtstun.
Die Schifffahrt entwickelt sich zu einer kleinen Kreuzfahrt - erst nach dem einchecken reali-
sierten wir, dass in unserem Ticketpreis sämtliche Malzeiten inklusive waren. Die Abwechs-lung war zwar nicht
übermässig gross, eigentlich gab's dreimal das gleiche, Reis warm, Gemüse, Huhn und Fisch jeweils kalt. Dazu
wurde zuckersüsser Tee serviert. Weil kaum Gäste in unserer Klasse fuhren, hatten wir den Speisesaal mit zwei
weiteren Paaren für uns.
Trotz Brigittes Befürchtungen, sie ist nicht sehr seetauglich, bleibt es auf der ganzen Überfahrt total ruhig. Die
30 Stunden haben wir genossen, aber jetzt wissen wir, eine Kreuzfahrt wäre definitiv nichts für uns.
In der Nacht auf den 31. Mai überqueren wir den Äquator - eindrücklich auf dem GPS die
00.00.00.0 Grad Breite zu sehen. Ab sofort dreht die Sonne über die linke Schulter wenn wir in Richtung Osten
fahren. Sehr ungewohnt.

Den Hafen von Jakarta erreichten wir erst nach 21.00 Uhr. Tiefste Nacht war es als wir die 12 Kilometer ins
Zentrum fuhren und wir waren froh, dass wir bereits ein Guesthouse reserviert hatten und nicht noch lange nach
einer Unterkunft suchen mussten.

Etwas Grossstadtmüde, bleiben wir nur einen Tag und zwei Nächte in der Hauptstadt Indonesiens. Eine unheimlich
laute, stinkige und schmutzige Stadt. Hier weiss man noch was Abgas ist.
Absolut positiv überrascht waren wir hingegen vom hier gelebten Islam. Da ist nichts von der Radikalität zu spüren, wie dies unsere Medien teilweise berichten. Im Gegenteil, uns wird erklärt, dass mit besonderer Sorgfalt darauf geachtet wird, dass jede Religion im Land gleichberechtigt ist. Brigitte durfte sogar ohne Schleier in die Istiqulal Mosche. (grösste Mosche in Südostasien). Beachtenswert, der Architekt des 1961 erstellten Gebäudes war Katholik und nicht Moslem.
Wir haben uns nach Malaysia und Singapur etwas wildere Gegenden gewünscht, allerdings haben wir wilde Landschaften gemeint und nicht den wilden Verkehr welcher auf Westjava herrscht. Wochenende, Verkehrswahnsinn und wir mittendrin. Zum Glück stehen die Javanesen am Samstag etwas später auf, das gab uns eineinhalb Stunden Vorsprung um die Stadt zu verlassen. Was dann folgt ist unbeschreiblich. Jeder der einen fahrbaren Unter-satz hat ist auf Achse. Oft wird aus "fahren" schieben und aus "schieben" stehen - kilometer-weit. Jeder Meter weiter ein gewonnener Kampf. Von den stickigen, schwarzen Abgasen reden wir lieber nicht. Wären solche Verhältnisse am Anfang unserer Tour aufgetreten, so hätten wir die Lust am radeln schnell verloren.

Nach gut 50 Kilometer hatten wir das schlimmste hinter uns, der Verkehr nahm etwas ab und wir bekamen wieder
Luft. Westjava kommt uns vor wie eine unendlich grosse Strassen-Stadt in der unglaublich viele Leute leben. Die
wenigen Grünflächen sind zugemüllt einzig die seltenen Reisfelder entlasten die Augen.
Nach weiteren 20 Kilometer änder die Topografie von nahezu flach auf mega steil. Ein kleiner Pass, nur 500
Höhenmeter aber knackig vom feinsten zumal wir seit Malaysia zu den Flachfahrern gehörten. Heftige 14 - 16%
da brennen nach den Augen nun auf die Beine.
Zum übernachten finden wir einen Reistrocknungsplatz auf dem wir unser Zelt aufbauen und schon beim Einschlafen beginnt es zu regnen. Nicht all zu stark aber immerhin so, dass wir am nächsten Morgen ein klatschnasses Zelt einpacken müssen.
Nachdem wir gemeint haben, das schlimmste wäre vorbei, kamen wir in den Einzugsbereich der Stadt Bandung.
Am Pässchen vorab ging's ganz flott dann sitzen wir im Sonntagsstau - gute 50 Kilometer lang. Mittlerweile sind
wir der Ansicht, dass die Javanesen alle gar keine Wohnung haben und das ganze Wochenende auf der Strasse
verbringen müssen.
Wir brechen unser Tagesvorhaben relativ früh ab in der Hoffnung auf einen ruhigeren Mon-tag geniessen einen
feinen Znacht und nächtigen im Zelt bei einer Mosche.
Unsere Hoffnung auf einen ruhigen Montag wurde erfüllt - die Strassen waren viel leerer und
die Fahrzeuge irgendwo abgestellt, weil man an der Arbeit war. Jetzt hatten wir dafür etwas mehr Lastwagen Verkehr - und jetzt wurden wir wirklich schwarz. Richtig grosse Staus bilden sich nur noch vor Barrieren. Untenstehendes Bild zeigt keine Einbahnstrasse - der Verkehr staut sich einfach auf der ganzen Strassenbreite - das gleich Bild auf der Gegenseite. Das ganz grosse Chaos beginnt sobald sich die Barrieren öffnen. Vollgas voraus - der Stärkere gewinnt.
Und somit kämen wir zu den indonesischen Verkehrsregeln:
- wer bremst hat verloren
- hupen statt bremsen
- beim einbiegen nie auf den fliessenden Verkehr achten
- beim überholen nie ausweichen - 2 LKWs und ein PW passen immer aneinander vorbei
- der frechste bekommt sein Recht
- an Ampeln ist anhalten bei Rot nur eine Option
- eine grüne Ampel bedeutet nicht Vortritt, sondern Achtung alle kommen von allen Seiten
und ganz wichtig
- genügend Kleingeld für die Polizei am Strassenrand verhindert grössere Bussen

Beim Znüni in Purworejo werden wir von einem Journalisten angesprochen, kurz danach gesellen sich ein zweiter
und ein dritter dazu. "Wir arbeiten immer zusammen, aber für drei verschiedene Zeitungen", lautet die Erklärung
von Jarot - dessen Artikel mit Foto dann tatsächlich auch publiziert wurde. Man befragt uns über sämtliche Details
und Beweggründe unserer Reise. Die "Jungs" sind sehr angetan von unserem tun und freuen sich dass wir die
Sehenswürdigkeiten Indonesiens anschauen. Auch die obligate Frage ob wir ihr Land mögen darf nicht fehlen –
Ja wir lieben das Land und die Leute aber das Verkehrschaos schlage wirklich alles - was sie weiter nicht
verwundert, am Wochenende sei es schon schlimm meinen sie. Zum Bericht führt folgender Link - wer es
lustig mag, lässt den Report durch den Google Übersetzer.
http://krjogja.com/read/131386/klemens-dan-brigette-bersepeda-keliling-dunia-untuk-mengenal-budaya.kr

Die "Pyramide" von Borobudur war auch eines unserer Traumziele. Die in neun Stockwerken oder Stufen gebaute Stupa wirkt weit kleiner als erwartet. Sicherlich schön - Weltkulturerbe - aber etwas zu sehr gepützelt, und viele Steine sind Rekonstruktionen. Der Wasserjet-Rein- gier steht griff bereit, auf dass sich ja kein Möösleins absetzt. Die Lichtstimmung am frühen Morgen war eindrücklich - die feuchten Luftschichten lassen alles mystischer erscheinen als es ist. Schön wenn's fast am Weg liegt aber einen all zu grossen Umweg würden wir dafür nicht fahren. Dafür haben wir wunderbar gewohnt in einem Riesenzimmer mit Megabad und grosser Terrasse auf die Reisfelder und interessanten anderen Gästen.

Und fast hät ich's vergessen, überall lustige, coole Moslem Teenies - gestylt und aufgestellt.
Die Devise ist nicht unbedingt "bitte lächeln" sondern "bitte modisch" und auf jedenfalls ein "Posing" oder "irgend eine komische Verrenkung" was zeitweise ganz gut gelingt, aber eben nicht immer.
Von Borobudur ist es nicht weit nach Yogyakarta, welches als Seele Javas bezeichnet wird.
Prambanan stand als erstes auf unserem Programm. Prambanan ist die grösste hinduistische Tempelanlage
Indonesiens und wurde wie Borobudur auch um 850 erbaut.
Seit 1991 ist auch diese Anlage Weltkulturerbe. Leider wurden den Anlagen vom Erdbeben
2006 wiederum starke strukturelle Schäden zugefügt, es ist nicht einfach solche Anlagen in einem so aktiven Vulkangebiet für die Nachwelt zu erhalten.

Yogyakarta ist eine eher beschauliche Stadt. In den Hauptstrassen herrscht zwar auch viel Verkehr aber in den
Nebenquartieren ist es wunderbar ruhig. Wir geniessen einmal mehr das Leben - essen unter anderem den besten
gebratenen Reis den wir ja hatten, an einem ganz einfachen Warung (Esstand). Die Stadt ist bekannt für Ihre Batik
Künstler und tatsächlich gibt es neben all den eher fragwürdigen Touristen-Batikbilder auch wirklich gute Werke.
Brigitte verguckt sich in ein extrem tolles Bild. Wie sich dann herausstellt, stammt dieses von einem der Lehrer an
der Kunstschule. Zum Glück kann man diese Bilder ja abspannen und falten und so haben wir jetzt sogar ein
Kunstwerk von mit in unserem fahrbaren Haushalt dabei.

Uns ist aufgefallen, dass in Indonesien extrem viel geraucht wird, aber vor allem auch übermässig Werbung für Zigaretten gemacht wird, in einem Ausmass wie dies ansonsten nur von Telekommunikationsunternehmen gemacht wird. Alles ist vollgepflastert mit Plakaten und Fahnen. Jede Gemeinde scheint von der Rauchindustrie gesponsert zu sein. Das schöne an der Raucherei ist der feine Nelkenduft, der typischen Indonesische Zigaretten.

Unser nächstes Ziel ist Probalinggo, das wir in drei Tagen von Yogyakarta aus erreicht haben. Die Strassen sind
gut aber immer noch schlucken wir viel Dreck. Beim abendlichen Waschen läuft braunschwarze Sauce aus den
Veloklamotten. Als wir die Küste bei Bangil erreichen wird es besser, hier ist die Luft frisch und der Himmel sogar
wieder blau.
Wir sind begeistert, von den kleinen Auslegerbooten der Fischer. Alles wirkt hier sehr idyllisch und das Wasser im Meer ist glasklar.
Probalinggo ist der Ausgangspunkt um ins Vulkangebiet um Gunung Bromo zu kommen. Die
"normalen" Touristen nehmen für die Fahrt an den Kraterrand einen kleinen Sammel-Bus oder Jeep-Taxi. Wir sind
der Ansicht, das ginge auch mit dem Fahrrad. Weil wir oben am Kraterrand übernachten wollen, entscheiden wir,
unser ganzes Gepäck mit hoch zu nehmen,
damit wir, im Notfall auch Zelten können falls alle Guesthouses besetzt wären.
Uns war völlig klar, dass die 2200 Höhenmeter kein Schleck werden und wir wussten, dass die Strasse gegen Ende
der Strecke immer steiler wird.
Gut vorbereitet, mit einer doppelten Ration Müsli im Magen und einer grossen Portion Selbst- vertrauen fuhren wir
los. Die 44 Kilometer beginnen total locker, sanft steigend und nach rund 20 km haben wir "bereits" 270 Höhenmeter
erklommen. Danach beginnt's richtig.
Ruppige, längere Anstiege bringen uns nach oben und es steilt sich immer mehr und mehr auf. Was wir Anfangs als
ruppig angesehen haben wird später zur Erholungsphase zwischen den echt steilen Rampen. Die Prozentangaben
auf unserem Tacho zeigen in den steilsten Passagen schwindelerregende 24% an, sehr viel fahren wir im 17-20% Bereich.
10-prozentige Steigungen empfinden wir so als Erholung. Die Geschwindigkeit sinkt auf das absolute Minimum - noch langsamer würde Umfallen bedeuten. Obwohl es oben immer kühler wird, so nass geschwitzt waren wir noch nie. Die letzten zwei Kilometer fordern noch die allerletzten Kraftreserven und nur das Wissen, das wir gleich oben sind lässt uns weiter-kämpfen. Oben am Kraterrand sind wir für uns einfach nur die "Kings" währen in der Caldera ein kleiner Sandsturm die Sicht trübt. Eines ist sicher - viele Fahrräder waren noch nicht hier oben.
Problemlos finden wir ein Guesthouse und organisieren uns für den Sonnenaufgang einen Jeep für die Fahrt zu einem Aussichtspunkt. Wir geniessen die Stimmung beim Sonnenunter-gang und gehen sehr früh in die Federn. In der Nacht wird es richtig kalt und wir schätzen es wieder einmal Wolldecken zu brauchen.

Ein wunderschöner Morgen, belohnt unsere "Arbeit" vom Vortag. Wir geniessen die Aus- blicke und "besteigen" noch den Bromo (über die Touristen Treppe). Dieser Vulkan ist das letzte mal 2004 ausgebrochen, 2010 haben neue Eruptionsphasen begonnen, als wir auf dem Kraterrand standen hat er aber nur kurz gehustet und ein kleines Dämpfli stieg auf.

Das schönste am Hochfahren ist ja oft das Abfahren. Trifft hier leider ganz und gar nicht zu.
Mit unseren voll beladenen Velos auf diesen steilen Strassen hatten unsere Bremsen ihre liebe Mühe. Sie haben zwar tadellos gebremst, aber die Felgen wurden so heiss, dass wir drei Pausen zum Abkühlen einlegen mussten. Wir waren echt froh, als wir die steilsten Stücke hinter uns hatten. Als Belohnung für die ganzen Strapazen (andere würden zur Erholung sagen) blieben wir einen zusätzlichen Tag in Probalinggo und nahmen uns die Zeit das Städtli mit dem Hafen in aller Ruhe zu erkunden.
Mit Vorfreude auf Bali schwingen wir uns erneut auf unsere Stahlrösser und gehen die letzte Etappen auf Java an.
Die Strasse schlängelt sich zeitweise idyllisch dem Meer entlang, vorbei an Felder und durch kleinere Orte. An unserem
geplanten Tagesziel war das einzige Guesthouse geschlossen und wir suchten uns einen geeigneten Zeltplatz. Nach dem
Ort folgte allerdings ein "Dschungelstück" in dem so viele Affenhorden hausten, dass wir den Mut nicht fanden hier das Zelt
aufzustellen. Die Javaner Affen klauen alles was ihnen in die
Finger kommt. Kurz vor dem dunkel werden endet der Wald und wir kommen in ein kleines Dorf - ein Guesthouse finden
wir nicht, und so fragen wir auf der Polizeistation nach wo es etwas zum übernachten gibt. Das nächste Hotel wäre 20km
weiter - es ist schon fast Nacht -
und so erlaubt uns die Polizei auf dem Vorplatz des Kindergartens gleich hinter der Polizei- station unser Zelt aufzustellen.
Sogar das Polizei- Mandi (also Dusche und WC) dürfen wir
benutzen.
Frühmorgens sind wir an der Fähre nach Bali. Das Meer ist sehr unruhig und das Boot schwankt schon im Hafen bedrohlich.
Die Fähre muss bei der Überfahrt regelrecht aufkreuzen da die Wellen so hoch sind und quer gegen das Schiff schlagen
würden. So dauert die Fahrt einiges länger als man denkt wenn man die Distanz zur Insel sieht. Das extreme hoch und
nieder macht Brigitte etwas zu schaffen und sie heftet den Blick krampfhaft an den Horizont damit ihr nicht schlecht wird.
Nach einer Stunde sind wir auf der "Götterinsel"
Bali. Die Windgötter meinen es allerdings nicht so gut mit uns oder haben unsere Voranmel- Dung verschlafen, jedenfalls
blasen sie mit vollen Kräften in die falsche Richtung.

Ein Hinweisschild auf den Surf-Point Mendaya-Beach kommt uns sehr gelegen und wir steigen in einem kleinen
Guesthouse ab. Denn mit soviel Gegenwind hört der Velospass auf.
Das Örtchen ist ein Surfparadies mit recht grossen Wellen und wir bleiben einen Tag um uns das Treiben etwas
zu beobachten.

Von hier bis Kuta ist uns eine Fahrt ohne Wind vergönnt. Ein ständiges auf und ab durch schönste Reisfelder und
tropischen Wald. Bali ist wirklich eine grüne Insel. Kutas Verkehr ist chaotisch wie eh und je - jetzt sind einfach noch
mehr Mopeds auf der Strasse als vor achtzehn Jahren, als wir das letzte mal da waren.
Eine leichte Erkältung von Brigitte hat sich leider zu einer veritablen Grippe mit Fieber ent-
wickelt und so sind wir etwas länger als geplant in der Touristenmetropole. Nach drei Tagen flachliegen ist sie aber wieder auf dem Damm und wir können unser Bali - Lombok "Abenteuer" richtig starten.




Kratie - Kampong Chang, Kampong Cham, Kampong Cham - Kampong Thorn – Stoung,
Stuong - Siem Reap, Siem Reap - Angkor Wat, Angkor Wat, Siem Reap - Battambang ,
Battambang – Pailin, Pailin - Tamun - Sab Wu Daeng, Sab Wu Daeng - Plaeng Yao - Khum Thong, Khum Tong – Bangkok, Bangkok, Bangkok - Songkran - Hat Chao Samran, Hat Chao Samran - Huahin - Kao Thong, Kao Tao, Kao Tao - vor Prachuap Khiri Khan, Prachuap Khiri Khan - nach Pakh Kklong, nach Pakh Khlong - Chumphon – Pier, Chumphon - Koh Tao, Koh Tao, Koh Tao - Koh Phangan, Koh Phangan - Sichon - Tha Sala,
Tha Sala - Thung Song – Trang, Trang - La gnu – Chalung, Chalung - Kangar - Alor Star – Gurun, Gurun - Georgetown – Penang, Georgetown, Georgetown - Ferry - Nibong Tebal,
Nibong Tebal - Kuala Kangsar, Kualar Kangsar - Sitiawan - Sungai Besar, Sungai Besar - Selangor - Kuala Lumpur, Kuala Lumpur, Kuala Lumpur - Port Dickson - Pasir Panjang,
Pasir Panjang – Melaka, Melakka, Melaka - Muar - Batu Pahat, Batu Pahat - Pontian - Johor Bahru, Johor Bahru – Singapur, Singapur, Singapore, Singapur - Nagoya-Batam, Nagoya-Batam, Nagoya-Batam - Hafen Sekupang, Schiff nach Jakarta, Jakarta, Jakarta – Ciranjang,
Ciranjang - Bandung – Cicalenka, Cicalenka - Ciamis - Majenang, Majenang - Purwokerto – Kebumen, Kebumen - Punworejo – Borobudur, Borobudur – Yogyakarta,
Yogyakarta,


....via Sukhothai nach Siem Reap, AngkorSeit dem 5. März 2012 sind wir nun wieder unterwegs. Bevor wir starten konnten standen jedoch noch einige Revisionsarbeiten an. Wartungsarbeiten an den Velos, Zelt und Regenklamotten imprägnieren und neue Packordnungen austüfteln.
Von Chiang Mai voll Richtung Süden ging’s in 3 Tagen nach Sukhothai. Die immer grösser werdende Hitze haben wir Anfangs nur schwer ertragen und mussten uns erst wieder daran gewöhnen immer klatsch Nass zu sein. Über Mittag war an fahren gar nicht zu denken und so haben wir immer eine längere Rast eingelegt wie hier, bei einem kleinen Schulhaus. Die Kinder waren unglaublich neugierig und haben sich zu uns gesetzt. Sie haben uns „Bruder Jakob – Bruder Jakob“ auf Thai vorgesungen und waren nicht schlecht als wir ihnen die deutsche Variante vorsangen. Vor allem das ding-dang-dong, ding-dang-dong hat’s ihnen angetan.
In Sukhothai stehen die Ruinen der Hauptstadt des gleichnamigen Königreiches aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Die alte Stadt, von den Einheimischen auch „Mueang Kao“ genannt, war durch Erdwälle und Wassergräben von etwa 2 km x 1,6 km Ausdehnung umgeben. Sukhothai bedeutet "Morgenröte der Glückseligkeit" und wir waren am frühen Morgen in den Anlagen. Für unseren Geschmack stehen die Paläste und Tempelreste in einem all zu "gepützelten" Park und haben auf uns nicht sehr viel Mythik ausgestrahlt. Am schönsten waren die Wasserspiegelungen und wir können uns gut vorstellen dass hier Leukratong - das Lichterfest mit schwimmenden Kerzen - sehr eindrücklich sein muss.
Die grosse Hitze tagsüber hat auch Vorteile, so müssen wir früh raus und erleben die aller-schönsten Stimmungen in den Morgenstunden. Eine Halbe- bis Dreiviertelstunde vor Sonnenaufgang sitzen wir auf dem Velo. Dann sieht man noch kaum was. Die Dämmerung jedoch ist so kurz, dass man das Gefühl hat, der Tage starte im Zeitraffer. Wir sind halt schon "nahe" beim Äquator.
Innerhalb von 7 Tagen durchquerten wir Zentralthailand von Sukhothai bis nach Pakse in Südlaos. Beim Grenzübertritt wurde uns einmal mehr Bewusst wie gross der Unterschied in Sachen Armut zwischen Thailand und Laos ist. Laos scheint gut 25 Jahre hinter der Entwicklung von Thailand zu stehen. Sehr wenig Industrie und Tourismus nur ganz partiell.
Die meisten Leute leben von der Landwirtschaft und fast alle von der Hand in den Mund.
Alle sind sehr freundlich, wenn auch etwas zurückhaltender als im Norden. Jedes Lächeln wird mit einem ebensolchen erwidert, die Kinder rufen lauthals hello und by by und Winken uns zu. Und wehe wir haben mal keine Lust hello oder sabaidee rufend zu antworten, dann wir uns so lauthals zugerufen bis wir eben doch reagieren. Und Kinder gibt es unwahrscheinlich viele.
…. Klemens erklärt die Route welche wir von der Schweiz aus gefahren sind - unglaubliches Staunen und Kopfschütteln
Ein Abstecher auf die "4000 Islands" nach Don Det wollten wir uns nicht entgehen lassen. In diesem Mekong Abschnitt teilt sich der Fluss in viele kleine Arme, einem Flussdelta gleich.
Dazwischen verstreut sind hunderte von Inseln. Zwischen den Inseln gibt es auch einige Wasserfälle und Stromschnellen. Aus diesem Grund ist der Mekong nicht durchgehend schiffbar. Einer der grösseren Fälle liegt bei der Insel Don Kohl welche mit einer massiven Brücke mit Don Det verbunden ist. Während der Kolonialzeit haben die Franzosen auf den beiden kleinen Inseln eine Eisenbahnlinie gebaut um so die Wasserfälle zu umgehen und die Transportlinie Saigon Laos per Schiff zu ermöglichen. "The French Bridge" und die ehemalige Lokomotive sind das einzige was aus dieser Zeit noch übrig blieb.

Obwohl Don Det ein Back-Packer Ziel ist und viel zu viele Anlagen gebaut wurden und werden, ist das Inselleben im Hinterland immer noch sehr ursprünglich. 5 Minuten mit dem Fahrrad und man ist dem Touristenstrom entflohen und in einfachen Dörfern.
Von Don Det bis zur kambodschanischen Grenze ist es ein Katzensprung. Am laotischen Grenzübergang wollten wir die geforderten 2 Dollar "Schmiergeld" für die Ausreisestempel erst nicht bezahlen, aber die Beamten hatten Geduld, keine anderen Personen waren am Zoll und so bezahlten wir halt, denn die kühle Zeit am Morgen mit Machtspielchen zu vergeuden war uns zu blöd. Bei den kambodschanischen Grenzwächtern das selbe Spiel.
3 Dollar zusätzlich für's "Visa on Arrival" - ohne Zusatzgeld keine Stempel.
Wenn wir Laos im Vergleich zu Thailand als arm bezeichnet haben, so ist Kambodscha im Vergleich zu Laos Maus arm. Die Armut auf dem Land ist sehr stark zu spüren nur in den Städten ist ein gewisser Wohlstand zu spüren.

Kambodscha ist aus dem Khmer Königreich Kambuja hervorgegangen. Nach der Unab-
hängigkeit von der Kolonialmacht Frankreich im Jahre 1953 folgten jahrzehntelange Bürger-kriege die viele Opfer unter der Bevölkerung und schwere Schäden in der Wirtschaft hinterliessen. Auch der Vietnamkrieg sowie der Secret War (geheime Bombardements der USA/CIA in Laos und Kambodscha "zusätzlich" währen des "Offiziellen" Vietnamkriegs) und die Diktatur der Roten Khmer von 1975 bis 1979 sowie der anschliessende Bürgerkrieg brachten dem Land wirtschaftlichen Verfall.
Am 23. Oktober 1991 schlossen die vier Bürgerkriegsparteien den Pariser Friedensvertragg, der einen Waffenstillstand bestimmte und für 1993 Neuwahlen ansetzte. Gemäss des ersten Artikels der neuen Verfassung ist Kambodscha "ein Königreich mit einem König, der übereinstimmend mit der Verfassung und den Prinzipien der liberalen Demokratie und des Pluralismus regiert. Das Königreich von Kambodscha soll ein unabhängiges, souveränes, friedliches, permanent neutrales und blockfreies Land sein." Die Staatsreligion ist der Buddhismus.
Um 1960 noch eines der am weitesten entwickelten Länder Südostasiens, ist Kambodscha heute einer der "ärmsten Staaten" dieser Region. Das Land erholt sich nur sehr langsam von den Wirren der jüngsten Geschichte und wird bestimmt durch Korruption und eigenartige Monopole.

Anfangs mussten wir damit zurecht kommen, dass ein Tourist immer auch eine Möglichkeit ist etwas mehr zu verlangen als einheimische bezahlen. Damit haben wir normalerweise keine Mühe, aber wenn dann plötzlich das zwanzig bis vierzigfache verlangt wird ist es einfach etwas zu viel. Wir wollten von Steng Trung aus eine Bootsfahrt zum Floating Forest machen mit einem einfachen Boot. Erst fanden wir keinen der fahren würde, dann wurde uns eine Fahrt für 80 Dollar angeboten. Schon etwas viel, wenn hier viele unter 1 Dollar pro Tag verdienen. 40 Dollar waren wir dann bereit zu zahlen und hofften, dass nicht zu viel des Geldes an irgendwelche Vermittler abfliesst. Dann wurden wir von einem Bootsführer und seinem kleinen Bruder abgeholt. Wir haben mit einem kleinen Boot gerechnet, aber nicht mit einem ganz so kleinen, welches bei jeder Gewichtsverlagerung bedrohlich zur Seite kippte vor allem wenn der Motor nicht lief und es nicht durch die Geschwindigkeit stabilisiert wurde.
Die Flussfahrt war wunderschön und das Leben der Leute am Wasser interessant, der Wald jedoch war durch den niedrigen Wasserstand nicht überflutet.
Immer wieder stotterte der Motor und stellte ab. Dieser sei eben nicht mehr der jüngste wurden wir getröstet. Als dann der Motor endgültig ausging und nicht wieder zu starten war, meinte unser Fahrer: jetzt brauchen wir Benzin. Ja toll - der kleine Mitfahrer ruderte uns ans Ufer, sprang an Land und verschwand hinter der Uferböschung. Nach einiger Zeit kam er triumphierend zurück mit einer Flasche und einem halben Liter Sprit und keiner glaubt's, das hat gereicht um unser wieder zurück in die Stadt zu bringen.
Die Strecke von Stung Trung nach Siem Real haben wir in 4 Tagesetappen eingeteilt. Es war um einiges kurzweiliger als wir vermutet haben. Am Mekong entlang ging es durch Landwirt-schaftsgebiete und ausgedehnte Strassendörfer. Auf obigem Bild ist Brigitte noch happy. Bis hierher hat's nur wenig geregnet doch vor uns ist der Himmel tief schwarz. Kilometer um Kilometer wird die Strasse schlammiger, überall steht das Wasser und einmal mehr kommen wir kaum vorwärts durch den Morast. Dann das grosse Pech - Softlandung im seifigen, Knöchelhohen Schlamm. Brigitte liegt quer auf der Strasse, ringsum Gelächter der Anwohner aber auch Hilfe. Sofort bekommen wir Wasser um das schlimmste abzuwaschen. Brigitte findet es überhaupt nicht lustig und lässt sich nicht fotografieren. Im Nachhinein findet sie dies selber schade weil sie noch selten im Leben so dreckig war. 2 Stunden später ist der Spuk vorbei die Strasse trocknet ab und wir können wieder "normal" fahren und finden sogar in einem kleinen Dorf eine "Waschanlage".
Durch die vorwiegend flache Topographie kommen wir zügig voran und sind am 28. März in Siem Reap, einem weiteren Traumziel auf unserer Reise. Einfach unvorstellbar, Angkor mit "Human Power" auf dem eigenen Velo zu erreichen. Bereits Tags darauf sind wir vor Sonnenaufgang in den Ruinen. Noch ist fast niemand anzutreffen und die Geräusche aus dem umliegenden Jungel und die mystische Stimmung ziehen uns in Ihren Bann. Die Kraft
die von diesem Ort ausgeht muss man selbst gespürt haben. Dies ist ausschliesslich in den frühsten Morgenstunden möglich, denn sobald die Touristenströme eintreffen ist es vorbei. Also verlassen wir bereits gegen neun Uhr
das Gelände und gehen zum Frühstück in unser Guesthouse.
Im 9. Jahrhundert entstand das neue Khmer-Reich, dessen Hauptstadt seit 889 Angkor war und das seinen Machthöhepunkt im 12. Jahrhundert erreichte. In diese Zeit fällt auch die kulturelle Blüte. Der damals errichtete Tempelkomplex Angkor Wat und viele weitere Anlagen stehen heute noch Um 1200 hatte Angkor etwa eine Million Einwohner und war damit wohl die damals grösste Stadt der Welt.
Unsere beiden Lieblingstempel sind der verschlafene und überwachsene Ta Prohm und der Bayon mit seinen Gesichts-Türmen aus grossen Steinquadern.


….Bali – Lombok - Sumbawa – Bali

Da wir von Bali aus nach Australien fliegen, sind Lombok und Sumbawa eine kleine, aber feine Zugabe. Wir entscheiden, Bali am Schluss zu bereisen und radeln daher direkt von Kuta nach PadangBay wo die Fähre nach Lombok ablegt. Das Verkehrsaufkommen ist für die Insel recht gross, aber zum Glück kein Vergleich zu Java.
PadangBay ist ein eher verschlafenes Fischerdorf mit ein wenig Touristmus, nicht nur wegen der Fähre, seit neuerem starten von hier aus auch Schnellboote direkt zu den Gili Islands welche Lombok vorgelagert sind. Eigentlich wollten wir erst auch dorthin. Vor 22 Jahren, auf unserer ersten Indonesienreise, haben wir diese, damals noch unbekannte, traumhafte Inselgruppe besucht. Doch jetzt wo wir sehen, wie viele Touristen in dieses kleine Paradies gekarrt werden, entscheiden wir uns die Gilis auszulassen.
In PandangBay finden wir ein Guesthouse mit netter Gastgeber Familie und im Gespräch mit ihnen kommen wir auf Brigittes verstauchtes Handgelenk. Kleiner Sturz, nicht mit dem Fahrrad sondern im Bad. Weil's immer noch schmerzt bringt uns der Hausherr zu einem Bali-Schamanen. Dieser machte eine sehr spezielle Massage mit einer über einem Feuer erhitzten Paste aus Ingwer, Zwiebeln, Tamarinde und einem speziellen Öl.
Das ganz genaue Rezept ist natürlich überliefert und geheim. Jedenfalls ist die Wirkung aus- gezeichnet und bereits während der Behandlung bessern sich die Schmerzen. Zum Schluss kommt noch ein Verband mit der Paste um die Hand und dieser heizt unglaubliche sechs Stunden weiter.
Die Fähre bringt uns in fünf Stunden nach Lombok Lembar und von dort fahren wir noch 25km bis nach Mataram und suchen ein Hotel oder Losmen, wie das hier heisst. Keiner glaubt's - Mataram hat einige Unterkünfte aber nach der zehnten Absage "sorry full"
glauben wir kaum mehr daran etwas zu finden. Der letzte Versuch, wirklich kurz bevor wir aufgeben und einen Platz zum Zelten ausserhalb des Städtchens suchen, ist dann erfolg- reich. Das hatten wir während unserer ganzen Reise noch nie. Die Ferien seien losgegangen in Indonesien und wer etwas besser gestellt ist reist jetzt auch. In Mataram gibt es kaum westlichen Touristen.
Lombok ist im Gegensatz zum mehrheitlich hinduistischen Bali voll Islamisch. An jeder Ecke
stehen Moscheen und auch in kleinen Dörfern gibt es sicher vier kleine Gebetshäuser mit je einem Muezzin und riesigen Lautsprechern. Oft wird nicht nur zum Gebet gerufen, sondern gleich die ganze "Predigt" übertragen. In Mataram hat das Rufen zum Morgengebet aus den mindestens 6 verschiedenen Moscheen exakt von 5.05 bis 5.55 Uhr gedauert. An Schlaf ist da nicht mehr zu denken. (für Klemens - für Brigitte schon, aber die kann ja wirklich überall schlafen) Erschwerend kommt hinzu, dass hier das Rufen mehr ein Schreien und Würgen ist.
In keinem anderen moslemischen Land war der Gesang so "hässlich falsch" wie hier in Indonesien und nirgends so extrem lang. Und wir meinen mit "falsch" nicht "das Ungewohnte" denn wir wissen mittlerweile sehr wohl gute von schlechteren Muezzin zu unterscheiden. (Ausnahme sind die wenigen Moscheen auf Bali deren Muezzin den Gesang sehr gut be-herrschen)

Eine Welt für sich sind die "Männer-Märkte". Wie überall in Indonesien werden auch hier auf Lombok Hähne gehandelt und diese sind das ein und alles für ihre Besitzer. Die Tiere wer- den gepflegt und gehätschelt und oft witzeln wir, dass es den Gockeln sicher viel besser geht als den Frauen. Kaum zu glauben, dass die so verwöhnten Tiere für Hahnenkämpfe einge- setzt werden und grosse Summen auf die Tiere gewettet werden.
Es geht quer über die Insel mit leichtem Anstieg über ein paar Rippen des Vulkans Ranjani, direkt zum nächsten Fähr-Hafen. Bereits kurz nach der Hafenausfahrt kann man Sumbawa erblicken. Wir freuen uns, denn auf Google-Maps ist Sumbawa noch eine weisse Fläche.



Sumbawa ist eine der Sunda-Inseln und gehört wie Lombok biogeografisch zur Tier- und Pflanzenwelt von Australien. (Kualabären und Kängurus haben wir aber keine gesehen)

Wo das Gelände nicht zu hügelig ist und in flachen Tälern wird überall Reis angebaut aber auch der Fischfang trägt zum täglichen Speisezettel bei. Insgesamt ist mindestens der Teil der Insel den wir kennengelernt haben, viel weniger trocken als erwartet.
Da wir ausschliesslich kleine Dörfer und sehr wenig befahrene Strassen vorgefunden haben, sind wir erstaunt, als man uns erklärt, dass die Insel etwa eine Million Einwohner habe.

Es stellt sich bald heraus, dass unsere einfache Strassenkarte ziemlich falsch ist. Unser erstes Ziel war Jelenga, welches nach der Karte am Weg nach Maluk hätte liegen sollen.
Über einen stotzigen Pass haben wir dann aber direkt Maluk erreicht. In Maluk erklärte man uns dann, wir müssten alles zurück fahren und eine bestimmte Abzweigung nehmen, welche aber nicht angeschrieben sei. Na ja, zurück wollten wir wirklich nicht, und beschlossen später nach Jelenga zu fahren. Maluk ist ein Dorf das vor allem vom Mining lebt. Eine grosse Kupfermine ist in der Nähe. Ein riesiger Strand liegt in der Bucht, welcher an Wochenenden auch von Einheimischen besucht wird sonst aber menschenleer ist.
Entspannte Wanderungen und kleinere Ausflüge in die Hügel mit dem Velo, aber vor allem den Strand geniessen, so gehen die Tage wie im Flug vorbei. Unser nächstes Ziel - das bei Surfern bekannte "Scar Reef" vor Jelenga. Die Wellen und das Reef sind hier so gefährlich, dass sich nur die absoluten Cracks raus getrauen. Wenn die Welle gross genug ist, abhängig von Stürmen im Süden, soll man hier bis 600 Meter auf den Wellen gleiten können.
Die vielleicht beste Welle der Welt, erklärt man uns. Ganz so toll war sie leider nicht als wir dort waren, aber die Gemeinschaft mit den wenigen Surfern die auf "die Welle" warten war echt schön. Der Strand ist einmalig, nur 7 Surfer und wir. Ein vorgelagertes Korallenriff mit einem flachen Teil zum Strand hin, ermöglicht bei Ebbe das "Schnorcheln ohne Schnorchel" . Wir sahen Seesterne, Anemonen und Korallen ohne Taucherbrille von nur wenigen Zentimetern Wasser bedeckt.
Eine simple Bambushütte war unser zuhause, kein Internet empfang, kein Telefonempfang einfach nur Natur pur.

Übrigens, radfahren auf Sumbawa ist nichts für Leute die keine Hügel mögen, denn alles was nach Küstenstrasse ausschaut entpuppt sich als steiles hoch und runter von Buchten in die Berge und retour. Die Strässchen sind aber echt schön zu fahren.

Zurück von Sumbawa nach Bali ging's auf der gleichen Strecke. Wiederum war die Fähre von Sumbawa nach Lombok zum bersten voll, die Boote sind aber auf einem modernen Stand und man fühlt sich sehr sicher. Noch am gleichen Tag durchquerten wir das kleine Lombok und Tags darauf ging's zurück nach Bali.
Auf Bali haben wir die grossen Touristenziele ausgelassen, da wir vor 22 und vor 18 Jahren schon mal hier waren und uns einige Stätten so in Erinnerung behalten wollten wie sie waren. Hinzu kommt, dass Juli und August die Hauptreisezeit der Australier ist, und das Eiland dementsprechend überlaufen ist. Erstaunlicherweise fanden wir trotzdem noch sehr schöne, ruhige und ursprüngliche Flecken. Ost- und Nordostbali sind immer noch traumhaft.
Bei Amed genossen wir den schwarzen Strand und freuten uns, dass die Fischer immer noch mit ihren kleinen Auslegerbooten unterwegs sind. Unsere Anlage am Meer hatte gerade mal drei Bungalows.
Entlang der wunderschönen Küste ging's nach Bukti. Auch hier fanden wir eine kleine, feine
Bungalow Unterkunft direkt am Meer mit traumhafter Sicht zum Sonnenaufgang. Die 8 Häus-
chen beherbergten vor allem indonesische Touristen, welche kaum glauben konnten, dass wir tatsächlich mit den Velos bis hierher gekommen sind. Immer wieder mussten wir alle Staaten aufzählen die wir durchquert hatten.
Weiter ging's der Küste entlang bis Singaraja, dann 1420 Höhenmeter über den Kraterrand
bis Candikung. Die Affen auf der Passhöhe sind frech wie eh und je, der Tempel Pura Luhur Ulan am Kratersee ist jedoch zu einer respektlosen Touristenattraktion verkommen.
Zum Glück gibt's in Bali tausend andere Tempel in welchen der Glaube gelebt wird, die zwar weniger berühmt, aber umso schöner sind. Die Balinesen pflegen ihre Religion auch nach hunderten von Jahren noch, sie leben mit ihren Göttern und Geistern, bringen Opfer und sind dankbar wenn alles gut läuft. Selbst die jungen Leute führen diese Traditionen weiter.

Bali haben wir eher so bereist, wie wir dies bisher immer machten in unseren Ferien, nämlich ohne zu fotografieren. Es gibt bereits tausende von Fotos über balinesischen Tanz, Tempel-zeremonien und Feste sowie hunderte von Büchern über die spezielle hinduistische Tradition, den balinesischen Baustil usw. Ein paar Bilder aus dem alltäglichen Reise- und Erleben haben wir aber doch gemacht.

In Ubud, der Kulturstadt auf Bali, hat es dann geregnet. Von den 4 Regentagen welche es in der Trockenzeit auf Bali geben soll haben wir gleich 3 erwischt. Es hat allerdings nicht von morgens bis abends durchgeregnet so nutzten wir die Zeit für einen ausgiebigen Veloser-vice vor Australien. Ganz wichtig war der anstehende Ölwechsel an unserer Naben-Schaltung, neue Bremsbeläge montieren, Ketten spannen uws.

Wenn der Regen etwas nachliess zogen wir mit den Velos los und haben und nochmals so richtig am Grün der Umgebung satt gesehen. Vielleicht stimmt es ja, dass Bali die schönsten Reisterrassen Asiens hat. (die Chinesen würden dem Widersprechen) So oder so eine Augenweide sind diese allemal.

Die letzen Tage auf der Insel haben wir uns vor allem auf Australien vorbereitet.
Die Einreisebestimmungen sind sehr strikt, so müssen alle eingeführten Waren fein säuber-lichst gereinigt sein. Keine Erdrückstände dürfen an und in den Veloreifen, Schuhprofilen, Zelt, Saccochen usw. sein. Bei so einem "Frühjahrsputz" ist man erstaunt was alles mit dabei ist. Da schrubbt, rubbelt und wäscht man und es scheint, die Putzerei nimmt kein Ende. Zum Glück ist jetzt, wo wir in Kuta sind, das Wetter wieder gut und alles trocknet ratzfatz.
Die Kartonschachtel für das Verpacken der Velo's zum Fliegen haben wir auch schon organi- siert, jetzt müssen wir die Räder nur noch auseinander schrauben und verpacken. Und nun bleibt zu hoffen, dass es den beiden Velos beim ersten mal fliegen nicht schlecht wird.

Kaum zu glauben, all dies hat auf zwei Fahrrädern platz und man kommt trotzdem noch super vorwärts. Dazu braucht es aber wirklich gute und stabile Fahrräder, wir fahren:
Aarios Discovery mit Rohloff Nabenschaltung. Inkl. der stabilen Gepäckträger wiegen die Velos je ca. 16kg sind aber so genial zu fahren, dass man sich in den Kurven wie auf einem Motorrad fühlt.
Alles Material ist in Ortlieb Taschen verpackt, jeweils 2 Vorderrad lowrider, zwei Hinterrad Saccochen, 1 Rackpack und 1 Lenkertasche. Alles voll wasserdicht.
Wir übernachten im
Exped Orion Zelt und schlafen auf luxuriösen Exped Downmats. Die Schaumstoffmatten brauchen wir nur vor dem Zelt. Superwarme Schlafsäcke, Glacier von Mountain Equipment tragen zum Komfort bei.
Ansonsten haben wir von Kamera über Laptop, Werkzeug und Ersatzmaterial, Benzinkocher, Thermoskanne, Kochzeug, Wassersack, Steripen usw. usw. alles mit dabei.
Neben den Veloschuhen auch richtig gute Trekingschuhe.
Ergibt ein Gesamtgewicht inkl. Fahrräder von rund 100 kg.

Fazit nach 2 Monaten reisen (kurz vor Iran) : wir haben genau das richtige mit dabei.

Fazit nach 5 Monaten (Kashgar China 10'500km):
- die Velos sind absolute Klasse. Nach Kargush-Pass und anderen Material fordernden
Pässen und Strassen können wir dies wirklich beurteilen.
- die schweren Trekingschuhe zu wenig gebraucht, zu viel warme Sachen dabei. Diese
werden nach hause geschickt.
- der dritte Schwalbe Marathon Pneu von Klemens ist defekt. 1x Schnitt, 2x wohl
Materialfehler. Ein bisschen viel nach 10500km
- dafür hat Brigitte dies alles nur mit einem Loch im Schlauch geschafft. Ein Getränkehalter
ging zu Bruch.
- heute würden wir nur noch mit Katadyn-Filter verreisen. Der Steri-Pen hat seine Tücken
arbeitet für uns zu wenig zuverlässig.

Fazit nach 11 Monaten (Chiang Mai Thailand 21'000km Anfang März 2012)
- die Aarios Räder sind nach wie vor top und sehen geputzt fast aus wie neu.
Die Shimano Tretlager allerdings mussten nach 13'000km beziehungsweise 17'000km
ersetzt werden.
- die Ortliebtaschen Back Roller Plus mit Rollverschluss sind echt gut und dicht - leider
verbleicht die Farbe extrem, die roten Taschen sind nun rosa und die blauen hellblau.
- das Mac Book Pro Laptop und die Kamera haben diverse Stürze überlebt, sind robuster als
wir gedacht haben.
- nicht verzichten möchten wir auf die simplen Schaumstoffmatten welche wir nur für den
Aussenbereich nutzen. Nichts schöneres als nach getaner "Arbeit" die Beine strecken und
in den Himmel schauen, oder auch mal bei nassem und kalten Boden sich hinsetzen
können.
- die Exped Downmats sind wirklich Komfort pur.
- das Exped Zelt Orion ist ein super Teil, wenn das Zelt nass ist, kann das Innenzelt leicht
ausgehängt werden so kann auch bei Regen alles im noch stehend Aussenenzelt im
trockenen verpackt werden. Die Schlitten der Reissverschlüsse vom Innenzelt sind leider
nicht so stabil. Wir mussten diese immer wieder reparieren.
- die Rohloff Schaltung ist genial. Das zu starke Anziehen des Schnellspanners am
Hinterrad hat eine Fehlfunktion der Schaltung ausgelöst. Dank Ferndiagnose von Rohloff
konnten wir das Problem sofort beheben. Super Service!
  • - grundsätzlich sind wir mit unserem Material mehr als zufrieden. ;-)
  • - Fazit nach 16 Monaten (Kuta Bali 28'000km Ende Juli 2012)
  • - - Unsere Felgen Rigida Sputnik sind der Hammer. Trotz unzähligen harten Schlaglöchern
  • - laufen diese immer noch rund wie am Anfang. Die Dinger sind unglaublich Stabil und trotz
  • - der Felgenbremsen ist nur wenig Verformung und Abnutzung der Felgenwand spürbar.
  • - - Die neuen Reifen Schwalbe Marathon GreenGuard seit Chiang Mai auf den Felgen -
  • - laufen super leicht, man kommt sich vor wie auf dem Rennrad. Der Seitenhalt auf unbe-
  • - festigten Strassen ist allerdings nicht besonders gut.
  • - - Jetzt wo die Tage so kurz sind könnten wir einen Nabendynamo gebrauchen. Das wird das
  • - nächste sein was wir uns einbauen - einen Dynamo der neusten Generation würden wir
  • - jedem empfehlen.
  • - - ansonsten gilt nach wie vor alles was bereits oben erwähnt. Wir sind echt happy mit
  • - unserer Ausrüstung
  • Am 26. Juli 2012 ist es soweit, unsere Räder sind verpackt in Velo-Kartonschachteln und für den Flug von Bali nach Perth bereit. Zum ersten mal in die Luft mit Sack und Pack und wir freuen uns auf neue Erfahrungen.
  • Es ist wunderschön wieder einmal zu fliegen doch als wir vom Meer her über Karratha ins Landesinnere fliegen und auf die riesigen "Wüstengebiete" runterschauen wird es uns doch etwas flau im Magen. Extremste Weiten und einfach nichts, nur ab und zu eine unbefestigte Strasse, die im Nirgendwo zu enden scheint. Wollen wir da wirklich durch?
  • Eigentlich wollten wir ja von Bali nach Darwin im Norden fliegen, haben dann aber keinen günstigen Direktflug mehr bekommen, weil Air Asia diese Linie kurzfristig eingestellt hat.
  • So haben wir uns spontan entschieden nach Perth im Westen zu fliegen. Die 4200km Umweg bis zum Steward Highway nahmen wir gerne in Kauf.
  • Im Flughafen Perth bauen wir unsere Velos wieder zusammen und gute 2 Stunden später sind wir wieder startklar und fahren in's Helena Valley. Bei Maria und Simon, die vor 20 Jahren aus der Schweiz nach Australien ausgewandert sind, dürfen wir ein paar wunderschöne Tage verbringen und werden richtig verwöhnt. Wir geniessen die gemeinsamen Stunden am Feuer, denn es ist noch Winter und abends sehr kalt.
  • Perth ist eine sehr attraktive Stadt, nur im kleinem Zentrum stehen Hochhäusern, dieses ist umgeben von Parkflächen, einem See und einem Fluss. Die grünen Wohngebieten mit vorwiegend Einfamilienhäusern sind weitläufig um das Zentrum verteilt und man kann kaum glauben, dass dies eine Millionenstadt sein soll.
  • Wir wussten, dass Australien in etwa gleich teuer ist wie die Schweiz, trotzdem hatten wir einen kleinen Schock, als wir für die nächsten 6 Reisetage eingekauft haben. Nach Asien ist es einfach nicht vorstellbar, dass man für so wenig so viel bezahlen muss. Gemüse ist definitiv teurer als in Europa - 1kg Tomaten umgerechnet Fr. 9.00 - 12.00 oder ein kleiner Lauchstengel Fr. 3.50 oder ein kleiner Eisbergsalatkopf für Fr. 6.00 ist eindeutig nicht billig.
  • Australien lebt voll im Minen Boom. In den Minenstädten wie Port Hedland kann eine Wohnung locker Fr. 2200.00 kosten - nicht im Monat, sondern in der Woche. Da der Staat nicht nur Steuern kassiert von den Minen- und Ölgesellschaften, sondern auch noch Gewinn
  • beteiligt ist, hat das Land zur Zeit keine Finanzprobleme.
  • Vollbepackt fahren wir am 29. Juli 2012 los, verlassen die bewohnten Gebiete um Perth und schon wird es leer. Wir sind überrascht, dass die Gegend so schnell unbewohnt ist haben wir nicht erwartet. Kein Haus mehr, keine Tankstelle, einfach nur noch Landschaft. Unglaublich - so weit das Auge reicht. Am Nachmittag kommt uns in den Sinn, dass wir vergessen haben unsere Benzinflasche für den Kocher auf zu füllen. (die musste ja leer sein zum Fliegen) eine Tankstelle kommt keine mehr wie wir auf der Karte sehen und das nächste Dorf erreichen wir erst am nächsten Tag. Also gibt es am Abend "kalte Küche". Am nächsten Tag müssen wir erst einen 12km Umweg fahren um Benzin und Wasser zu beschaffen, weil der Ort Lancelin nicht an der Hauptstrasse liegt, so wie die meisten Orte entlang der Küste.
  • Die ersten Tage ist es sehr kalt und extrem windig (Gegenwind mit Böen) und regnerisch. In Jurien Bay treffen wir Jeff, einen australischen Velofahrer von Darwin her kommend. "Your driving the wrong way". Er erklärt uns, dass die Winde immer Ost-NordOst wehen und wir vornehmlich Gegenwind haben werden. Ja super - aber uns erschreckt zum Glück nicht mehr so viel. Es regnet in strömen und weil wir in einer der wenigen Ortschaften entlang der Küste sind, bleiben wir die Nacht hier in einem Container-Zimmer und sortieren uns neu. Wir haben beide noch nicht das richtige Ordnungssystem für das hiesige Klima rausgefunden. Und so viel Esswaren mussten bis jetzt auch nicht verstaut werden.
  • Anfangs empfanden wir Distanzen von 150 Kilometern ohne Dorf, Tankstelle oder Wasser sehr weit, rasch mussten wir uns aber an weit grössere Entfernungen gewöhnen. In Carnarvon haben wir für die nächsten 640 Kilometer eingekauft - zu Sicherheit für 6 volle Tage je "z'Morge, z'Mittag, z'Vieri, z'Nacht und noch etwas Süsses darüber hinaus. Ganz schön viel auf dem Velo. Dazu werden dann je 8,5 Liter Wasser geladen um dann mit all dem Gepäck gegen den Wind zu pedalen.
  • Wir wurden viel gewarnt vor den "Road Trains", den grossen Lastwagen, welche bis zu 4 Anhängern haben. Zum Glück fahren diese Transporter anständiger als gedacht. Wir verlassen allerdings die Strasse wenn sich zwei grosse Fahrzeuge kreuzen. Nach Karratha und Port Hedland werden viele übergrosse Minenausrüstungsteil und Containerhäuser transportiert in denen die Schicht-Arbeiter wohnen. "Fly in and fly out" wird diese Arbeits-weise genannt: 14 Tage arbeiten und dann 14 Tage retour nach hause fliegen.
  • Wir sind begeistert von den Weiten. Als Schweizer ist es fast nicht vorstellbar, dass so weit
  • nichts anderes als Landschaft vorhanden ist. Diese ist nicht etwa immer gleich, sondern
  • verändert sich alle hundert Kilometer, mal rot mit grünem Gebüsch, mal Bäume, mal gold-enes oder rotes Buschgras und manchmal sogar Felsig. Nachts ist es so dunkel, weil kein Fremdlicht einer entfernten Stadt zu sehen ist, sodass die Sterne zum greifen nah sind. Die Milchstrasse ist bei Leermond so hell, dass man meinen könnte sie sei eine beleuchtete Wolke.
  • Weil hier keine Menschen leben, gibt es auch kein Wasser - denn Grundwasser wäre oft vorhanden. Somit ist Wasser Beschaffung auf diesen langen Strecken unser grösstes Problem. Es gibt zwar Rest-Aeras mit WC's wo Camper übernachten können - aber die WC's sind Plumps-Clos ohne Wasser und Trinkwasser gibt es auf solchen Plätzen im Westen nicht. Wenn unser Wasser nicht reicht, sind wir auf die "grauen Nomaden" angewiesen. So werden die meist älteren Australier genannt, welche mit ihren Campern den Winter im warmen Norden und den Sommer im kühleren Süden verbringen. Die meisten dieser Australier sind sehr nett und man muss nicht einmal nach Wasser fragen, denn sie wissen selber wie weit es von der nächsten Wasserstelle weg ist. So sind wir dankbar, dass wir unsere Wasserflaschen auffüllen können. So oft bekommen wir aber mehr als Wasser - z.B. von Craig + Maden gab's Bier und zum Essen kühlen Wein, von Graham + Lynn wurden wir gleich zum Abendessen eingeladen, Sue und Peter servierten uns Kaffee und Kuchen und alle haben uns gleich noch zu sich nach hause eingeladen, weil sie ja dann wieder zurück seien, wenn wir in der Gegend sind. Wir können gar nicht alle erwähnen, welche uns etwas liebes getan haben, deshalb an dieser Stelle ein ganz dickes Merci an Alle die uns geholfen haben.
  • In Australien wird man zum Kilometerfresser. Ruck zuck hatten wir 2000km hinter uns, die kalten Tage gehörten schon lange der Vergangenheit an, und es wurde heisser und heisser.
  • An einem so richtig heissen Abend, das Zelt war eben aufgestellt, stoppt ein Auto auf der Strasse. Unser Zelt ist von der Strasse her sichtbar, weil nur kleines Buschwerk vorhanden ist. Zwei Männer steigen aus und kommen auf uns zu: "Do you want some fresh, cool salad" Wir glauben nicht richtig verstanden zu haben. Frischen, kühlen Salat, das wäre das, wovon wir jetzt wirklich träumen würden. Wir träumen nicht, sie haben Salat von einem Anlass übrig,
  • wunderbar angemacht mit feiner Sauce, Früchten und Käse drin und überlassen uns die grosse Portion. Sie hätten spontan gedacht, dass kühler Salat etwas ganz tolles sein muss, wenn man so lang in der Wüste unterwegs ist mit dem Velo. Wirklich super, dass sie es nicht beim "Denken" belassen, sondern gehandelt haben. Merci. Das ist das schöne hier, die Leute welche mit Klimaanlage unterwegs sind, können sich wirklich vorstellen, wie heiss es ist ohne Kühlung.
  • Wenn man wie wir die Küstenstrasse fährt, ist man meist nicht direkt am Meer - die Strasse ist etwas zurückversetzt. Wir sind eigentlich ganz froh, dass das so ist, denn wegen der Haie kann man an diesen Küstenstreifen gar nicht ins Wasser. So geniessen wir es umso mehr von Roebock aus nach Broom ans Meer zu fahren wo es keine Haie gäbe und die giftigen Quallen erst ab Oktober an der Townbeach oder an der berühmten Cablebeach auftauchen.
  • Wir hatten einen Zeltplatz direkt an der Townbeach mit Sicht auf's Meer und Zeit unsere Eindrücke von diesem Land etwas zu verdauen.
  • Wenn wir von den Australiern reden meinen wir ja meist die weisse Bevölkerung und auch wir haben bis jetzt nur von diesen geredet. Die ersten Aborigines sind uns in Carnarvon beim einkaufen begegnet. Ganz traurige Gestalten, meist aufgedunsen von Alkohol, Zucker und Fett. Sie lungern rum vor den Shopping-Centers wie Gestrandete, erwidern kein Lächeln. Alles ist einfach unbeschreiblich traurig. Wir wussten nicht wie mit ihnen Kontakt aufnehmen.
  • Es ist ganz schwierig diese Situation als Aussenstehender zu beurteilen. Irgendwie ist da ganz furchtbar viel schief gelaufen. Wohl auf beiden Seiten. Die Leute strahlen absolut keine Würde, nicht den kleinsten Funken von Stolz aus und lassen einem in Ratlosigkeit zurück.
  • Oft sind auch die Kinder total verwahrlost. Es ist nicht Armut - es ist etwas ganz anderes, un-
  • beschreibliches was diese Menschen zeichnet. Wir beide hoffen sehr, dass es in den Communites, wie die Aborigines Dörfer genannt werden anders aussieht. Diese Dörfer liegen in für Aussenstehende geschlossenen Gebieten. Einige der Ureinwohner wohnen sogar immer noch "in the long gras" "im langen Gras" also im Busch ohne Hütten oder Häuser wie vor xx Jahren in der Traumzeit.
  • Es wäre verfehlt im Moment mehr über diese Leute zu schreiben - wir hoffen noch mehr zu erfahren von ihnen - zu lesen dazu gäbe es viel, aber uns interessier zur Zeit was wir direkt erfahren und erleben mit den Menschen.
  • In Broom am Strand konnte Brigitte dann mit ein paar Kindern Kontakt aufnehmen und das war dann doch ganz witzig und normal wie eben Kinder sind. Dürfen wir vorstellen, "Die Mangroven Gang" wie sie sich nennen.
  • Broome ist eine Kleinststadt mit Markt am Samstag und Sonntag und wie in Asien haben wir auch hier das Marktgeschehen fotografiert, nur kommen uns diese Bilder wohl viel vertrauter vor. Marktstände, Verkäufer, Käufer, Musiker und Gaukler in allen Facetten wie bei uns.
  • Australien wirkt auf den ersten Moment sehr westlich, eben wie Europa oder wie Amerika.
  • Ein riesiger Unterschied besteht aber in der Kommunikation. Wer meint, man würde hier ein Internet finden das einigermassen läuft ist enttäuscht. Alles ist extrem langsam und extrem teuer. Erst haben wir die falsche Telefonkarte gekauft, welche im Norden und Westen kaum Abdeckung hat und dann hat die Karte welche dieses Gebiet abdecken würde einfach nicht funktioniert mit unserem Handy und niemand konnte uns helfen. Wifi gibt es selten und auch dies nur super langsam. Im Moment wissen wir noch gar nicht wie wir diese Seite aufladen sollen - das wird wohl schwieriger als im Iran. Wenn man bedenkt wie riesig Australien ist, jedoch nur eine Einwohnerzahl von 22 Mio. hat, so begreift man natürlich, dass der Einzelne viel mehr zu bezahlen hat für die Abdeckung als dies der Fall ist in der Schweiz mit einer winzigen Fläche aber 7,5 Mio. Einwohnern. Aber trotzdem, für eine halbe Stunde schlechtes Netz sind 5 Australien-Dollar (5 Fr.) einfach zuviel.
  • Tagsüber ist es richtig heiss, Nachts kühlt es ab. Wir starten in der Regel eineinhalb Stunden vor Sonnenaufgang und zu dieser Zeit müssen wir Handschuhe und lange Hosen anziehen, es ist um die 6-8 Grad um diese Zeit. Absolut traumhaft in totaler Dunkelheit los zu fahren, bei Leermond sahen wir während dem Fahren dauernd Sternschnuppen und konnten in dieser Zeit so viele Wünsche in den Himmel senden, dass es uns die nächste Zeit wohl mehr als gut geht. Aber auch bei Mondschein hat es seinen Reiz - zu sehen wie es gegen Osten heller und röter wird, wie sich der Mondschatten langsam auflöst und dann von den Schatten durch die Sonne abgelöst wird. Die eigentliche Dämmerung ist hier, so nahe beim Äquator, doch sehr kurz. Die Stunden am Abend an den schönsten Plätzen zum Zelten sind auch unbeschreiblich - und kühler wird's meist auch relativ schnell. Jeff hatte recht, es windet immer von Ost. Ent-weder Südost oder Nordost oder direkt Ost. Dass wir in die falsche Richtung fahren mussten wir uns noch oft anhören, von den "gray Nomads" Diese fahren fast alle im Gegenuhrzeiger-sinn um Australien zum Sprit zu sparen. Macht bei diesen Distanzen ja wirklich viele aus.
  • Ein Wohnbus wie links abgebildet mit Kleinwagen-Anhänger schluckt gegen 35 Liter auf 100 Kilometer wurde uns gesagt. Nicht selten haben Leute die so reisen gar keinen festen Wohnsitz mehr.
  • Nach ca. 3600 Kilometer kommt wieder Ferienstimmung auf und wir verbringen schöne Tage direkt am gestauten Ord River bei Kununurra. Boab Trees sind Bäume mit dicken stammen und Ästen wie strubbelige Haare und können bis zu 1500 Jahre alt werden wie man uns sagt. Gerne würden wir mal einem solchen Baum zuhören, was der alles zu erzählen hätte. Aber wir wollen uns nicht beklagen, all das Vogelgezwitscher und all die Geräusche beim Eindunkeln und bei Tagesanbruch sind so faszinierend, dass man tage-lang zuhören könnte.
  • In Kununurra besuchen wir die red rock art gallery. Nicht ohne Grund. Uns ist Kevin, der Besitzer der Galerie im Warmun Roadhouse aufgefallen. Dort waren viele Schwarze und er ist auf einige zugegangen, hat sie mit Namen gegrüsst, sich nach ihrem Befinden erkundigt u.s.w. Er war der erste weisse Australier, den wir in völlig normalem, freundschaftlichem Umgang mit Ureinwohnern sahen, welche sich offensichtlich alle freuten ihn zu sehen.
  • Später setzte er sich an den gleichen Tisch und wir kamen via Velo und Wind ins Gespräch.
  • So lernten wir auch Nelly kennen, eine schwarze Frau, welche wie sich erst später heraus stellte Aboriginal-Bilder malt. Auch Ross aus Brisbane war dabei und wir konnten den kurzen Moment geniessen, dass vielleicht doch nicht alles im Unguten ist was die Be-ziehung der unterschiedlichen Menschen angeht. Es ist schon erstaunlich wie verschieden diese Leute malen. Hier bei Kevin sind alle Bilder mit natürlichen Pigmenten gemischt, welche aus den unterschiedlichen Erden gewonnen und zerstossen werden.
  • Nelly hat ihren Platz zum Malen direkt in der Galerie. Leider war sie bei unserem Besuch nicht da und wir haben sie auch in der Stadt nicht angetroffen. Schade. Kevin vertritt unter-schiedliche Aboriginal Künstler macht aber auch Ausstellungen mit "nicht Aborigines". Ein Besuch in dieser Galerie lohnt sich auf jeden Fall.
  • Bevor wir die restlichen rund 500 Kilometer von Kununnura nach Katherine unter die Räder nahmen haben wir uns etwas ganz Besonderes gegönnt. Einen zweistündigen Morgenflug
  • über den Argyle See, die Sandsteinformationen Bungle-Bungle und über die grösste Diamantenmine der Welt. Dazwischen Flächen mit Farmland und Weideland, wobei man sich fragen muss, was die Viecher den hier noch fressen können. Um 6.00 Uhr ging's los mit einem kleinen 6 plätzigen Propeller Flugzeug und es hat sich voll gelohnt. Wir waren be-
  • geistert.
  • Via Timbre Creek und Viktoria River ging's von Kununurra dann weiter nach Katherine. Die 320 Kilometer bis nach Darwin sparen wir uns, es ist schon sehr heiss - und wir möchten bald möglichst wieder in Richtung Süden, also in zur Zeit kühlere Gegenden fahren. Eines ist klar, der "Umweg" via Perth in den Norden hat sich voll gelohnt.
  • Ab jetzt geht es den Steward Highway runter nach Alice Springs und zum Ayers Rock.

Text bis Brisbane

Wenn man in Australien reist, ist man immer mit der Kolonialisierung und der Geschichte des Landes konfrontiert. Oft sagen die Leute gleich woher sie stammen. England, Irland, Niederlande usw. Auch viele Neuseeländer leben heute in Australien weil die Arbeitssituation hier besser ist, diese bezeichnen sich allerdings klar als Neuseeländer obwohl ja auch sie meist europäischen Ursprungs sind.

Einen Kontinent im Süden vermutete man bereits in der Antike. Der später ins Lateinische übersetzte Begriff "Terra australis inkognita" prägte Claudius Ptolemäus für das unbekannte Land im Süden.

1292 segelte Marco Polo angeblich wieder zurück nach Venedig und berichtete über ein Land südlich von Java, welches voll mit Muscheln und Gold sei. Er nannte es "Gross-Java".
Es gibt aber auch Berichte, dass die Chinesen das Land um diese Zeit bereits gekannt hätten.

Soweit sind wir nicht gesegelt, aber wir hatten die Gelegenheit mit Jeff in Sydney segeln zu gehen. Die Crew bestand aus lauter nicht segelkundigen: Fabian aus Frankreich und José aus Spanien welche ebenso keine Ahnung hatten wie wir. Jeff versuchte uns allerhand beizubringen, damit wir bei dem starken Wind überhaupt rausfahren konnten - die Sprachbarriere machte es nicht viel einfacher. Obwohl wir nur das Vorsegel gesetzt hatten, wurde es bei diesem Wind und der unkundigen Mannschaft dann doch etwas zu brenzlig und so haben wir das Segel dann wieder eingezogen und haben die Rundfahrt mit dem Motor fort- gesetzt. Trotzdem war es einfach super die Stadt vom Meer aus zu sehen und wir hatten es super lustig.
Während wir wegen des Windes und der "untauglichen" Crew das Segeln einstellen, und den Motor anwerfen mussten, sind ein paar Jahrhunderte vor uns die richtigen Seefahrer in Australien gelandet. Im 16. und 17. Jahrhundert erreichten spanische Seeleute die Küsten und gingen an Land. Die Landkarte aus dem Jahre 1542 zeigt doch schon sehr grosse Ähnlichkeit zu den heutigen Karten. Zwischen 1606 und 1640 erreichten die Holländer Australien. Beispielsweise strandete im Juli 1229 das Handelsschiff Batavia der Niederländischen Ostindien-Kompanie an der Westküste, aber dessen Kapitän mass der Entdeckung keine entscheidende Bedeutung zu. Erst im Jahr 1642 entschloss sich die Niederländische Ostindien-Kompanie eine geplante Expedition durchzuführen und so entdeckte Abel Tasman die Insel Tasmanien. Die Holländer hatten allerdings kein Interesse an der Kolonisierung Australiens und Tasmaniens.

Am 28. April 1770 erreichte schliesslich James Cook die Ostküste und nannte das Land formell New South Wales. (so wie dieser australische Staat heute noch heisst). Nachdem die USA von Grossbritannien unabhängig geworden war, suchte die britische Regierungen nach neuen Möglichkeiten Kolonien für ihre Sträflinge einzurichten. 1788 trafen dann die ersten Schiffe mit Rund 1000 Frauen und Männern ein, dreiviertel davon Sträflinge. Zu Ehren des damaligen britischen Innenministers erhielt die Ansiedlung dessen Namen: Sydney.
Insgesamt wurden ca. 160'000 Sträfling nach Australien gebracht, (viele davon schon wegen kleinsten Delikten verurteilt) und erst 1868 gab man die Deportationen auf.
Heute ankern im Hafen bei der berühmten Opera Kreuzfahrtschiffe und auch wir bleiben den Booten treu und verlassen Sydney via Manley Passagier-Fähre welche problemlos unsere vollbepackgen Fahrräder mitnimmt und dies erst noch gratis. So kommen wir bestens ohne Verkehr aus der Metropole heraus.
Erst geht's dem Meer entlang via Swansea nach Newcastle und dann in's Landesinnere. Ab Gloucester stotzig bergan über einen Pass auf die Hochebene von New England nach Walcha und Armidale. Von der Passhöhe reicht ein Blick in's Valley um den unterschied zur Schweiz festzustellen, bei uns wären in einem solch fruchtbaren Tal zig Bauernhöfe zu sehen. Hier ist oft nur ein Hof auf ein halbes Tal zu finden. In den Hochebenen um Armidale ist alles saftig grün, Kühe weiden und die Ortschaften liegen weit auseinander. Der Laden in Novendoc ist leider nur noch eine Tankstelle mit sechs, ja sechs, Packungen Snacks im Regal. Wir kaufen eine Packung Guetsli und können unsere Trinkwasserflaschen auffüllen. Den nächsten Laden fanden wir dann 70 Kilometer weiter in Walcha. Im Vergleich: wenn es in Fräschels nichts zu kaufen gäbe, müssten wir noch bis Aarau fahren um an ein Brot oder sonst was zu kommen.
Wenn wir einkaufen, kaufen wir also meist gleich richtig ein, damit für die nächsten Tage vorgesorgt ist. So viele Einkaufstüten, (die Säcke verwenden wir als Abfalltüten), werfen dann auch die eine oder andere Frage auf bei Einheimischen. Meist findet dann auch alles Platz und die Räder sehen wieder aus wie vor dem Einkaufen
Durch die Ausbreitung Siedlern auf dem Kontinent, kam es zunehmend zu Konflikten mit den Aborigines um den Zugang zu Land und Nahrungsmitteln. 1824 entstand eine neue Strafkolonie an der Mündung des Brisbane Rivers. Die Abgeschiedenheit der Lage sollte die Sicherheit der Kolonie erhöhen. Nachdem jedoch auch freie Siedler verstärkt in Richtung Norden zu den fruchtbaren Gebieten drängten, gab die Kolonie das Land 1848 auch zur Besiedlung frei. Kurz danach sind die vielen kleinen Ansiedlungen in der Ebene von New England entstanden und auch heute noch wirkt die Gegend sehr britisch.
Die Kartierung der Küste setzte sich bis ins 19. Jahrhundert fort. 1801 - 1803 umsegelte Matthew Flinders als erster den Kontinent. Während der Kolonialzeit wurde durch zahlreiche Expeditionen das Hinterland erkundet und für die Besiedlung zugänglich gemacht.
Nordöstlich von Melbourne wurde am 22. August 1851 Gold gefunden. Eine völlig neue Ära brach an. Edvard Hargraves, der eben von den Goldfeldern Kaliforniens zurück war löste den Goldrauch aus. Sein geschulter Blick sah sofort wo Gold zu finden war. Täglich kamen neue Schiffe mit neuen Goldgierigen aus England, USA und China. Der Goldrausch veranlasste die britische Regierung die Gefangenentransporte einzustellen, denn seit die Welt von Australien und seinem Reichtum träumte, galt es nicht mehr als Strafe dorthin verbannt zu werden.
Wir haben auf unserer Reise kein Gold gefunden, aber in einer Mittagspause hat eine goldschimmernde Eidechse Klemens gefunden und sein Bein als Liegestuhl in der Sonne auserwählt. Und jetzt beantworten wir endlich die Frage: rasiert Ihr Eure Beine wie die Rennfahrer? Klemens rasiert sie aus ästhetischen Gründen nicht und Brigitte tut es, aus den gleichen Gründen. Im übrigen war das bei all ihren Stürzen auch ganz praktisch. Und hier die Beantwortung der nächsten Frage: Ja, es ist alles wieder verheilt, Narben sind geblieben aber sie muss zum Glück nicht an den Miss Schweiz Wahlen teilnehmen.
Von Armidale, wo wir ein paar Tage geblieben sind, nehmen wir den Waterfall Way über Dorrigo nach Coffs Harbour. Armidale liegt 1000 Meter höher als die Stadt am Meer, aber an ein einfaches runterfahren ist gar nicht zu denken. Es geht dauernd rauf und runter, rauf und runter und vom Gefühl her hätte es bis Dorrigo auch hinauf gehen können. Hier in dieser Wilden Gegend hat es uns richtig gefallen. An den Ebor Falls haben wir richtig Glück. Erst scheint noch die Sonne - dann kochen wir uns etwas und kurz darauf beginnt es dermassen zuzuziehen und zu Stürmen, dass wir das Zelt gleich überhalb der Fälle aufschlagen. Leute kommen bei diesem Wetter eh keine mehr denken wir und die Rangers wohl auch nicht. Nicht ganz legal, aber wunderschön ist die Nacht über den rauschenden Wasserfällen. Aber nicht nur die Wasserfälle haben es in sich in dieser Region, das schnell wechselnde Licht und die Wolkenstimmungen lassen die Landschaft sehr irisch erscheinen.
Als wir dann kurz nach Dorrigo noch in den Regenwald kommen ist unser Glück perfekt. Die Wanderung welche wir in diesem Gebiet unternehmen ist einfach eindrücklich und unbeschreiblich, hat es doch Nebel und Nieselregen wie im Bilderbuch. Dieser subtropische Regenwald ist sehr speziell, am Hang gelegen, regnet es hier immer wieder die hängengebliebenen Wolken ab, welche vom Meer her höngenbleiben. Oberhalb scheint die Sonne, das Land wurde urbar gemacht und Kühe weiden. Unterhalb der Ahnöhe, wo das Gebiet wieder flach ist hat es normalen Trockenwald. Aus dem Wald wurden leider zur Zeit der Besiedlung die Zedern geschlagen und als rotes Gold auch nach Übersee verkauft.
Es geht nicht mehr lange bis Weihnachten und wir sind am überlegen, wo wir diese feiern sollen. Weil wir von den Küsten fern bleiben wollen,
weil wir gehört haben dass da alles überfüllt ist, entscheiden wir uns von Coffs Harbour gleich wieder in's Landesinnere zum Border Ranges
Nationalpark zu fahren. Auch ein Regenwaldgebiet und wir freuen uns nicht eine weisse, sondern eine feucht-heisse Waldweihnacht zu feiern.


Die Fahrt dorthin ist unglaublich schön, gegen Ende eine unbefestigte Strasse die teilweise sehr steil ist. Sheepstation ist ein einfaches
"Dschungelcamp", ohne Wasser liegt mitten im Regenwald. Statt Duschen kann man in 10 Minuten einen Bach mit Naturpool erreichen
und im kühlen Nass plantschen. Das Wasser ist zwar nicht kristallklar wie alle sagen, aber wir Schweizer sind natürlich verwöhnt mit klaren
Bächen.
Weihnacht war dann vom feinsten. Ein grosses Feuer, feinstes Risotto mit Parmaschinken und ein Glas Rotwein war unser Weihnachtsmenü
. Später gesellten sich noch andere um unser Feuer und es war so richtig gemütlich.
Auch hier können wir uns über die Tierwelt freuen, dass ein Koala im Baum gleich neben uns Weihnachten mitfeiert, merken wir erst am nächsten frühen Mögen, als dieser den Baum runter klettert und im Dickicht verschwindet. Am Nachmittag kommt er zurück und wir können ihn beobachten, wie er wieder hoch steigt. Obwohl die Tiere eher schwerfällig aussehen klettern diese sehr flink und dieser Bär springt sogar dynamisch von dünneren Ästen wieder an den Stamm als er feststellt, dass dort schon alles leer gefressen ist und er doch höher rauf muss. Da müssen die Krallen einiges aushalten.
Dass ein grosser Lace Goanna, zu deutsch ein Buntvaran, gleich auf dem Baum neben unserem Zelt auf Jagt geht war nicht minder interessant. Männchen dieser Varan Art werrden bis zu 2 Meter lang - unser Exemplar hatte eine ungefähre Länge von 1.60 Meter. Der Buntwaran ist tagaktiv, deshalb war er auch leicht von uns zu beobachten. Er ist ein aktiver Jäger und sucht grosse Gebiete züngelnd nach Beute und Aas ab. Baumbewohnenede Säugetiere sind für den gut kletternden Buntwaren leichte Beute, da sie nachtaktiv sind und die Echse diese somit leicht im Schlaf überfallen kann. Da wie bei allen Waranen der Oberkiefer ein zusätzliches, sich öffnendes Gelenk hat, kann das Tier grosse Beutetiere als Ganzes verschlingen. Teilweise bis zu 40% seines eigenen Körpergewichts gehen in einem Biss runter. Interessant war einerseits zu beobachten wie der Goanna hochgeklettert ist, immer Tastend mit der Zunge und wie schnell er dann wieder herunterkam, so rasant, dass die Rinden des Baumes nur so weg spritzten. Später hat er das Ganze etwas gemächlicher wiederholt. Er war wohl nicht ganz sicher, ob sich nicht doch noch ein Opossum in der Krone herumtreibt.
Leider Gab's hier auch riesige Fliegen oder brämenartiges Getier welches gestochen hat. Klemens hat sich einen Spass daraus gemacht diese Viecher zu erschlagen und dann in der nähe eines unterirdischen Ameisenhaufens zu platzieren. Es war extrem interessant zu beobachten, wie "der Tote" von dem fleissigen Arbeitern zerlegt und in den Bau geschleift wurde. Die Beute war grösser als normal, also musste erst der Eingang vergrössert werden. Dann kamen aber immer mehr "Brämen" dazu und das ganze Volk schien plötzlich überfordert. Wie im Wahn versuchten sie die Beute unter Dach und Fach zu bringen, blockierten sich gegenseitig die Eingänge und standen sich im wahrsten Sinne auf den Füssen herum. Interessent auch, dass das gleiche Volk sehr grosse Ameisen, etwa 4 mal so lang wie die meisten hatte, welche zum zerlegen der Beute herbeieilten. Nach langem beobachten liessen wir sie in Ruhe und am nächsten Morgen hatten sich dann das Chaos aufgelöst, die Beute war verstaut, der Eingang wieder verschlossen und keine einzige Ameise mehr in Sicht. Schon phantastisch und spannend, wenn man die Zeit und Musse hat solches in aller Ruhe zu beobachten und ohne im Hinterkopf zu haben, dass man ja dies oder jenes noch erledigen sollte und sich somit die Zeit für solches nicht nimmt.

In diesen Wäldern könnte man sich lange rumtreiben. Trotzdem zieht es uns weiter - es hat die ganze Nacht so richtig "geschifft" und wir nutzen einen niederschlagslosen Moment um unseren Karsumpel zusammenzupacken. Via Lions Road geht's auf den Pass über die Border Ranges und wir sind in einem neuen Staat. Queensland heisst uns willkommen mit einer gewaltigen Dusche und einem Gewitter auf der Passhöhe. Bei diesen Temperaturen ist das allerdings weiter nicht schlimm und unten angelangt scheint schon wieder die Sonne.

An Silvester möchten wir in den Glass House Mountains sein vorher verbringen wir aber noch ein paar Tage am Wivenhoe Stausee. Der Staudamm wurde nach den Überflutungen von Brisbane in den 1970 Jahren gebaut und dient als Hochwasserschutz, Trinkwasserreservoir und als unterer Speicher eines Pumpspeicherkraftwerks. Der Zeltplatz liegt in einer Bucht und mehrere Landzungen dienen als Badestrände. Wir haben Glück, so kurz vor Silvester ist der Platz fast ausgebucht, viele Brisbaner feiern hier draussen Neujahr.


Zwei Nächte später bei Sonnenaufgang stehen uns Kängurus am Wegrand Spalier. Links uns rechts des Weges zur Hauptstrasse stehen Familien mit ihren Jungen, aufrecht, die Pfoten in der Höhe und schauen was denn da für zwei vorbeifahren. Erst im allerletzten Moment, wenn meist eines der Jungtiere etwas Angst bekommt und die Flucht ergreift, hüpfen auch die anderen davon. 2 Männchen sind am Boxen und lassen sich durch unsere durchfahrt nicht beirren. Bilder von denen wir noch lange zehren werden, auch wenn wir nicht fotografiert haben.

Im Gebiet der Glass House Mountains befinden sich zwölf vulkanische Berge, welche sich abrupt aus der flachen Ebene im Inland hinter der Sunshine Coast erheben. Der spezielle Name wurde von James Cook 1770 vergeben, als er der Ostküste entlang segelte und die Berge sichtete. Diese erinnerten ihn an Glasschmelzofen in seiner Heimat Yorkshire. Für uns das ideale Gebiet auf's Neujahr anzustossen und wieder mal auf einem "Zäpfli" zu stehen und die Übersicht über alles zu haben. Weil man um den Mount Tibrogargan zu besteigen auch die Hände braucht war der Bewegungsablauf schon sehr ungewohnt.

Zum nördlichsten Punkt an der Ostküste fahren wir in den nächsten eineinhalb Tagen und auch hier am Meer gönnen wir uns Ferien. Zudem planen wir unsere New Zealand Strecke und beginnen mit dem Internet Beitrag. Tin Can Bay, ein kleiner, eher verschlafener Ort mit nicht all zu vielen Touristen, ist auch bekannt für die Fütterung von Delfinen. Seit den fünfziger kommt eine Delfinfamile in die Bay und die Mütter lernen Ihren Jungen, dass es hier frühmorgens frischen Fisch gibt. Die Tradition ist eher fragwürdig, aber immerhin werden die Tiere nicht angefasst und auch nicht zum springen angehalten. So holen sie sich ihren Fisch und gehen wieder. Es sind aber die Kormorane, welche den Delfinen etwas die Show stehlen, weil diese versuchen an den Fisch heran zu kommen und trotz aktiver Abwehr gelingt es dem einen oder anderen Beute zu machen.

Der Pelikan ist zu einem unserer Lieblingstiere geworden. Wie der Kormoran ist auch er sehr intelligent aber weniger stürmisch. Er wartet meist die Gunst der Stunde ab, um dann als grosser Sieger aus der Scene zu gehen. Das haben wir oft beobachtet. In Australien lebt der sogenannte Brillenpelikan (englische Bezeichnung: Australian Pelican). Dieser ist mit
einer Flügelspannweite von 2.30 bis 2.60 Metern der grösste Pelikan, allerdings sind dafür seine Beine und sein Schwanz sehr kurz, was ihn zu einer eher drolligen Figur macht, auch beim landen auf dem Wasser. In der Luft aber segelt er wie ein König. Auf der Heimfahrt zum Campingplatz sehen wir, dass es brennt. Immer schwärzere Wolken ziehen über den Himmel. In Australien werden zur Zeit Hitzerekorde gemessen und überall im Land sind Brände ausgebrochen und es gibt Tote und Verletzte. Hier scheint es zum Glück noch nicht so schlimm. Allerdings weht der Wind für uns in die falsche Richtung und wir fühlen uns etwas unwohl.

In der Nacht ist ein roter Feuerschein zu sehen, alles riecht nach Rauch und Sternen sieht man keine mehr. Am Morgen dann überall Asche und verkohlte Blatter. Das Feuer ist aber zurück gegangen und nur der beissige Rauch liegt noch in der Luft und so ist alles in einen bläulichen Nebel getaucht. Tags darauf war die Situation aber unter Kontrolle und wir konnten unbehelligt unseren Weg in Richtung Brisbane in Angriff nehmen.

Wir waren schon richtig nervös, denn wir wussten, heute knacken wir die vierzigtausend Kilometergrenze. Noch 15 Kilometer, noch 10 noch 5, 4, 3, 2, 1 - Yeah, yupie, suppie
ein unbeschreibliches, gewaltiges Gefühl und das alles ohne nennenswerte, wirklich böse Unfälle.

An diesem Abend haben wir allein gefeiert, aber wir wussten, den eiskalten "Chlöpfmoscht" trinken wir dann bei Chris, Scott und Melanie, welche wir in Tim Can Bay kennengelernt haben und die unmittelbar vor Brisbane an der Moreton Bay wohnen. Sie waren sehr interessiert an allem was wir gemacht haben und luden uns spontan zur Feier des 40'000der ein, den wir doch dann kurz vor ihrem Zuhause hätten, wie sie ausrechneten.
So verbrachten wir einen wunderschönen Abend mit ihnen wurden kulinarisch mit Krebsen aus der Moreton Bay und Shrimps verwöhnt und hatten eine tolle Unterkunft mit Dusche.
Die Bucht zeigte sich in ganz besonderer Stimmung - überall hat es geregnet nur nicht da wo wir waren.
Am 15. Januar 2013 sind wir dann in Brisbane bei Caroline und John eingetroffen. Wir haben beide über "Warmshower", einer Internetplattform für Velofahrer, kennengelernt und dürfen bei ihnen hausen. Was heisst hier hausen, residieren. Wir haben ein wunderbares Zimmer mit Lounge und Terrasse, werden jeden Abend auf's feinste bekocht und verwöhnt.
Die beiden haben wirklich an alles gedacht - sogar Veloschachteln für den Transport unserer Räder stehen bereit inkl. Klebeband zum verschliessen. Wir können es fast nicht glauben an einem so tollen Flecken, bei so interessanten Leuten gelandet zu sein.
Gastfreundschaft scheint eine Tugend der ganzen Welt zu sein. Phantastisch. Vielen, vielen Dank.

Wir haben riesiges Glück, zur Zeit läuft in Brisbane die siebte Asia Pacific Triennial of contemporary art - kurz APT7 genannt. Wir verbringen viel Zeit in der Ausstellung, weil wir viele der Länder aus denen Künstler vertreten sind, bereist haben. Oben ein Detail der Rauminstallation von Parastou Forouhar, einer iranischen Künstlerin, welche den ganzen Raum mit eindrücklicher Farsi Kaligraphie beschrieben hat. Viele Werke der unterschied- lichsten Einzelkünstlern und Künstlergruppen sind äusserst eindrücklich, interessant und inspirierend.

Fünfeinhalb Monate waren wir nun in Australien, 12'400 Kilometer sind wir hier geradelt, haben viel gesehen und erlebt und wir haben im wahrsten Sinne des Wortes erfahren was Weite und Grösse bedeutet. Wir freuen uns aber, dass es nun weiter geht in ein anderes Land. Wir haben unsere Velos in Kisten gepackt, wiederum all unser Material geputzt für die harten Einreisebestimmungen von Neuseeland und freuen uns auf das vierundzwanzigste Land unserer Reise. Am 19. Januar 2013 fliegen wir nach Christchurch auf die Südinsel.
Good bye Australia, hello New Zealand!

Zum zweiten mal stecken unsere Fahrräder in Kartonschachteln und sind Flugbereit. Erst beim einchecken in Brisbane erfahren wir, dass das Gepäck nicht nach Christchurch durchgecheckt wird und wir in Sydney mit unserem gesamten Geraffelt vom Domestic zum Internationalen Flughafen wechseln müssen und dort wieder einchecken. Dies obwohl wir ja mit der gleichen Fluggesellschaft fliegen. Erst macht uns das keinen grossen Kummer, aber in Sydney erfahren wir, dass wir mit unseren Kisten nicht auf die Bahn kommen, weil es dort keinen Lift und keine Wägeli für Rolltreppen gebe und für die Taxis, welche für den Flughafenwechsel bereit stehen, sind unsere Kisten schlicht zu gross. Ja super! Dann fassen wir einen Entschluss und sagen uns, irgendwie werden wir die Kisten auf den Zug kriegen. Erst fahren wir so weit es geht mit dem Rollwägelchen, dann zerren wir die Kisten über den Boden, stellen diese wieder ab, holen das nächste Gepäck usw. Beim Drehkreuz zur Bahn öffnet uns zum Glück ein Sicherheitsmitarbeiter eine Tür und so müssen wir nur noch ein paar Rolltreppen bis zum Zug. Klemens hat da sofort einen Trick raus und endlich sind wir unten am Perron. Irgendwie kommen wir trotz den vielen Leuten in den Zug rein und die Türen schliessen erst, als wir wirklich alles drinnen haben. Das Aussteigen und der Transport zum neuen Checkin ist dann vergleichsweise einfach. Im Internationalen Flughafen gibt's bereits bei der Bahn Transport-Rollis. Velofahren ist definitiv einfacher.

Der Flug fand zwar an einem für uns idealen Datum, aber nicht zu einer für uns optimalen Tageszeit statt - wir landen in Christchurch um Mitternacht. Ausserhalb des Flughafens ist es überall zu dunkel um ein Fahrrad wieder perfekt zusammen zu montieren, also entschliessen wir uns die Nacht auf dem Flughafen zu verbringen. Und siehe da, wir sind nicht die einzigen mit diesem Problem. Ein Däne, ebenfalls mit Fahrrad hat das gleiche Problem und so machen wir es und gemeinsam in der Eintrittshalle gemütlich und warten auf den Tagesanbruch. In Christchurch decken wir uns wiederum mit genügend Essbarem ein und bleiben nur eine Nacht in der Stadt, zu sehr reisst es uns wieder auf die Räder, zumal es schön Wetter und warm ist, was in Neuseeland nicht so häufig der Fall sei wie man uns sagt.



Möglichst rasch wollen wir in Richtung Süden. Lake Tekapo und Mount Cook sind unsere ersten Ziele und beim Anblick der ersten Berge kam ein ganz klein wenig Heimwehstimmung auf, weil wir uns bewusst wurden wie wunderschön wir es doch in der Schweiz haben.

Hier in Neuseeland gibt es nicht nur ein Klima, hier gibt es auch Wind und Wetter. Allerschönste Stimmungen haben unser Herz immer wieder hüpfen lassen, seien es Wolken- spiele, Nebelstimmung oder glarige Sonne mit härtesten Schatten, nur der Regen, mit welchem wir in diesem Land ja rechnen mussten, hat uns verschont. Insgesamt hatten wir eineinhalb Tage Regen. Vielleicht mal ein Nieseln, aber das Zelt war meist nur klatschnass vom Tau. Wind hatten wir schon, zum Beispiel vom Lake Tekapo Richtung Mount Cook hat es geblasen als würde es am nächsten Tag verboten und wir kämpfen nicht nur mit der Schotterstrasse sondern auch noch gegen den Wind. So windige Tage waren eher die Ausnahme als die Regel. Ja wenn "Engel" reisen……

Die Region um den Mount Cook mit den umliegenden Seen ist sehr eindrücklich. Der höchste Berg Neuseelands scheint mit 3754 Metern über Meer nicht besonders hoch, aber in diesem Land hat man immer das Gefühl man sei gut 1600 Meter höher. Ist man auf einer Höhe von 400 Metern ist es frisch wie bei uns auf 2000 Metern und auch die Vegetation ist ähnlich wie bei uns auf solcher Höhe.

Wir verlassen vorderhand die alpine Region und fahren über den Lindis Pass nach Clyde wo wir auf dem alten Central Otago Rail Trail nach Dunedin fahren. Dies ist ein Weg, angelegt auf dem Trasse der alten Eisenbahnstrecke, welche zu Zeiten des Goldrausches gebaut wurde.

Eine easy Strecke erst 75 Kilometer sanft ansteigend, dann gleichviele Kilometer wieder runter mit kaum Gefälle oder Steigung damit die Dampflock nicht ins Husten kam. Jim Knopf hätte daran eine wahre Freude gehabt - doch die Insel hat ja mehr als zwei Berge….
Von Middlemarch sind wir nicht mit dem Zug nach Dunedin gefahren, dieses Teilstück der Strecke wird noch mit der Bahn befahren, sondern sind über die teilweise echt steilen Hügelzüge in die Stadt am Meer gefahren. In Dunedin ist im übrigen die steilste Strasse der Welt zu finden. Mit 35 Prozent Steigung hat diese einen Eintrag im Guiness Buch der Rekorde verdient. Anwohner fahren tatsächlich diese Strasse hoch - mit dem Auto. Mit dem Velo kann man es glatt vergessen. Geht nicht. Auf alle Fälle nicht mit unseren Velos, so kleine Gänge haben wir nicht. Vielleicht dreht man da aber auch mit kleinen Gängen durch.

Catlins nennt sich die bezaubernde Region südlich von Dunedin welche sich dem Meer entlang bis zum südlichsten Punkt der Insel zieht. Weil die Südinsel grundsätzlich nur sehr dünn besiedelt ist, bleibt auch hier viel Raum für die Natur.
Und hier haben wir dann auch die Seelöwen entdeckt. Nicht etwa an einem touristischen Flecken, sondern an einem einsamen Strand. Es waren ausser uns nur ein anderes Paar und zufällig auch ein Ranger da. Ein mehr als guter Zufall, denn so konnten wir ihm Fragen stellen und er freute sich natürlich, dass er sein Wissen an uns weitergeben konnte. Es sei eine ganz besondere Situation, dass der Vater das Baby bewache. Normalerweise lassen die Mütter das junge allein am Strand zurück wenn sie jagen gehen. Den Grund, wieso dieser Papa sein Kleines so bewache, kenne er nicht. Seelöwen haben alle ein bis zwei Jahre ein Junges und Zwillinge hätte er noch nie gesehen. Die Seelöwenart hier ist ein der seltensten auf der Welt und die Population betrage nur noch etwa zehntausend. Die grösste Gefahr für die Tiere sind die Fischernetze weil sie für die Jagd bis 175 Kilometer vom Ufer weg schwimmen und bis zu 600 Meter tief tauchen.
Wenn die Tiere an Land sind graben sie sich gerne in den Sand ein und bewerfen sich mit diesem um sich zu kühlen. Kommen die Seelöwen aus dem Wasser ist gut zu erkennen wie sich ihr Fell zu einer glatten Oberfläche verdichtet, damit sie im Wasser schwimmen können wie ein Fisch. Wer jedoch glaubt Seelöwen seien an Land langsam täuscht sich. Die Tiere können echt schneller rennen als ein Mensch. Ein weiterer Grund diese nicht zu stören.
Während jüngere Tiere rumtoben und sich gegenseitig ärgern, darf das kleinste ins Wasser.

Durch spezielle Landschaften kommen wir an die Curio Bay. Ein ganz besonderer Flecken. Eigentlich ist es nicht eine Bucht sondern es sind zwei. Einerseits nördlich eine Sandbucht, dann der "Kopf" ein Fels in der Brandung und dann südlich davon eine felsige Bay mit ganz besonderen Wasserpflanzen. Wie Lasagne oder Spinatnudeln liegen die langen "Blätter" im Wasser. Eigenartiges Seemoos in schönsten Farben. Hülsenfrüchte ähnliche Pflanzengebilde - alles sehr interessant und fotogen.
Und mittendrin ein Oyster-Chatcher, wie von einem Künstler geschaffen - in schlichtem schwarz, aber mit schmucken rot orangen Augen und dem dazupassenden Schnabel. Damit das Ganze nicht zu gestylt wirkt, sind die Beine in feinem rosé gehalten welches sich ein bisschen am orange reibt.
Dass wir Delfine so nah vom Ufer aus beobachten können hätten wir nie gedacht. Diese kleine Delfinart, auch Papakanua genannt ist sehr verspielt und sehr neugierig. Sie werden ca. 20 Jahre alt und ab ca. 8 jährig gebären die Weibchen ein einzelnes Kalb und bringen so in ihrem Leben vier bis fünf Junge auf die Welt.
Diese Delfine hier werden nicht etwa angefüttert, damit sie so nah ans Ufer kommen, es scheint ihnen einfach Spass zu machen in der Bucht zu schwimmen und - jetzt kommt's - zu den Menschen hin zu schwimmen, welche im Wasser sind - wenn sie denn gerade Lust haben. Wenn man bedenkt, wie heute "schwimmen mit Delfinen" verkommerzialisiert wird ist es schon fast unglaublich, dass die Delfine hier einfach von sich aus kommen oder eben nicht.
Klemens fasst sich ein Herz und geht ins Wasser. Mal sehen ob die Delfine wirklich neugierig werden auf ihn. Kurz darauf getraut sich auch Brigitte und es wird zu einem wirklich ganz schönen Erlebnis. Bis auf fünf Meter kommen die Tiere zu uns heran.
Am Abend an der Felsküste dann der erste Pinguin, welcher vom Fischen heimkommt. Dieser hier wirkt noch etwas müde. Die Tiere sind auch erschöpft, weil sie den ganzen Tag auf der Jagd waren. Ein Vorrat an Fischen hat er noch nicht verdaut, diese sind für das Junge bestimmt, welches im Nest am Ufer sehnlichst auf Nahrung wartet. Hier brüten die seltenen Yellow-eyed Penguins, also Gelbaugen-Pinguine. Auf Maori auch Hoiho genannt. Sie sind sehr klein und insgesamt haben hier vielleicht 15 Pinguine ihr Nest. Diese kommen aber nicht zusammen heim, sondern jeder tritt den Heimweg an, wenn er genug gefangen hat. Zwischen 16.30 Uhr und 19.30 steigen die putzigen Tiere aus den Fluten. Die Jungen sind fast gleichgross wie ihre Mütter und verlieren zur Zeit das "Baby-Gefieder" um bald ebenso schön zu sein wie die Eltern.
Auf der Strecke via Invercargill nach Te Anau, genauer gesagt genau auf dem Pass, wurden wir am frühen Morgen von Regen geweckt. Also doch. Es hat so geschifft, dass wir gleich liegen blieben und den ganzen Tag im Zelt verbracht haben. Da wir bis dahin nur schönes Wetter hatten und wir nicht wussten wann es kehrt, haben wir bis zu diesem Zeitpunkt kaum einen Ruhetag gemacht. Jetzt war also Zeit zum Nachschlafen.

Tags darauf dann schönste Wolkenstimmungen, auf den Berggipfeln lag eine feine Schicht Neuschnee.

Ja, wir hatten bis jetzt immer und überall riesen Glück aber zwischendurch kann es auch bei uns Pannen geben. Nach dem Pass war ein schreckliches Kratzen zu hören im Tretlager von Klemens und am Lake Menapuri schien das Aus schon fast geschrieben. Aber das Lager hielt mit ächzen und krächzen bis Te Anau durch. In der dortigen Information gab man uns dann die Auskunft, dass es im Ort keinen Veloladen mehr gäbe, aber eine Gärtnerei verkaufe neben den Rasenmähern auch noch Velos und hätte Ersatzteile und auch eine Werkstatt. Keiner glaubt es, aber diese Gärtnerei hatte ein Tretlager welches wir verwenden konnten. Etwas zu lange in der Bauweise, nur …… das entsprechende Abziehwerkzeug war nicht vorhanden oder verschwunden. Klemens machte sich in der einfachen Werkstatt auf die Suche und siehe da, in einer öligen Kartonschachtel fand er dieses Tool, arg abgefranst zwar, aber besser als nichts. Für die Ewigkeit wird es nicht halten, aber in einem richtigen Veloladen wollen wir es dann besser montieren.
Von Te Anau via Gunn Lake zum Milfordsound und zurück. Eine tolle Tour über einen Pass mit Tunnel. Obwohl man den gleichen Weg zurückfahren muss ist auch der Retourweg lohnenswert, weil man ja zu einer anderen Tageszeit an den jeweiligen Flecken ist und beim Fahren in die andere Richtung schaut. Durch den Tunnel darf man mit dem Velo wegen Steinschlaggefahr nicht, wir hatten aber das Glück gleich drei andere Radfahrer auf dem Weg dorthin zu treffen und so haben uns die Bauarbeiter beim Tunnel einen "Lift" organisiert, das heisst, ein Baustellenfahrzeug welches uns durch den Tunnel brachte, sodass wir auf der anderen Seite problemlos an den Fiord runter fahren konnten. Dass wir hier auf andere Radfahrer treffen ist nicht verwunderlich. Neuseeland ist bekannt als Velo-ferienland, hier gibt's von leichten bis harten Touren fast alles. Nach dem Tunnel geht es ganz taff runter (natürlich anderntags taff wieder hoch) Die drei jungen Velofahrer entschieden sich gleich mit dem Bus wieder zurück zu fahren, und nicht selbst wieder hoch zu fahren. Na ja, wir sind ja in einem Alter wo man solche Steigungen locker schafft und ganz so schlimm wie vermutet war es dann auch wieder nicht nicht.

Am Sound haben wir bei der Milford Lodge gezeltet wo wir einen tollen Abend verbrachten mit einem Deutsch-Schweizer Pärchen und Peer einem weiteren Velofahrer aus Deutschland der die Herausforderung der Steigung ebenfalls am nächsten Tag unter die Räder nahm. So waren wir dann zu dritt für den "Lift" durch den Tunnel und oben warteten Doris und Jan um uns mit Schinkenbrötchen zu stärken. Super Service - vielen Dank.

Anbei ein paar Impressionen zur schönen Tour.
Von Te Anau in Richtung Queenstown nehmen wir die Schotterstrasse zu den Mavora Lakes. Gleich am ersten der beiden Seen machen wir es uns gemütlich und weil hier Feuer ausnahmsweise erlaubt ist backen wir gleich Steckenbrot. Mit Brot ist man in diesem Land nicht verwöhnt weil es meist nur "totschiges" Toastbrot zu kaufen gibt. Da essen wir lieber gar kein Brot und bleiben beim bewährten Müesli.
Zu unserer Überraschung fährt ein Radler auf den Platz, den wir schon beim Mount Cook kennengelernt haben. Ein Taiwanese mit englischem Namen Frank. Weil sich chinesisch sprechende Leute meist mit "my english name is ….." vorstellen, hat sich Klemens angewöhnt zu entgegnen: "my chinese name is Lee" für Frank war Klemens also Lee und so mussten wir schon lachen, als Klemens von im mit "hallo Lee, how are you" begrüsst wurde.

Hier also das Bild von Frank aus Taiwan und Lee aus der Schweiz
Am nächsten Morgen hatten wir Glück, denn erst nach dem zusammenpacken hat es mit regnen angefangen. Unser Sachen waren also im Trockenen als Petrus die Dusche anstellte. So bekamen wir ein Gefühl dafür wie es auch sein könnte. Wir begannen auf der Naturstrasse einzusacken, klebten förmlich am Boden und waren heil froh, als wir auf dem höchsten Punkt waren von wo es nur noch runter geht bis an den Lake Wakatipu wo wir das Schiff nach Queenstown nehmen wollen. Leider lässt der Regen auch Bäche und Flüsse anschwellen und während wir beim ersten Bach, welcher über die Strasse fliesst noch durchfahren konnten, mussten wir beim zweiten - dies war dann schon ein Fluss - zu allem Übel noch die Schuhe ausziehen, Hosen aufkrempeln und irgendwie mit unseren Rädern durchzirkeln, als ob wir nicht schon zu durchgefroren gewesen wären. Zu unserer Überraschung war es dann Frank aus Taiwan, welcher eine Tafel Schokolade aus der Tasche zog und meinte: Schokolade wärmt. Wir werden es uns merken.
Beim See angekommen zeigte sich der Himmel noch verhangen, aber als das altehrwürdi-ge Dampfschiff anlegte, schien bereits wieder die Sonne.

Queenstown ist eine Touristenstadt mit einem umliegenden Abenteuerspielplatz für Erwachsene. Bungy-Jumping, Abseiling, Downhill-Biking, Heli-Walking, Swing-Bridging, Tandem-Fallschirm-Springing, Senic-Flying, Jet-Boating und so weiter und so weiter. Weil uns nichts von alledem so richtig anmachte, wollen wir so rasch wie möglich weiter aber….. jetzt spukte Brigittes Tretlager und in diesem Mega-Sport-Ort finden wir kein passendes Ersatzteil. Netterweise hat uns die vierte Radwerkstatt angeboten eines per Kurier kommen zu lassen. Letztendlich war dies wiederum ein Glück, denn weil wir dadurch einen Tag länger in Queenstown bleiben mussten als vorgesehen, haben wir unser Laptop eingeschaltet und festgestellt dass sch……. überhaupt nichts mehr lief. Auf dem Bildschirm war nur noch ein Ordner mit einem Fragezeichen zu sehen und das war's dann. Da wir noch in der Stadt waren, fanden wir zu guter letzt einen Mac Spezialisten, welcher den Namen Spezialist auch wirklich verdient hat und nach mehreren Versuchen und dem Ausbau des Laufwerks war dann…..ufffff……klar, dass weder Programme noch andere Daten verloren waren, sondern dass das Verbindungskabel zwischen Motherboard und dem Laufwerk gebrochen oder durchgescheuert sein muss. Dies könne aber nur von einer anderen Firma in Christchurch repariert werden. Die Lösung war dann, dass die Firma in Queenstown den Computer nach Christchurch sendet und dieser nach der Reparatur von dort mit dem Kurier nach Picton in den Postshop - postlagernd - geschickt wird. Damit das alles läuft, haben wir die Kreditkartennummer angegeben in der Hoffnung, dass die ganze Chose nicht teurer kommt als der Computer ;-) …. und es hat geklappt. Wir sitzen nun in Picton am Laptop und und tippen diesen Text. Cool nicht?

In der Zwischenzeit wurde das Tretlager für Brigittes Velo geliefert und montiert und auch das Lager von Klemens wurde mit gutem Werkzeug nochmals eingesetzt. Wir sind also wieder gerüstet.
Vielleicht sei an dieser Stelle auch noch kurz erwähnt, dass in Brisbane unser GPS ausge-
stiegen ist - wir haben dann aber mit viel Glück beim regionalen Ebay (heisst Gumm Tree)
einen günstigen Ersatz gefunden. Und am Lake Tekapo wollte unser Vario 24-110mm Objektiv keinen Kontakt mehr zur Kamera aufnehmen. Vielleicht haben auch Gerätschaften Beziehungsprobleme. In Queenstown haben wir ein einfaches 40mm gefunden welches jetzt als Ersatz dient. Zu guter letzt war Klemens Radhose so fadenscheinig dünn, dass das kleinste Hängenbleiben Löcher hervorrief und so hat er dann ebenfalls in Queenstown einen passenden Ersatz gefunden.
Via Crown Saddle, Wanaka Lake und Haast-Pass ging's an die Westküste. Einer der wenigen Flecken auf der Welt wo Meer, Regenwald und Gletscher so nahe beieinander liegen. Die Wälder mit den Farnbäumen sind schlicht beeindruckend und die Stimmungen umwerfend, zumal wir meist sehr früh unterwegs sind, noch bevor sich die Nebelschwaden und Wolken aufgelöst haben. Fast könnte man meinen es sei immer nur schön hier. Für uns war es das. Haast, Fox Glacier, Franz Josef Glacier, Hokitika und von hier einen Abstecher zum Arthur Pass und wieder runter nach Greymouth. Punakaiki mit den Pankake Felsen und Paparoa Nationalpark, Westport dem Buller-Creek entlang und via Blenheim nach Picton war unsere Strecke. Einfach fantastisch.
Am Donnerstag 28. Februar 2013 nehmen wir dann die Fähre nach Wellington. So lassen wir unseren Bericht mit Bildern ausklingen und freuen uns auf die Nordinsel. Unserem Ziel: 3284 Eureka, sind wir schon sehr, sehr nahe.